Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Festhalten an Franken-Kreditverträgen zahlt sich aus

Besser kann es für die gut 90.000 Privathaushalte in Österreich, die einen Franken-Kredit haben, nicht laufen. Die drei wichtigsten Einflussgrößen sind im grünen Bereich. Die Lage verbessert sich täglich.

1. Euro-Franken-Kurs mit steilem Anstieg
Hier hat sich am meisten getan, die Entlastung ist am größten. Allein in den letzten zwölf Monaten kletterte der Euro von 1,07 auf 1,18 Franken Seit dem Sommer 2015, als Griechenland beinahe aus dem Euro flog, ging es 14% hoch, seit dem Mindestkurs-Aus 18%. Franken-Kreditnehmer in Österreich können damit gelassen auf das jährliche Gespräch mit ihrer Bank blicken, das der Gesetzgeber jenen, deren Kredite in den nächsten sieben Jahren fällig werden, vorschreibt.

2. Immer mehr Zinsersparnis
Anders als der EUR/CHF-Kurs hat sich CHF 1-Monats-Libor und CHF 3-Monats-Libor, jene Schweizer Zinssätze, an die Österreichs Banken die Franken-Kredite in der Regel gebunden haben, nicht nach oben bewegt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) macht bisher keine Anstalten, den CHF 3-Monats-Libor (aktuell: -0,74%) anzuheben.

"Es gibt Spezialprobleme, die dazu führen, dass die SNB erst sehr spät zu einer normalen Geldpolitik zurückkehren wird", zitiert Reuters den Anlagexperte Alan Mudie von der französischen Großbank Société Générale. "Das könnte zumindest ein Jahrzehnt dauern. Das sind die Zeiträume, in denen wir denken müssen." Folglich werden die Schweizer Zinsen noch sehr lange deutlich unter den Euro-Zinsen bleiben, so dass es Österreichs Banken schwer haben Franken-Kreditnehmer in einen Euro-Kredit hineinzubegleiten.

EUR/CHF: Das ist ein dickes Ausrufezeichen

Dem Euro gelingt ein ausgezeichneter Konter, und so zeichnet sich ein Anstieg des EUR/CHF-Kurses auf 1,19-1,20 ab. Die Euro-Skeptiker bekommen den seit elf Monaten andauernden Aufwärtstrend nicht tot. In den USA tritt derweil eine Haushaltssperre (Shutdown) in Kraft. Das ist eine Steilvorlage für den Euro, und nicht etwa für den als Sicheren Hafen wahrgenommenen Schweizer Franken.

Zunächst sieht alles danach aus, als ob die Verkäufer das Sagen haben. Weil sie klar in der Oberhand sind, fällt der Euro vom Abend des 15.01.18 bis zum Morgen des 19.01.18 von 1,1832 auf 1,1710 (-1,03%). Dann kommt das Unerwartete: Plötzlich sind jede Menge Käufer im Markt und handeln den Wechselkurs in wenigen Stunden auf 1,1780 hoch.

Wer auf einen stärkeren Schweizer Franken wegen der US-Haushaltssperre setzt, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. Den letzten Shutdown gab es unter US-Präsident Obama vom 1. Oktober bis 17. Oktober 2013. Der Euro kletterte in den zweieinhalb Wochen, als tausende Beamte in den Zwangsurlaub geschickt wurden, von 1,2240 auf 1,2365 Franken.

Euro geht die Puste aus, Franken vor Comeback?

Undurchsichtigkeiten und Unwägbarkeiten gehen zu Lasten des Euros, und so sinkt der EUR/CHF-Kurs auf 1,1725. Noch ist aber nichts Gravierendes passiert. Der Aufwärtstrend bleibt intakt. Allerdings kann es ungemütlich werden, sollte in Deutschland wieder einmal die Regierungsbildung abgebrochen werden.

In Berlin ist man vier Monate nach der Bundestagswahl immer noch nicht sehr viel weiter. Die SPD stimmt am Sonntag darüber ab, ob man mit Angela Merkels CDU Koalitionsverhandlungen aufnehmen wird. Sollten die Genossen nein sagen, was gar nicht so unwahrscheinlich ist, dürfte der EUR/CHF-Kurs am Montagmorgen absacken.

Auch die USA sind ein politischer Risikofaktor. Demokraten und Republikaner schaffen es nicht sich auf einen Haushalt zu einigen. Der Shutdown wird eins ums andere Mal mit kurzfristigen Gesetzen hinausgeschoben. Dass es um die US-Finanzen nicht besonders gut bestellt ist, signalisiert der Dollar-Franken-Kurs (USD/CHF). Er sank in den letzten zweieinhalb Monaten von 1,0030 auf 0,9580 (-4,49%).

Es ist schwer nachvollziehbar, dass Investoren in die Schweiz gehen, wo sie einen Negativzins bezahlen müssen, anstatt Geld in die USA anzulegen, wo der Zins auf 10-jährige Staatsanleihen immerhin bei 2,6% ist. Aber genau das passiert ganz offenbar, sonst würde der Dollar-Franken-Kurs nicht sinken.