Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Sichere Häfen sind (noch) nicht gefragt

Der Euro verliert die Tuchfühlung mit der Marke von 1,17 Franken, und so fällt die Devisennotierung von 1,1715 auf 1,1602 zurück. Anleger trennen sich bisher nur halbherzig vom Schweizer Franken. Anders sieht es bei den Sicheren Häfen Gold und Japanischer Yen aus, die im Lichte kräftig steigender Aktienmärkte unter die Räder kommen.

Papiergeld ist King: Gold durchläuft derzeit trotz munter steigender Schulden, Papiergelddruckprogrammen und aufgeblähten Bilanzsummen der Notenbanken eine beispiellose Verlustserie. Der Goldpreis sank in den letzten drei Monaten von 1.365 US-Dollar auf 1.222 Dollar (-10,47%). Das gelbe Edelmetall ist aktuell so günstig wie letztes Mal vor einem Jahr.

Würde es den Schweizer Franken ähnlich hart treffen wie Gold, stünde der Euro-Franken-Kurs schon über 1,20. Devisenauguren wie UBS und Danske Bank rechnen damit, dass der Euro über 1,20 Franken steigen wird. Das ist natürlich keine Garantie, dass es auch so kommen wird. Genauso gut ist vorstellbar, dass Gold zurück über 1.300 Dollar klettert und der Euro-Franken-Kurs auf 1,10 fällt.

Weiterlesen: Euro auf 1,22 Franken, sagt UBS

Auch Danske Bank sieht Euro auf 1,22 Franken kraxeln

Die Eurozone wird im laufenden Jahr ein schwächeres Wachstum haben, als ursprünglich veranschlagt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkt seine Wachstumsprognose von 2,4% auf 2,2%. Das ist zwar eine schlecht Nachricht für die Bemühungen des Euros erneut auf 1,20 Franken zu steigen, aber auch eine "alte" Nachricht, weil der Devisenmarkt die Konjunkturabkühlung längst eingepreist hat.

Euro auf 1,22 Franken, sagt UBS

Die größte Bank der Schweiz prognostiziert: Es wird nicht mehr lange dauern, dann knackt der Eurokurs von unten kommend die frühere Stützgrenze bei 1,20 Franken. Die Einschätzung zum Wechselkurs der UBS ist Musik in den Ohren von Österreichs Franken-Kreditnehmern. Sie birgt aber auch Risiken für ebenjene.

"Wir belassen unsere Prognosen für EURCHF bei 1,17 in drei, 1,20 in sechs und 1,22 in zwölf Monaten", heißt es in einer aktuellen Einschätzung der UBS. Voraussetzung für den Anstieg des Euros-Franken-Kurses auf den höchsten Stand seit einer halben Dekade seien verbesserte Konjunkturdaten, heißt es in dem Ausblick.

Es ist nicht ganz ungefährlich, was die UBS da macht. Sie ist immerhin der Schweizer Branchenprimus, weshalb ihr beim Franken oft eine besondere Kompetenzen unterstellt wird. Viele Franken-Kreditnehmer in Österreich könnten sich daher an dem EUR/CHF-Ausblick der UBS orientieren, zumal sich Banken wie Erste Group und Raiffeisen mit ihren Prognosen in den letzten Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben.

Daraus resultiert dann die Bereitschaft mit seinem Franken-Kredit etwas mehr zu spekulieren, als es geboten ist. Sollte der Euro erneut auf 1,20 Franken steigen, wird die Bereitschaft höher sein die Gunst der Stunde nicht zum Konvertieren in einen Euro-Kredit zu nutzen, weil die UBS ja einen Anstieg auf 1,22 prognostiziert.