Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Der Schweizer Franken vereint das Beste beider Welten

An der Wall Street vergleichen sie die Coronavirus-Pandemie mit der Tschernobyl-Katastrophe. Der Schweizer Franken als der Sichere Hafen schlechthin hat da leichtes Spiel. Der EUR/CHF-Kurs kurz davor zum ersten Mal seit dem Mindestkurs-Aus vor fünf Jahren in den Bereich 1,05-1,06 abzurutschen. Der Euro kommt auch gegen den US-Dollar unter die Räder. Die Eurozonen-Wirtschaft verwelkt.

Schweiz freundet sich mit Parität zum Euro an

Der EUR/CHF-Kurs orientiert sich nach einen vielversprechenden Wochenstart wieder Richtung Süden. Mit 1,0620 sitzt er aktuell genau auf einer wichtigen Unterstützung. In der Schweiz winkt man ab. Hier glaubt niemand an eine merkliche Erholung des Euros.

Die Frankenstärke sei vor allem eine Euroschwäche, meint die Wirtschaftsredaktion der Neuen Zürcher Zeitung und prognostiziert: "Bleiben die Inflationsdifferenzen zwischen der Schweiz und dem Euro-Raum ähnlich wie bisher [...], so dürfte der Euro-Franken-Gleichgewichtskurs in etwa einem halben Jahrzehnt die Parität erreichen."

So taxiert die NZZ den langfristigen Gleichgewichtskurs für den EUR/CHF-Kurs aktuell auf nur 1,08. Die UBS sagt hingegen: Der auf der Kaufkraftparität beruhende Kurs liege momentan bei 1,19 und sinke in den kommenden drei Jahren auf 1,15.

Weiterlesen: Darf man jetzt von der Kaufkraftparität träumen?

"Wir belassen unsere Prognose für EURCHF bei 1,07 zum Ende des ersten Quartals 2020, rechnen für das weitere Jahr jedoch mit einer Rückkehr auf 1,10", sagt das Devisen-Research der UBS. "Unsere längerfristige Prognose von 1,10 stützt sich auf die Annahme, dass sich das Wachstum in Europa stabilisiert."

Linienchart EUR/CHF-Kursentwicklung 2017-2020 mit Prognosen 2021-2025

EUR/CHF setzt Erholung fort und erreicht Wochenhoch

"Derzeit wetten immer mehr Hedge Fonds darauf, dass der Schweizer Franken gegenüber dem Euro weiter aufwerten wird", sagt die IG Bank. Demzufolge gönnen Spekulanten dem Euro aktuell eine Atempause. Er steigt mit 1,0650 Franken auf den höchsten Stand seit einer Woche.

Die Erholung des Euros ist nicht in trockenen Tüchern. Es ist noch ein steiniger Weg nach oben. Das negative Chartbild würde erst bei einem Anstieg über den Widerstand bei 1,0810 weichen. Alles was darunter stattfindet, ist mit Vorsicht zu genießen.

Auf der anderen Seite gibt es zwei Hoffnungsschimmer:
  1. Der Euro hat sich in den letzten Handelstagen über 1,0620 Franken befestigt. An dieser Unterstützung er hatte bereits im Februar 2017 Halt gefunden. Es folgte seinerzeit eine Aufwärtsbewegung auf 1,2005 bis April 2018.
  2. Der Relative-Stärke-Index zeigt: So schlecht ist es um den Euro gar nicht bestellt. So war der Euro Ende Januar stärker überverkauft (RSI-Wert: 18) als in der letzten Woche. Am 13. Februar sank der Euro mit 1,0605 Franken auf den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren (RSI-Wert: 23).

Kerzenchart EUR/CHF-Entwicklung und RSI-Indikator signalisiert Euro-Anstieg auf 1,08 Franken