Schweizer Notenbank bereitet nächsten Paukenschlag vor
+++ Euro steigt auf 1,0848 Franken (11:48 Uhr) +++
Exportüberschüsse Triebfeder des Euro-Anstiegs...>
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Schweizer Notenbank bereitet nächsten Paukenschlag vor

Der Schweizer Franken sei jetzt klipp und klar überbewertet. Und das werde sich bald ändern. Mit diesen Durchhalteparolen macht der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, seiner heimischen Exportwirtschaft und ausländischen Franken-Kreditnehmern Mut. Gemäß den Schweizer Franken Prognosen der SNB müsste der Euro mindestens 1,10 Franken wert sein.

"Was wir jetzt beobachten, ist ein massives Überschießen", sagt Jordan im Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung und Le Temps. "Der Markt wird nach und nach feststellen, dass diese Überbewertung nicht gerechtfertigt ist. Der Franken ist nach Aufhebung des Mindestkurses für Anleger äußerst unattraktiv."

Wer ein wenig zurückblickt, stellt fest: Das gleiche sagte Jordan, als der Euro bei 1,20 bis 1,25 Franken notierte. Die SNB ist somit ein ganz, ganz schlechter Ansprechpartner, wenn es darum geht eine EUR/CHF Prognose abzugeben. Was Jordan vorträgt, ist Galgenhumor. Er braucht unbedingt einen höheren EUR/CHF-Kurs, um seine SNB vor der Pleite zu bewahren.


Das Spiel geht wieder von vorne los. Jordan sucht Investoren und Spekulanten, die mit ihm auf einen höheren Euro spekulieren. Dafür rührt er die Werbetrommel. Er verspricht sogar, selbst wieder kräftig Euros zu kaufen. Dahinter steckt eine perfider Plan.

Durch die Aufhebung des Mindestkurses hat sich der Gegenwert der Euro-Währungsreserven der SNB schlagartig von ca. 220 Milliarden Franken auf 190 Milliarden Franken verringert. Die Nationalbank sitzt auf einem dicken Wechselkursverlust von 30 Milliarden Franken, den sie bis zur Vorlage ihrer nächsten Gewinnaufstellung in knapp einem Jahr verringern möchte.

Die SNB wird daher wie ein gieriger Spekulant Euros kaufen, in der Hoffnung der EUR/CHF-Kurs steigt. Mit den Gewinnen aus den neue eingesetzten Euros sollen die alten Verluste kompensiert werden. Wenn die Nationalbank das geschafft hat, zieht sie den Stecker, in dem sie ihre Gesamtpositionen abstößt.