Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Rolle rückwärts hat das Zeug zum Game Changer

Hat der Euro sein Pulver verschossen? Zum Wochenauftakt klettert er mit 1,1502 Franken auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Monaten. Die Käufer haben die Oberhand, es sieht so aus, als könnten sie die Devisennotierung auf 1,17 pushen. Doch dann kommt plötzlich ein Rückschlag. In einer schnellen Bewegung purzelt der Euro-Franken-Kurs auf 1,1410.

Nicht nur wegen dem deutlichen Zurückpraller, bei dem die wichtige Marke bei 1,1450 wieder unterschritten wird, hat sich der EUR/CHF-Ausblick, "Es geht weiter nach oben", erübrigt. Auch der Devisenoptionsmarkt senkt den Daumen. Das einmonatige Risk Reversal, eine wichtige Kennzahl, die den EUR/CHF-Kursverlauf oft vorwegnimmt, fällt und beendet damit ebenfalls eine mehrmonatigen Anstiegsphase.

Schweizer Franken auf Paritäts-Kurs

Der Schweizer Franken schwächt sich auf die Parität ab: 1 Franken ist 1 US-Dollar wert. Gegenüber dem Euro ist ein paritätischer Kurs, wie es ihn zuletzt bei der Aufhebung der Stützgrenze Anfang 2015 gab, kein Thema. Auch der Euro-Dollar-Kurs ist von einem Austauschverhältnis 1 zu 1 weit entfernt. Genau darin liegt die Chance, die der Euro-Franken-Kurs beim Schopfe packen muss.

Was derzeit gilt:
Der US-Dollar ist stark, weil die US-Wirtschaft von denen Anfang 2018 beschlossenen massiven Steuersenkungen und Ausgabenprogrammen profitiert. Infolge steigen Inflation und Zinsen. Höhere US-Zinsen ziehen die Zinsen in der Eurozone stärker nach oben als die Schweizer Sätze. Damit ergibt sich Aufwärtspielraum für den Euro-Franken-Kurs.

Als der Dollar Anfang Mai knapp 1,01 Franken kostet, ist der Euro-Franken-Kurs bei 1,19-1,20. Anschließend geht es für beide Devisennotierungen bergab. Italiens neue Regierung geht auf Konfrontationskurs mit Brüssel/Euro-Nordstaaten. Der Euro verliert deutlich gegenüber US-Dollar und Schweizer Franken. Darüber hinaus kühlt sich die Konjunktur in der Eurozone ab.

Führende Experten erwarten Euro bei 1,16-1,20 Franken

"Kurzfristig könnte der Druck auf EUR/CHF noch etwas anhalten. Mittelfristig sollte der solide Konjunkturausblick im Euroraum die Gemeinschaftswährung wieder stärken", sagt die Graubündner Kantonalbank.

"Der Schweizer Franken bleibt überwertet. (...) Die Abwertung dürfte aber schleppend und volatil verlaufen, da die Schweiz mit ihrer politischen Neutralität und soliden Wirtschaft immer wieder als sicherer Hafen gefragt sein wird", so die Deka Bank. Sie sieht den Euro in einem Jahr bei 1,20 Franken.