Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Parität oder 1,20? Ein Pro und Contra

Anfang Februar kostet der Euro 1,1450 Franken. Danach pendelt er wochenlang zwischen 1,13 und 1,14 und erleidet dann schließlich einen Rückschlag. Er sinkt in der vorletzten Märzwoche von 1,1370 auf 1,1210. Braut sich ein Gewitter zusammen? Purzelt der Euro nun unter 1,10 Franken und dann weiter auf die Parität? Oder geht es schon bald wieder nach oben?

EUR/CHF-Ausblick: Nächste Woche tiefer

Der Euro-Franken-Kurs bricht aus einer monatelangen Seitwärtsbewegung aus. Er trägt damit Rezessionsängsten und dem zunehmenden Bedarf an Sicheren Häfen Rechnung. Die Devisennotierung wird aller Voraussicht nach als nächstes unter 1,12 fallen, als eine Bärenmarkt-Rallye an den Aktienmärkten die Risikobereitschaft verringert.

In Deutschland, Frankreich und Italien läuft die Konjunktur im Vergleich zu den letzten Jahren wirklich schlecht. Ohne dieses Trio kann der Euro einpacken. Und das tut er auch. Der Ausbruch aus der Dreiecks-Formation kommt dabei früher als erwartet. Er ist recht deutlich und signalisiert, dass es mit dem jüngsten Tief des EUR/CHF-Kurses bei 1,1210 nicht getan ist.

Ein Test der Unterstützungszone bei 1,1170-1,1180 dürfte so gut sicher sein. Dabei kann sich der Euro glücklich schätzen, wenn er an dieser Stelle nach oben zurückprallt. Die letzte Wochenkerze, die den Zeitraum 18.02. bis 22.02. im Devisendiagramm abbildet, ist rabenschwarz. Das zeigt: Es ist plötzlich jede Menge Abwärtsdynamik da.

Euro kurz davor unter die Räder zu kommen

Der Euro wird von einer desaströsen Industriekonjunktur in Deutschland kalt erwischt, und so sinkt der EUR/CHF-Wechselkurs auf 1,1210. Das ist der tiefste Stand seit zweieinhalb Monaten. Gegenwind kommt auch aus Frankreich und vom Devisenoptionsmarkt. Darüber hinaus sprechen die jüngsten Brexit-Entwicklungen für die zunehmende Beliebtheit des Schweizer Franken.

Aktuelle Einkaufsmanager-Daten für die deutsche Industrie fallen so schwach aus wie das letzte Mal vor sechseinhalb Jahren. Im Produzierenden Gewerbe fand zum ersten Mal seit drei Jahren ein Stellenabbau statt. Bei den Dienstleistern läuft es zwar noch recht gut. "Die Frage ist nur, wie lange er sich dem Abwärtssog der Industrie entziehen kann", kommentiert der Ökonom Phil Smith von IHS Markit.

In Frankreich ist die Wirtschaft ebenfalls auf Schrumpfkurs. Der Rest der Eurozone hat nicht genügend Hebel, um die Kohlen aus dem Feuer zu holen. In den Niederlanden, Österreich und den verbleibenden Euroländern erhöhte sich das Wachstum im Dienstleistungssektor zwar auf ein 8-Monatshoch. Die Ausbringungen des Industriesektors stagnierten jedoch.