Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Schadet das EZB-Trommelfeuer dem Euro?

Die EZB bereitet die Finanzmärkte gerade auf ein umfangreiches Lockerungspaket vor. Ziel: Die Wirtschaft vor dem Absaufen retten. Chefvolkswirt Peter Praet bezeichnete die Konjunkturabkühlung im Euroraum als "breiter und hartnäckiger als gedacht". Die Risiken hätten "zuletzt deutlich zugenommen", sagt der Belgier der Börsen-Zeitung.

Wie lange hält sich der Euro noch bei 1,12-1,5 Franken?

Seit einem halben Jahr steckt der Euro in einer Spanne zwischen 1,12 und 1,15 Franken. Bisher gibt es keine Anzeichen, dass sich diese Zeit relativer Ruhe bald dem Ende neigt. Der Devisenmarkt ist allerdings bekannt für Kursausschläge aus heiterem Himmel. Die große Konstanz der Schweiz auf der einen und die wackelnde Eurozone auf der anderen Seite sprechen dafür, dass es auf 1,09-1,12 eine Etage tiefer geht.

Bisher scheiterten alle Versuche aus dem Kursband auszubrechen. Seit dem Sommer 2018 gab es fünf fehlgeschlagene Versuche ein neues Kursband zwischen 1,15-1,18 zu etablieren. Lediglich zweimal scheiterten jene, die einen stärkeren Franken sehen wollen, den Wechselkurs unter 1,12 zu drücken.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sei gut beraten mit Zinserhöhungen zu warten, sagt der Experte Michael Krautzberger vom Vermögensverwalter Blackrock im Gespräch mit cash.ch. "Wenn es zu einer Rezession kommt, dürfte das ja auch wieder Geld in den sicheren Hafen Franken fließen lassen. Das will die SNB ja nicht mit Zinserhöhungen zusätzlich anschieben."

Der Euro-Franken-Kurs richtet sich in erster Linie nach dem, was in der Eurozone passiert. Die Schweiz ist fast immer ruhig, solide und erfolgreich. Und selbst wenn die Konjunkturdaten aus der Eidgenossenschaft positiv oder negativ überraschen, hat das kaum Auswirkungen auf das Devisenpaar.

EUR/CHF-Ausblick: Unter 1,10

Mit einem weiteren Geldsegen aus der Notenpresse soll die schwache Konjunktur in der Eurozone flottgemacht werden. Konkret geht es um eine Neuauflage von Langfristkrediten für schwache Eurozonen-Banken. Für den Euro ist das eine schlechte Nachricht. Er wird aller Voraussicht seinen Ende 2007 begonnenen langfristigen Abwärtstrend gegenüber dem Schweizer Franken fortsetzen und unter 1,10 abrutschen.

Als Mario Draghi im Herbst 2011 EZB-Chef wird, ist 1 Euro 1,24 Franken und 1,36 US-Dollar wert. Im Vergleich zu damals ist der Euro aktuell bereits ausglutscht. Er bringt nurmehr 1,13 Franken und 1,13 Dollar auf die Waage. Hintergrund ist der rasante Anstieg der EZB-Notenbilanzssumme. Sie hat sich wegen immer neuen Langfristkreditprogrammen und dem Ankauf von Staatsanleihen von 2,3 Billionen Euro auf 4,7 Billionen Euro verdoppelt.