Schweizer-Franken.eu - Eurokurs Prognosen 2016/17
+++ Eurokurs aktuell bei 1,0890 Franken +++
Aktien Hui, Gold Pfui, EUR/CHF weder noch...>

EUR/CHF-Analyse: Und jährlich grüßt das Murmeltier

Es ist wieder so wie vor genau einem Jahr: Gold wird billiger, Aktien teurer und der EUR/CHF tritt auf der Stelle. "In der Eurozone ist an gewissen Orten die Entwicklung besser als erwartet", sagt Thomas Moser, Vizedirektor der Schweizer Notenbank der SRF-Rundfunkanstalt. Er macht keinen Hehl daraus, dass er lieber heute als morgen ein Ende der Lockerungen und eine höhere globale Zinsstruktur sehen würde.

Der Goldpreis liegt aktuell mit 1.324 US-Dollar je Feinunze 51 Dollar unter seinem 2-Jahreshoch vom Juli 2016. An den Aktienmärkten geht es hingegen wieder nach oben. Anleger erwarten für Dezember 2016 eine zweite Leitzinserhöhung in den USA. Im Herbst 2015 zeichnete sich eine erste Zinsanhebung ab, weshalb die aktuelle Lage der vor einem Jahr ähnelt.


"Es sieht so aus, als wäre kein Bedarf mehr da, die Geldpolitik weiter zu lockern", sagt Moser. Eine von den USA eingeleitete Normalisierung der globalen Geldpolitik führt zu einer Normalisierung des Euro-Franken-Kurses, hofft man in der Schweiz. Denn der Schweizer Franken ist gemäß einer in dieser Woche abgegebenen Erklärung des Internationalen Währungsfonds (IWF) immer noch "moderat überbewertet".

Ein fairer Euro-Wechselkurs, jener der die Kaufkraft in beiden Währungsräumen angemessen spiegeln würde, läge nach Einschätzung der UBS und Danske Bank bei 1,27-1,29 Franken. Dass der Euro diese luftigen Höhen wieder erreichen kann, daran glaubt aber im Grunde genommen niemand. Der IWF legt mit seiner Einschätzung nahe, dass er einen Eurokurs von 1,15 Franken als richtig und wichtig erachtet.

Momentan ist 1 Euro aber lediglich 1,09 Franken wert. Damit liegt er genau in der Mitte zwischen seinem Post-Mindestkurs-Hoch vom Februar bei 1,12 Franken und seinem Brexit-Tief vom Juni bei 1,06 Franken. Zwischen Oktober und Dezember des letzten Jahres pendelte der Wechselkurs zwischen 1,0750 und 1,0950.

Die Nüsse, die der Euro knacken muss, werden härter

Dem Euro-Franken-Kurs ist es schnurzpiepegal, ob Hillary Clinton oder Donald Trump ins Weiße Haus einzieht. Wichtiger ist, ob bei Dr. Draghis Operation am Kreditkanal alles glatt läuft. Hier muss der Euro nun aber eine empfindliche Niederlage einstecken. Dann gibt es da noch einen weiteren Anti-Silberstreif am Horizont: Das Wutbürgertum breitet von Großbritannien nach Italien aus. 1 Euro ist aktuell 1,09 Franken wert. Zu Monatsbeginn waren es schon einmal 1,10 Franken.

Clinton gewinnt das erste Fernsehduell, allerdings nicht mit einem so großen Vorsprung, wie es die deutschsprachige Medienlandschaft darstellt. Denn bei der Umfrage nach dem Duell haben überproportional viele Demokraten angerufen, die für Clinton als Sieger stimmten. Der als sichere Hafen wahrgenommene Schweizer Franken schwächt sich nicht ab, weil Trumps Weg ins Weiße Haus steiniger wird. Wer die US-Wahlen am Devisenmarkt spielen will und auf Clinton setzt, dürfte mit dem mexikanischen Peso gut bedient sein.

Die Kreditvergabe in der Eurozone konnte entgegen den Erwartungen im August nicht an Dynamik gewinnen. Sie stagnierte mit 1,8% auf dem Wert des Vormonats. Am Geldmarkt hatte Analysten mit einem Plus von 1,9% gerechnet. Die Kreditvergabe ist angesichts denen inzwischen voll wirkenden letzten EZB-Lockerungen und der Tatsache, dass Banken ihre Hürden für Kreditnehmer laut den EZB Bank Lending Surveys (BLS) immer weiter senken, eine Enttäuschung.

Schlendrian

Mario Draghi finanziere auf Kosten nordeuropäischer Sparer mediterranen Schlendrian, sagen seine Kritiker. Ganz von der Hand zu weisen lässt sich der Vorwurf nicht. Spanien ist offenbar so entzückt darüber seine Schuldscheine zu Niedrigzinsen bei der EZB abladen zu können, dass man keine Notwendigkeit mehr sieht, das Land zu regieren. Italien beschäftigt eine wegweisende Verfassungsänderung, die von der Politik interessanterweise eingeleitet wurde, als die Zinsen auf italienische Staatsanleihen noch hoch waren.

Aktuelle Umfragen aus Bella Italia zeigen, dass das Referendum am 4. Dezember 2016 nicht wie von Ministerpräsident Renzi gedacht, ein Selbstläufer wird. Die Nein-Sager liegen nur 2% hinten. Da werden Erinnerungen an den Brexit wach. Italien könnte also wieder zurück in eine Rezession fallen. Volkswirte veranschlagen für nächstes Jahr ohnehin nur 0,9% Wachstum, vorausgesetzt das Referendum wird angenommen und Gesetze können künftig schneller auf den Weg gebracht werden.

Die vom Euro-Franken-Kurs zu knackenden Nüsse werden immer härter. Nein, es ist ganz gewiss kein Zufall, dass die Dezembersitzung der EZB nur vier Tage nach dem Verfassungsreferendum in Italien stattfindet. Auf der Habenseite hat der Euro, dass er während den letzten zwei großen Börsenbeben im Januar/Februar 2016 und August/September 2015 jedesmal gegenüber dem Schweizer Franken stärker wurde. Die Alimentierung Südeuropas durch das Außerkraftsetzen marktwirtschaftlicher Prozesse ist hingegen eine Bürde, die von Tag zu Tag schwerer wiegt.

Liveticker: Kann sich der EUR/CHF-Kurs behaupten?

17:56 Uhr
Der Euro kann sich trotz schwachen Aktienbörsen bei 1,09 Franken behaupten. Das zeigt einmal mehr: Sinkt die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten, sinkt der EUR/CHF-Kurs nicht automatisch mit, so wie es noch vor einigen Jahren üblich war.



17:31 Uhr
Morgan Stanley rechnet mit einem kräftigen Anstieg des Euros, allerdings gegen den US-Dollar und nicht gegen den Schweizer Franken. Die Bank prognostiziert den EUR/USD-Kurs auf 1,17 (aktuell: 1,1270).

Banken aus der Eurozone würden ihre Kreditbücher in Übersee ausdünnen, weil sie das Geld zu Hause bräuchten, um Bilanzlöcher zu stopfen. Dieses in die Eurozone fließende Geld dürfte den Euro stärken, sagt Morgan Stanley. Ferner tue sich die EZB zunehmend schwer ihre Währung abzuschwächen.

Zum Thema:
Neuer Trend: Währungs-Switch von Franken-Kredit in Dollar-Kredit
Switchen von CHF-Kredit in USD-Kredit gangbare Alternative



16:44 Uhr
EZB-Chef Draghi lässt sich nicht in die Karten schauen. Beobachter sehen den Italiener schon wieder dabei, wie er sich einen Case baut, um die Geldpolitik weiter zu lockern. Draghi sagt im EU-Parlament, die anderen Akteure (gemeint ist die Politik) müssten das Wirtschaftswachstum in der Eurozone ankurbeln.

Es ist weithin bekannt, dass mit Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble keine Ausgabenprogramme zu machen sind. Ferner sind wegen dem anstehenden Verfassungsreferendum in Italien und den baldigen Präsidentschaftswahlen in Frankreich Strukturreformen in diesen beiden Ländern extrem unwahrscheinlich.

Ergebnis: Draghi hat einen Case, um das Wertpapierkaufprogramm zu verlängern, die Zinskurve zu manipulieren (so wie es seit kurzem die Japaner tun) und Aktien zu kaufen.



15:34 Uhr
Der Euro fällt nach einem kurzen Anstieg auf 1,0910 Franken unter 1,09 zurück. Die europäischen Aktienmärkte weiten ihre Verluste im Lichte des Absturzes der Papiere der Deutschen Bank auf knapp 2% aus. An der Wall Street heißt es: Der Wahlkampf lasse Anleger aus Aktien fliehen. Das alles lässt sich so einordnen: Kurse machen Nachrichten - und nicht umgekehrt.



14:21 Uhr
Jetzt wird es eng für die Deutsche Bundesbank, die neue Freundin von EZB-Chef Mario Draghi. Sie hat erst letzte Woche behauptet, die Geldpolitik der EZB mache eben nicht die Reichen reicher und die Armen ärmer.

US-Wirtschaftsnobelpreisträger Edward Prescott informiert nun im Gespräch mit der "Welt am Sonntag": Nur die Gruppe der Vermögenden profitiere von der Billiggeld-Schwemme. Zuvor hatte bereits Allianz-Chefökonom Michael Heise der Bundesbank widersprochen.

Erste Stimmen in Deutschland sagen, dass Notenbankchef Jens Weidmann die Bundesbank nach links rücke, so wie es Angela Merkel, seine frühere Chefin, mit der CDU getan habe.



13:35 Uhr
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) gibt bekannt sich eine weitere Senkung des Einlagenzinses vorstellen zu können (Reuters-Meldung). Der Satz liegt bereits bei -0,75%, was die Schweiz zum Weltrekordhalter in der Disziplin Negativzins macht. Obschon der Drohung eines größeren Zinsnachteils schwächt sich der Franken nicht ab. Der Euro steht mit 1,0890 Franken weiter auf wackligen Beinen.



12:23 Uhr
Die Schweizerinnen und Schweizer wollen mit ihrem Euro-Mindestkurs, der aktuell bei 1,08 Franken liegen dürfte, nicht das Versuchskaninchen für Nobelpreisträger Paul Krugman sein, heißt es auf "Inside Paradeplatz".


Denkt man die geforderten Maßnahmen der "US-Starökonomen" wie Krugman, Stiglitz und Rogoff (EZB soll auch den 100er und 200er Schein abschaffen) zu Ende, läuft es immer darauf hinaus, dass die US-Wirtschaft gewinnt. Sie sind insofern gar nicht so weit von der Bush-Politik entfernt, die mit der gewaltsamen Einführung von westlicher Demokratie und US-Kapitalismus versuchte, die Welt zu dominieren.

Ein Beispiel: Krugman kritisiert im NZZ-Interview China, weil es 2010 seine Währung abschwächte. Die Schweiz lobt er für die Mindestkurs-Manipulation hingegen in höchsten Tönen. Die reichen Schweizer dürfen also mit einer weichen Währung ihr Wirtschaftswachstum und ihre Pro-Kopf-Einkommen über die Exportschiene steigern. China gesteht Krugman selbiges Vorgehen nicht zu.

In Griechenland habe er den Mann und die Frau auf der Straße bereits nicht verstanden, räumt Krugman in dem Interview ein...



10:41 Uhr
Es sieht es nach einem Tag aus, an dem das Motto gilt: Verkauf alles, nichts sieht hier gut aus:
  • Dax und Euro Stoxx 50 verlieren angetrieben von schwachen Banken 1,4%.
  • Gold gibt 10 Dollar auf 1.333 US-Dollar/Feinunze nach.
  • Silber kann sich nicht bei 20 Dollar halten und fällt auf 19,40 Dollar zurück.
  • Der Ölpreis sinkt auf auf 46,25 Dollar - nach 48,70 Dollar am Freitag.


10:02 Uhr
Das Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland steigt überraschend auf den höchsten Stand seit Mai 2014. "Die deutsche Wirtschaft erwartet einen goldenen Herbst", sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest. Dem Euro bleibt ein Mehrjahreshoch hingegen verwehrt. Er muss sogar leichte Verluste einstecken: Aktueller Kurs: 1 Euro = 1,0885 Franken.




09:56 Uhr
Angela Merkel lässt die Deutsche Bank abblitzen. Die Bundesregierung wolle dem Geldhaus nicht als Vermittler beim Streit mit dem US-Justizministerium über eine im Raum stehende Strafzahlung von 14 Milliarden US-Dollar zur Seite stehen, berichtet das Magazin "Focus". Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte zuvor angedeutet, dass ein Engagement Merkels hilfreich sein könnte. Die Aktie der Deutschen Bank fällt auf ein Rekordtief bei 10,66 Euro.

10 nigelnagelneue Schweizer Franken Prognosen

1 Euro hat momentan einen Gegenwert von 1,09 Franken. Prognosen von 10 Banken zufolge wird sich der Euro auf diesem Niveau befestigen. Devisenexperten rechnen bis September 2017 mit einem durchschnittlichen EUR/CHF-Wechselkurs von 1,0915.


1) Euro steigt auf 1,15 Franken (Danske Bank)
Fundamentaldaten wie Wirtschaftswachstum und Beschäftigung sollten 2017 einen höheren EUR/CHF-Kurs rechtfertigen. Der faire Euro-Wechselkurs, jener der die Kaufkraft in beiden Währungsräumen angemessen spiegelt, liegt nach Einschätzung der Danske Bank bei 1,28-1,29 Franken.

2) Euro steigt auf 1,12 Franken (Raiffeisen Research)
"Der EUR/CHF-Kurs dürfte in den nächsten Monaten unspektakulär in einem Band um die 1,08 Franken je EUR pendeln und erst im nächsten Jahr nachhaltig über die Marke von 1,10 Franken je EUR steigen."

3) Euro steigt bei 1,11 Franken (Deka Bank)
Der Aufwertungsdruck auf den als sicheren Hafen wahrgenommenen Schweizer Franken müsste bis Ende 2017 langsam nachlassen. Voraussetzung für einen schwächeren Franken sei die wirtschaftliche Erholung in Euroland und weniger Unsicherheit mit Blick auf den Brexit.

4) Euro steigt auf 1,10 Franken (Deutsche Postbank)
Der Euro bewege sich gegenüber dem Schweizer Franken in einer engen Spanne. "Unsere Prognose von 1,10 CHF auf Sicht von zwölf Monaten hat daher Bestand". Für den Euro-Dollar-Kurs (EUR/USD) prognostiziert man hingegen einen Rückfall auf 1,05.

5) Euro steigt auf 1,10 Franken (Schaffhauser Kantonalbank)
"Beim EUR/CHF-Wechselkurs gehen wir zunächst von einer Seitwärtsbewegung um 1,08 aus, auf Jahressicht liegt eine leichte Abwertung des Schweizer Frankens drin." Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe zuletzt wieder deutlich weniger interveniert.

6) Euro steigt auf 1,10 Franken (Landesbank Hessen-Thüringen)
Die politische Situation in der EU habe wenig Einfluss auf den Euro-Franken-Kurs. Der Schweizer Zinsnachteil sei unverändert vorhanden. Darüber hinaus deuteten Interventionen der SNB darauf hin, dass sie die eigene Währung schwächen wolle.

7) Euro steigt auf 1,0950 Franken (St.Galler Kantonalbank)
Eine expansive EZB sowie politische Risiken sollten gegen eine Erstarkung des Euros sprechen. Überdies könnten Themen wie die Sanierung des italienischen Bankensystems die Stimmung für den Euro kurzfristig eintrüben.

8) Euro sinkt auf 1,08 Franken (HSBC)
Die Industrieproduktion in der Eurozone fiel zuletzt scharf. Dies sei ein Indiz dafür, dass die Wirtschaftserholung nicht erneut Fahrt aufnehme und somit das robuste Expansionstempo in Euroland von Jahresanfang nicht wieder erreicht werden könne.

9) Euro sinkt auf 1,06 Franken (Bayerische Landesbank)
Der Schweizerischen Nationalbank werde es immer scherer fallen, den Aufwärtsdruck auf den Franken angesichts einer zunehmenden Einpreisung politischer Risiken und einer Schwächung des Euro durch die Europäische Zentralbank (EZB) ganz abzuwenden.

10) Euro sinkt auf 1,00 Franken (Commerzbank)
Fortwährende Interventionen der SNB bedeuteten, dass die gegenwärtigen EUR/CHF-Wechselkurse keine gleichgewichtigen Marktkurse seien. Irgendwann komme die SNB wieder in eine Situation wie vor der Aufhebung des Mindestkurses. Die Commerzbank rechnet bis Mitte 2017 durchgängig mit Eurokursen von 1,09 Franken und danach mit einem Absturz auf 1,00 (Franken-Schock Reloaded).
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