Bereichert sich die Schweiz an Franken-Kreditnehmern?
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Bereichert sich die Schweiz an Franken-Kreditnehmern?

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verdient sich mit permanenten Eingriffen am Devisenmarkt eine goldene Nase. Die Milliarden bleiben in der Schweiz, weil der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien Schadenersatzansprüche heimischer Franken-Kreditnehmer gegenüber der SNB im Sommer eine Absage erteilte.

Man wird den Eindruck nicht los, dass es sich um ein riesiges Finanz-Casino handelt. Die SNB scheffelte in den ersten neuen Monaten dank Währungsspekulationen in der Manier eines Hedgefonds einen Gewinn von 28,7 Milliarden Franken (26,3 Milliarden Euro).

Österreichs Privathaushalte standen zuletzt gemäß der Finanzmarktaufsicht (FMA) mit 22,1 Milliarden Euro in Fremdwährungskrediten in der Kreide. 96% der ausgereichten Kredite (21,3 Milliarden Euro) entfielen auf Schweizer-Franken-Darlehen.

Die Schweizer Notenbank könnte theoretisch eine Entschuldung ihrer Nachbarn aus der Portokasse bezahlen. In der Praxis muss sie aber noch nicht einmal einen Rappen Schadenersatz für das Rauf- und Runterspekulieren des Euro-Franken-Kurses leisten. Denn die SNB ist im Auftrag der Berner Regierung unterwegs. Sie genießt damit laut OGH Immunität und ist gegenüber Nichts und Niemandem haftbar.


Was die Schweiz macht, ist legal. Wie man private Haushalte in Österreich und Osteuropa mit dem Frankenkurs an der Nase herumführte, dürfte aber keinesfalls legitim sein. So hat die SNB mit ihrem konsequenten Unterbieten der Zinsen im Euroraum zwischen 2002 und 2007 den Euro-Franken-Franken von 1,45 auf 1,68 aufwärtsmanipuliert.

Finanzblasen haben es an sich, dass man sie erst erkennt, wenn sie platzen. Die von der Schweiz initiierte Wechselkursmanipulation war somit weder für Franken-Fremdwährungskreditnehmer, noch für die Experten der Banken, die seinerzeit Franken-Kredite wie Sauerbier anboten, erkennbar.

Weitaus weniger elegant ging es dann mit dem Wechselkurs in die andere Richtung. Bei der Aufhebung der Euro-Stützgrenze von 1,20 Franken und dem anschließenden Absturz auf 1,00 Franken haben die Schweizer Währungshüter gelogen, bis sich die Balken biegen.

Aktuell ist 1 Euro 1,08 Franken wert. Der Wechselkurs wartet auf neue Instruktionen aus dem Schweizer Finanz-Casino. Es gibt drei Möglichkeiten:
  1. Die SNB legt ein Brikett drauf, indem sie ihren Zins, so wie zwischen 2002 und 2007 noch tiefer unter den in der Eurozone senkt. Der Euro-Franken-Kurs steigt über 1,10.

  2. Man zieht den Stecker und lässt den Euro-Franken-Kurs, der im Februar 2016 noch bei 1,12 stand, auf 1,05 Franken oder tiefer fallen. Dazu muss die SNB einfach nur bei ihren Euro-Stützungskäufen vom Gaspedal gehen.

  3. Die SNB navigiert den Euro weiter bei 1,08-1,09 Franken, um ihren Jahresgewinn 2016 auf etwa 35 Milliarden Franken zu steigern. Das Geld fließt dann an den Bund und die Kantone, die damit neue Straßen bauen etc.
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