Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Schweiz trumpft mit Hartwährungsmodell auf

Der Euro ist dabei zum zweiten Mal in diesem Jahr unter 1,12 Franken zu sinken. Der Ausflug dürfte länger dauern als das letzte Mal. Das Schweizer Hartwährungsmodell, den Franken jedes Jahr um knapp 2% aufwerten zu lassen, spricht dafür, dass ein Wechselkurs von 1 Euro = 1 Franken, wie es ihn beim Mindestkurs-Paukenschlag gab, keine Eintagsfliege war.

So fällt EUR/CHF ohne Euro-Krise auf 1,06

Der Schweizer Franken hat sich schon warmgelaufen, Gold ist noch in der Umkleidekabine. Die Renaissance Sicherer Häfen ist in Anbetracht von Rekordhoch zu Rekordhoch steigender globaler Schuldenstände nur eine Frage der Zeit. Darüber hinaus existiert eine Misskonzeption. Devisen-Auguren kapieren nicht, dass EUR/CHF auch ohne Eurozonen-Probleme auf 1,06 abschmieren kann.

Gold hat 2018 bislang das Nachsehen. War die Feinunze zu Jahresbeginn noch 1.300 US-Dollar wert, sind es aktuell 1.200 Dollar. Der Schweizer Franken legte hingegen gegenüber Euro und Dollar zu. Dies führte zu einem Absinken des EUR/CHF-Kurses von 1,17 auf 1,12 und des USD/CHF-Kurses von 0,9750 auf 0,9650.

Es ist davon auszugehen, dass beim USD/CHF-Kurs noch etwas nachkommt, da sich der Dollar wegen dem starken US-Wachstum bisher ganz gut behaupten konnte. Kommt es jedoch zu der unvermeidbaren Annäherung der Wachstumsraten zwischen den USA und der Schweiz, wird der Franken gegen den Greenback zulegen und dies sollte dann den Euro-Franken-Kurs unter 1,10 zu schleudern.

Zehn Jahre nach der Lehman-Pleite scheint alles in Ordnung. Kratzt man an der Oberfläche, ist das freilich nicht der Fall. Wenn sie ehrlich seien, müssten die Notenbanken zugeben, dass sie die Zinsen zu lange zu tief belassen haben, heißt es in einem auf Bloomberg veröffentlichten Research-Papier über die weltweiten Schuldenstände.

Neben den Staatsschulden sind auf beiden Seiten des Atlantiks die hohen Unternehmensschulden eine sehr wahrscheinliche Ursache für die nächste Rezession. Die Finanzingenieure, die bis 2008 ihr Unwesen in den Banken getrieben haben, sind quasi in die Finanzabteilungen von Unternehmen gewechselt und treiben dort seit langem ihr Unwesen mit Aktienrückkaufprogrammen etc.

Labyrinth der Ungewissheiten: Warum EUR/CHF weiter purzelt

Der Euro-Franken-Kurs taumelt zwischen 1,12 und 1,13. Aktuell ist kein Silberstreif am Horizont erkennbar, der ein Ende der Schwächephase der Gemeinschaftswährung einläuten könnte. Und so stehen die Chancen gut, dass der EUR/CHF-Kurs das 14-Monatstief vom 9. September 2018 bei 1,1170 unterbietet. Der Schweizer Franken fühlt sich im Labyrinth der Ungewissheiten pudelwohl.