Schweizer-Franken.eu - Eurokurs Prognosen 2017/18

Wie hart trifft der Merkel-Malo den EUR/CHF-Kurs?

Der Euro kann an seinen Aufwärtsmarsch der letzten Wochen nicht fortsetzen, und so fällt der EUR/CHF-Kurs bis auf 1,1617. Eine Cross-Analyse zeigt: Sichere Häfen sind durchaus gefragt, gleichzeitig ist die Gier von Aktienanlegern ungebrochen. Das ergibt keinen Sinn. Entweder liegen die einen oder die anderen richtig. Die einzige gesicherte Erkenntnis: Es gibt einen Merkel-Malo.

Morgan Stanley gibt EUR/CHF-Kursziel von 1,22 aus

Morgan Stanley spricht ungeachtet der Berliner Regierungskrise eine Kaufempfehlung für den Euro aus. Die Devisenexperten der Investmentbank rechnen mit einem Anstieg des EUR/CHF-Kurses auf 1,22. Es gibt allerdings einen Haken. Sollte der Euro auf 1,1520 Franken sinken, löst sich die Kaufempfehlung in Luft aus.

Das 1,22er-Kursziel ist ambitioniert. Die wohlwollendste Chartprognose sieht den Euro maximal bei 1,20 Franken. Hinzu kommt: Morgan Stanley haut des öfteren Wechselkursprognosen regelrecht raus. Die Bank sagte im August 2017 voraus, dass der Euro-Pfund-Kurs bis Anfang 2018 auf 1 zu 1 steigen würde. Aktuell ist 1 Euro aber nur 0,89 Pfund wert.

1,20 ist das Ziel: Warum die Euro-Rally weitergeht

Der Euro steigt auf 1,1722 Franken, seinen höchsten Stand seit knapp drei Jahren. Im Anschluss kommt es zu einem plötzlichen Rücksetzer auf 1,1650 Franken. Ist das der Anfang einer längeren Abwärtsbewegung? Oder hat der EUR/CHF-Kurs nur Luft geholt, um die Rallye auf 1,20 fortzusetzen?

Die Entwicklung des EUR/CHF-Kurses seit der Mindestkurs-Aufhebung Anfang 2015 gliedert sich in drei Phasen:
  1. Der EUR/CHF-Kurs kletterte von 0,98 Anfang 2015 auf 1,12 im Februar 2016. Der Anstieg ist eine Reaktion auf den übertriebenen Abverkauf am Schwarzen Donnerstag, als die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs aufhob. Er wird gespeist von der neuen Rolle der EZB als Geldverleiher letztes Instanz, die Staatspleiten schwacher Euroländer verunmöglicht. Hinzu kommt die Rettung Griechenlands nach dem Prinzip Koste es, was es wolle. Dadurch sinkt die Gefahr eines Scheitern des Euros.

  2. Die zweite Phase erstreckt sich von Februar 2016 bis ins Frühjahr 2017. Der Euro sinkt von 1,12 auf 1,07 Franken. Flüchtlingskrise, Brexit und Trump-Wahl sind für den Schweizer Franken eine vorzügliche Gelegenheit, die Muskeln spielen zu lassen. Die wirtschaftliche Erholung der Eurozone steckt noch in den Kinderschuhen. Die EZB geht mit ihren Anleihenkäufen auf 80 Milliarden Euro hoch und steigt in den Ankauf von Unternehmensanleihen an. Letzteres ist ein Game Changer. Die Eurozone kupfert von China ab, denn auch dort ist es gute Sitte, dass der Staat Unternehmen Kredite gibt, um die Konjunktur anzukurbeln.

  3. Mit europafreundlichen Wahlergebnisse in den Niederlanden und Frankreich beginnt die dritte Phase. Der EUR/CHF-Kurs steigt von 1,07 im April 2017 auf 1,17 im November 2017. Die Weltwirtschaft zeigt Animal Spirits. Daraufhin schaltet die Eurozone gleich mehrere Gänge hoch. Es werden neue Geldtöpfe für Griechenland und Co. in Aussicht gestellt. Weil es genügend Wachstum gibt, ist eine gewisse Überheblichkeit auszumachen, die sich unter anderem in arrogant geführten Brexit-Verhandlungen ausdrückt.


Der EUR/CHF-Kurs hat sein Aufwärtspotenzial noch nicht ausgereizt. Das Kursmuster der letzen Jahre, erst ein steiler Anstieg, dann eine längere Pause, gefolgt von einem steilen Anstieg, ist Markttechnikern bekannt. In den beiden Anstiegsphasen fallen die prozentualen Gewinne in etwa gleich groß aus. Genau darin liegt die Chance für den Euro 1,20 Franken zu erreichen:
  • Bis der EUR/CHF-Kurs in die Pausephase (den Seitwärtskanal) eingetreten ist, kletterte er um 8%.
  • Seit dem Austritt aus dem Seitwärtskanal legte er allerdings nur 5,4%. Um die 8% vollzumachen, ist ein Anstieg auf knapp 1,20 vonnöten. Dann werden die Karten neu gemischt.