Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Vitaminspritze für den Euro

EUR/CHF-Kursentwicklung zu Euro Stoxx 50 übereinander gelegt mit Prognose-Pfeil bis 2020

Der Euro steigt mit 1,1060 Franken auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Nach langem Tauziehen steht ein Brexit-Kompromiss. "Wo ein Wille ist, da ist ein Deal - wir haben ihn", twittert EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Das Britische Pfund setzt seine Aufwertung fort. Infolge sinkt der Euro-Pfund-Kurs auf ein 5-Monatstief bei 0,86. Die Eurozone hat jetzt die Chance auf ein paar vernünftige Konjunktur-Monate mit einem vergleichsweise hohen EUR/CHF-Kurs und einem noch höheren Aktienmarkt.

Euro wird 2020 auf 1,05 Franken dezimiert, sagt Postbank

Grafik Euro - Schweizer Franken Prognosen bis Oktober 2020 von drei Banken

Die Brexit-Lösung verzögert sich, und so bleibt der EUR/CHF-Kurs bei 1,1040 hängen. Bei einem Anstieg über dieser Marke würde der Euro die Ende September 2019 bei 1,0830 Franken begonnenen Aufwärtsbewegung mit einem 3-Monatshoch krönen. In die Nachrichtenlücke aus Brüssel stößt US-Präsident Trump mit einer Forderung in die großangelegte Staatsfinanzierung über die Notenpresse einzusteigen. Das drückt den Dollar-Franken-Kurs und hinterlässt Bremsspuren beim Euro-Franken-Kurs.

Fehleinschätzung mit gravierenden Folgen für EUR/CHF 2020

Der Euro-Franken-Kurs wird heute aller Voraussicht nach auf den höchsten Stand seit drei Monaten steigen. Am Aktienmarkt gehen Anleger in die Vollen. Die hohe Risikobereitschaft wirkt sich zu Lasten der Sicheren Häfen Schweizer Franken und Gold aus. Laut neuen Konjunkturprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird die Eurozone auch im nächsten Jahr ein stärkeres Wachstum haben als die Schweiz. Die Gefahr eines Rückfalls des Euros deutlich unter 1,10 Franken ist damit gebannt, möchte man meinen. Es gibt aber große Zweifel an.

Mit der Wiederaufnahme ihrer Wertpapierkaufprogramme haben Europäische Zentralbank (EZB) und US-Notenbank (Fed) Anleger in Hochstimmung versetzt. Die EZB druckt ab November 20 Milliarden Euro mit ihrer Notenpresse, die Fed 60 Milliarden US-Dollar pro Monat. Das ist eine schöne Sache für die Aktienmärkte und die Risikobereitschaft. Der US-Aktienindex S&P 500 steht kurz vor einem Rekordhoch. Beim Euro Stoxx 50 läuft es auf einen Anstieg auf den höchsten Stand seit knapp fünf Jahren hinaus.

"Man bekommt den Eindruck, dass es seit der Finanzkrise keine Konjunkturzyklen mehr geben darf: Jede auch nur leicht einsetzende Abschwächung muss sofort intensiv bekämpft werden", sagt der Schweizer Ökonom Aymo Brunetti dem SRF. Das führe zu Verzerrungen bei den Anlagemärkten und zu Risiken, dass es dort Korrekturen gebe. "Die Geldpolitik war schon während der Finanzkrise extrem expansiv und ist es seither auch geblieben. Das stimuliert die Wirtschaft zweifellos", so der frühere Chef des Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

Prognosen Wachstum reales BIP Euroland Schweiz (Säulendiagramm) 2019 und 2020