Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Euro scheitert wegen fehlender Diversifikation

Er habe die EU bei Thema Flüchtlinge wachgeküsst, sagt Horst Seehofer, früherer Ministerpräsident Bayerns und seit 2018 Innenminister im Merkel-Kabinett. Da fragt man sich: Wer die Eurozone beim Thema Neuausrichtung des Wirtschaftsmodells wachküsst? Niemand. Es ist bereits zu spät. Der Zug ist ohne die stolzen Europäer abgefahren.

EUR/CHF-Ausblick: Mit 1,13 bis Ende Juni muss man rechnen

Die Abwärtsbewegung des Euro-Franken-Kurses nimmt Fahrt auf, und so sinkt die Devisennotierung zwischenzeitlich bis auf 1,1480. Der Ausblick für die Eurozone trübt sich ein. US-Wirtschaftsminister Ross spricht von Schmerzen, die man Amerikas Handelspartnern zufügen möchte. Ferner wird Italiens Fleck auf dem Risiko-Radarschirm der Anleger wieder größer.

"Der Franken ist weiterhin hoch bewertet", heißt es in der neuen geldpolitischen Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Vor drei Monaten, als EUR/CHF bei 1,17 schrieb die Notenbank: "Der Franken ist nach wie vor hoch bewertet". Inzwischen hat sich allerdings so einiges getan. Die Eurozone steckt inmitten einer konjunkturellen Abkühlung.

Man erwarte keinen scharfen Konjunktureinbruch, zumal die ultralockere Geldpolitik das Wachstum unterstütze, sagt Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), gegenüber CNBC. Gleichwohl werde der IWF die Konjunkturprognosen für die Eurozone etwas senken, kündigt die Französin an.

Ziel sei es, ein Umfeld zu schaffen, in dem es für die anderen Länder schmerzhafter sei, an Handelshürden festzuhalten, als sie abzubauen, erklärt Ross gegenüber selbiger TV-Anstalt. Der US-Handelsminister fiel bei seinem Chef letztes Jahr in Ungnade, weil er im Stahlstreit mit China einen Kompromissvorschlag vorlegte, den Trump allerdings partout ablehnte.

Für negatives Euro-Sentiment sorgt ferner, dass der italienischen Universitätsprofessor Alberto Bagnai zum Vorsitzenden des Finanzausschusses im Parlament bestellt wird. Bagnai hatte 2012 einen Artikel mit dem Titel: "Der Sonnenuntergang des Euros" veröffentlicht, berichtet Reuters. Der Zins auf zehnjährige Staatsanleihen des Landes steigt daraufhin recht steil von 2,55% auf 2,76%.

Nächster Paukenschlag für Franken-Kreditnehmer

Österreichs verbleibende Franken-Kreditnehmer schauen auf die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit einem lachenden und weinenden Auge. Die SNB ist zwar an einem schwächeren Franken interessiert, sie bekommt ihn aber nicht. Der Euro-Franken-Kurs notiert aktuell bei 1,15 und liegt damit 4,2% tiefer gegenüber Ende April, als er 1,20 erreichte.