Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Kratzt der Euro mit mehr Inflation im Gepäck die Kurve?

Mario Draghi hat zur Abwechselung mal etwas gesagt, was einen Anstieg auslöst. Der Euro steigt auf knapp 1,14 Franken, nachdem der EZB-Chef auf eine relativ starke Zunahme des Inflationsdrucks hinweist. Derweil klettert der Ölpreis auf ein 4-Jahreshoch, was die Annahme nährt, dass Draghi eine übelschmeckende Inflationssoße für Verbraucher und Unternehmer anrührt.

Die Lohnsteigerungen in der Eurozone würden sich erst innerhalb von Monaten auf die Inflation auswirken, erklärt EZB-Chefvolkswirt Peter Praet und bremst damit die Aufwärtsbewegung des Euro-Franken-Kurses ab. Die Devisennotierung hatte nach zuvor getätigten Äußerungen Draghis darauf gesetzt, dass es zu einer rascheren Straffung der Geldpolitik in der Eurozone komme. Dem erteilt der Belgier eine Absage.

Neue Banken braucht das Land

Da tut sich gerade etwas beim Euro: Alle schlechten Nachrichten sind eingepreist und damit ist das Pflichtprogramm absolviert. Nun folgt die Kür. Einen Schub würde der Euro-Franken-Kurs bekommen, stünde Deutschland der Schaffung eines modernen Eurozonen-Bankensystems nicht länger im Weg.

3 Gründe, die für ein Anstieg des EUR/CHF sprechen

Der Euro müsste gegenüber dem Schweizer Franken zulegen, weil...
  1. die zuletzt recht deutlich gestiegenen Aktienmärkten mit einer erhöhten Risikobereitschaft einhergehen. Anleger meiden in solchen Zeiten Sichere Häfen.
  2. der Euro am Devisenoptionsmarkt Boden gutgemacht hat. Das einmonatige Risk Reversal für den EUR/CHF kletterte seit Mitte August von -2,0% auf -0,8%. Das ist ein Indiz dafür, dass ein Anstieg des EUR/CHF-Kurs auf 1,15 in der Pipeline ist.
  3. der EZB-Chefvolkswirt verspricht, das viele Papiergeld aus dem Finanzsystem wieder rauszuziehen. Die Überschussliquidität soll von aktuell 2 Billionen Euro auf 500 Milliarden Euro bis 2022 verringert werden, prognostiziert Peter Praet.