Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Italien-Krise kostet Österreichs Franken-Kreditnehmer 5000 €

Weil der Euro von 1,20 auf 1,15 Franken fällt, verschlechtert sich die Lage für Franken-Kreditnehmer. In den letzten zwei Wochen haben sie einen Schaden davongetragen, der immerhin ein Viertel so hoch wie bei der Aufhebung der Stützgrenze Anfang 2015 ausfällt. Die Restschuld eines Kredits im Gegenwert von 100.000 Euro, einst aufgenommen zu EUR/CHF 1,50, klettert von 125.000 Euro auf 130.435 Euro.

"daher raten wir den Kreditnehmern, ernsthaft zu überlegen, zum jetzigen Zeitpunkt den Schweizer-Franken-Kredit zur Gänze (oder wesentliche Teile davon) in Euro zu konvertieren", hatte die Erste Bank Mitte April kommuniziert. Der Euro-Wechselkurs war da noch zwischen 1,19 und 1,20 Franken.

Seinerzeit meldetet sich auch der Vorarlberger Bankensprecher Wilfried Hopfner zu Wort. Es sei ein günstiger Zeitpunkt einen Umstieg zu prüfen. "Das sollten Frankenkreditnehmer immer wieder tun: Sich die Frage stellen, fühle ich mich noch wohl damit, will ich vielleicht eine Teilabdeckung machen", sagte Hopfner dem ORF.

Schweizer Franken rückt gegen Euro weiter vor

Zwei Wochen Talfahrt haben das Bild beim Euro-Franken-Kauf auf den Kopf gestellt. Der Wechselkurs purzelt von 1,1980 auf 1,1520 (-3,84%). Dass es so plötzlich bergab gehen würde, damit haben auch Pessimisten, die Ende April vor einem übertriebenen Anstieg des Euros auf 1,20 Franken warnten, nicht gerechnet.

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"Was wir in den vergangenen Jahren tatsächlich festgestellt haben, ist, dass die Safe-Haven-Funktion besonders dann spielte, wenn es Probleme in Europa gab", sagte Fritz Zurbrügg, Vizedirektor der Schweizerischen Nationalbank (SNB), vor zwei Wochen als nicht wenige Devisen-Auguren noch mit Kursen von 1,25 liebäugelten.

EUR/CHF vor Richtungsentscheidung: 1,20 oder 1,13

Der Eurokurs steht vor einer wichtigen Weggabelung: Entweder er will es noch einmal wissen und klettert erneut auf 1,20 Franken. Voraussetzung: Die Wachstumsabschwächung in der Eurozone stellt sich als vorübergehend heraus. Oder aber es geht runter auf 1,13 Franken, weil die fetten Jahre vorbei sind.

Es ist weiter unklar, ob die Wachstumsabschwächung in der Eurozone vorübergehend oder dauerhaft ist. Der EZB-Rat ist wie eine Truppe von Panzerknackern, die nachts den Tresorraum ausräumt und morgens dann die Bank anruft und sagt: "Ihr habt da ein Problem."

Dass die Wirtschaftsabkühlung in der Eurozone auch etwas damit zu tun hat, dass man es in den letzten Jahren mit dem Hineinstopfen von Notenpressen-Euros in die Realwirtschaft hemmungslos übertrieben hat und sich die Party nun dem Ende neigt, will die EZB freilich nicht zugeben. Stattdessen erklärt sie in ihren Sitzungsprotokoll, die Gefahr des Protektionismus im Handel gefährde den Wachstumsausblick.

Es gibt jede Menge hausgemachter Probleme in der Eurozone, Italien ist nur die Spitze des Eisbergs. Das lässt sich aus dem Rückfall des Euros von 1,20 auf 1,16 Franken ableiten. Die fetten Aufschwung-Jahre sind vorbei, mit einer wirklichen Normalisierung der Geldpolitik wird es nichts, signalisiert der in den letzten vier Wochen von 1,24 auf 1,17 abgestürzte Euro-Dollar-Kurs.