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⚡ Bittere Woche für den Euro steht an

Der Eurokurs wird von einer bärischen Wedge-Flagge zum Absinken gezwungen. Es hat ein Wechsel von Always-in-Euro auf Always-in-CHF stattgefunden. Damit ist der Weg frei für einen Rückgang von aktuell 0,9670 auf 0,9580, wahrscheinlich noch in dieser Woche. Das hängt vom aktuell laufenden Pullback ab (siehe unten).

Der Schweizer Franken hat das Kommando übernommen, untermauert die bärische Wedge-Flagge. Hierbei handelt es sich um ein Trendfortsetzungs-Formation. Fortgesetzt wird der Abwärtstrend von 0,9930 auf 0,9480 zwischen 27. Mai und 20. Juni 2024.

Bärische Wedge Flagge triggert sinkenden EUR/CHF Candlestick Chart

Das Wedge hat die drei charakteristischen Aufwärts-Stöße. Ein Einwand, wonach der 1. Aufwärts-Stoß während des Abwärtstrend kam, ist unzulässig. Es kommt sogar recht häufig vor, dass sich eine bärische Wedge-Flagge bereits beginnt zu formieren und danach erst noch eine tieferes Tief gebildet wird.

Das Wedge zeigt eine von einem Pullback unterbrochene, zweiphasige Abwärtsbewegung an. Die erste Phase (Leg 1) war der Rückgang von 0,9770 auf 0.9640 in der letzten Woche. Aktuell läuft der Pullback. Danach dürfte Leg 2 einsetzen und den Eurokurs auf 0,9580 CHF sinken lassen.

CHF wird stärker bis tief ins 1. Quartal 2025

Von der langfristigen Abwärtstrendlinie klar zurückgewiesen, setzt der Euro die Abwertung gegenüber dem Schweizer Franken fort. "Der Franken wird im zweiten Halbjahr und 2025 wohl wieder an Wert zulegen", erwartet der Schweizer Börsenexperten cash.ch.

Der Euro ist die riskantere Währung. Am Devisenoptionsmarkt sind Put-Optionen, mit denen sich beispielsweise Schweizer Exporteure gegen eine Wertminderung ihrer Euro-Umsatzerlöse absichern, teurer als Call-Optionen. Aufschlussreich ist, dass sich daran auch während des kräftigen Anstiegs des Euro nichts änderte.

Zwischen Ende Dezember 2023 bis Ende Mai 2024 kletterte der Euro-Franken-Kurs von 0,93 auf 0,99 (+7%). Als es darum geht, dem Schweizer Franken vernichtend zu schlagen, versagen dem Euro die Nerven. Im entscheidenden Moment wird der Euro sehr viel stärker zurückgewiesen, als es auf den ersten Blick erscheint.

Der EUR/CHF-Kurs prallt bereits an der langfristigen Abwärtstrendlinie zurück. Aber auch wenn es hier zu einem Breakout über die Linie gekommen wäre, hätte es der Euro immer noch nicht geschafft. Danach wäre noch ein Anstieg über 1,0050, dem letzten Tieferen Hoch (TH) des Abwärtstrend erforderlich gewesen.

Liniendiagramm Abwärtstrend EUR/CHF-Kurs Entwicklung

Euro Franken Entwicklung / CHF Prognose August 2024

Der Schweizer Franken übernimmt die Führung, und so fällt der EUR/CHF-Kurs auf 0,9650. Der Euro muss eine empfindliche Niederlage einstecken. Zu Wochenbeginn kostete er mit 0,9780 CHF noch 1,3% mehr.

Bis 16. Juli ist der Euro vorn. Am 17. Juli dann eine große, rote Kerze, die die Schlusskurse der vorausgegangen 12 Tage unterbietet. Überdies fällt Kerze 1 deutlich unter den 20-Tage exponenziellen Durchschnitt (20 EMA).

Nachdem der Anstieg per Trendkanal gescheitert ist, setzen Euro-Käufer auf ein expandierendes Dreieck. Es hat die drei erforderlichen Abwärts-Stöße. Da es auf den Aufwärtstrend von Ende Juni/Anfang Juli folgte, ist es eine bullische Flagge.

Ob der Euro genügend Käufer findet, um auf 0,9800-0,9810, die obere Linie des expandierenden Dreiecks, zu steigen, darf bezweifelt werden. Aktuell sieht es danach aus, dass die als Unterstützung fungierende untere Linie zu durchbrochen wird.

Ferner gilt es noch mit sinkenden Kursen zwei Gaps zu füllen. Ein Warnsignal ist der deutliche Rückgang unter den 20 EMA. Normalerweise halten sich dort Käufer bereit, so dass es mindestens zu einem kleinen Bounce kommt.

Prognose August

Der Anstieg des Euro auf 0,9780 CHF am 15. Juli könnte sich als zu weit gegangen herausstellen. Der Schweizer Franken kommt seinem Ziel, den Eurokurs erneut unter 0,95 zu drücken, einen großen Schritt näher.

Schweizer Franken wird stärker, zeigt Candlestick Chart