Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Drei eurofreundliche Nachrichten

Der Euro macht verlorenes Terrain gut, und so steigt der EUR/CHF-Kurs von 1,1230 auf 1,1302. Aus der politischen Ecke kommen drei eurofreundliche Nachrichten: 1) Italien lenkt im Budgetstreit mit der EU ein. 2) Theresa May gewinnt eine Vertrauensabstimmung, womit die Gefahr eines harten Brexit schwindet. 3) Die Eurozone ist dabei mit Ausgabenprogrammen ihre schwächelnde Konjunktur anzuschieben.

1) Bella Italia bleibt Euroland erhalten
Italiens Neuverschuldung solle im nächsten Jahr 2% der Wirtschaftsleistung betragen, und nicht wie bisher geplant 2,4%, sagt Ministerpräsident Giuseppe Conte am Mittwoch nach einem Treffen mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Aus Brüssel kommen versöhnliche Töne. Man habe Fortschritte gemacht. Jene Expertenprognosen, wonach Italien den Streit mit Brüssel eskalieren lasse, um eine Parallelwährung einzuführen und aus dem Euro auszusteigen, sind damit verworfen.

Frisches EZB-Geld muss Risse in Währungsunion kitten

Der Ausblick für den Euro-Franken-Kurs trübt sich weiter ein. Frankreich schraubt die Schulden hoch und begräbt damit seinen ambitionierten Plan einer engere Verzahnung der Eurozone. Präsident Macron verteilt Geldgeschenke, um die Protestbewegung der Geldbwesten zu besänftigen. Dadurch klettert das Defizit über 3%. Für Deutschland ein No-Go. Berlin wird beim Risk Sharing in Form einer gemeinsamen Einlagensicherung oder einer europäischen Arbeitslosenversicherung noch stärker auf die Bremse steigen.

Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen

Der Euro purzelt mit 1,1235 Franken auf den tiefsten Stand seit drei Monaten, nachdem die britische Regierung ein Parlamentsabstimmung über die Brexit-Austrittsvereinbarung absagt. Die EU will nicht nachverhandeln und kündigt an, sich stattdessen auf einen ungeordneten Brexit nun auch offiziell vorzubereiten. Das ist eine Hiobsbotschaft für die ohnehin schon angeschlagene Eurozonen-Wirtschaft.

"Mit Ausnahme einer kleinen Sommer-Zwischenerholung geht es bereits das ganze Jahr bergab", berichtet das Beratungsunternehmen Sentix. "Die Dynamik des aktuellen Abschwungs gleicht dabei in vielerlei Hinsicht derjenigen von 2007. Auch scheinen die Banken, speziell in Europa in einer ähnlich prekären Lage zu sein", kommentierte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner.

In einer existenzbedrohenden Lage ist die langfristige Aufwärtsbewegung des Euro-Franken-Kurses. Die Trendlinie ist gerissen. Das gab es zuvor in der knapp vierjährigen Erholungsphase nicht. Das Kind ist damit in den Brunnen gefallen. Zwar ist bei 1,1170 eine Unterstützung. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis auch die reißt.

Es dreht sich im Grunde genommen nur noch um zwei Fragen: 1) Fällt der Euro bereits in dieser Woche unter 1,1170 Franken? 2) Oder kommt es zu einem Zurückpraller nach oben und die Unterstützung bricht erst im zweiten oder dritten Anlauf? Das aus charttechnischer Sicht wahrscheinlichste Szenario ist aktuell ein Rückgang auf 1,10 bis Ende Januar 2019.