Schweizer-Franken.eu - Eurokurs Prognosen 2017/18
+++ Euro sinkt auf 1,1420 Franken +++
Freiheit statt Sozialismus: Euro-Warnlampe blinkt...>

EUR/CHF-Ausblick: 1,15 nicht in Stein gemeißelt

Der EUR/CHF-Kurs ist im Rückwärtsgang: Vor vier Tagen war ein 1 Euro 1,1623 Franken wert. Aktuell sind es 1,1450 Franken. Weil in den nächsten Wochen wenige kursbeeinflussende Nachrichten auf der Tagesordnung stehen, geht es darum, der Wechselkursentwicklung auf andere Weise auf die Schliche zu kommen.

Sie sind das A und O: Bei Unterstützungen handelt es sich um Schlüsselniveaus, an denen der Wechselkurs eine Talfahrt beendet. An Widerständen wird eine Aufwärtsbewegung angehalten. So die Theorie. In der Praxis kommt es natürlich auch vor, dass Unterstützungen und Widerstände gebrochen werden.

Beim EUR/CHF-Kurs dreht sich aktuell alles um eine Unterstützung bei 1,1260 und einem Widerstand bei 1,1470. An beiden Niveaus ist die Devisennotierung in den letzten Monaten zurückgeprallt. Hinzu kommt: Die Zurückpraller waren begleitet von hohen Handelsumsätzen in Europa. Sie waren flummiartig, d. h. auf sie folgten kräftige Gegenbewegungen.


Einige Experten ziehen eine Unterstützung bei einem EUR/CHF-Kurs von 1,1360 ein, was nicht ganz ungefährlich ist. Dieses Niveau ist nur auf den ersten Blick eine tragfähige Unterstützung:
  1. Zwar ist der Kurs mehrmals bei 1,1360 bereits zurückgeprallt. Die darauf folgenden Gegenbewegungen fielen aber schwach und nicht flummiartig aus.
  2. Ein Zurückpraller bei 1,1360 ist zudem wenig aussagekräftig, da er im umsatzschwachen US-Handel stattfand.

1,1470 war eine Unterstützung, solange der EUR/CHF mit Höchstkursen über 1,16 Franken flirtete. Von oben kommend hat der Eurokurs 1,1470 Franken gestern im umsatzstarken europäischen Handel gebrochen und sank anschließend in einem Rutsch auf 1,1410. Das war ein ziemlich klares Statement des Devisenmarktes, dass es in den nächsten Wochen bis zur nächsten Unterstützung bei 1,1260 abwärts gehen könnte.

Merkel hat den Euro mitverhunzt

Mehr Europa kostet eine Stange Geld. Diese Erfahrung haben die Deutschen bereits in den Neunziger Jahren gemacht. Jetzt werden sie wieder zur Kasse gebeten, allerdings von einem politischen Personal, dem das Rückgrat fehlt, etwas Substanzielles zustande zu bringen. Sind Angela Merkel und Emmanuel Macron überfordert? Der EUR/CHF-Kurs muss auf der Hut sein, nicht nach unten durchgereicht zu werden.

EUR/CHF-Ausblick 2018: Womit führende Fachleute rechnen

Neue Runde, neues Glück: Die Banken prognostizieren den EUR/CHF-Kurs. Während das größte Geldjhaus Europas, die HSBC, mit einem Anstieg des Euros auf 1,20 Franken rechnet, tritt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) auf die Bremse: "Sobald die Investoren ihren Blick wieder stärker auf die Reformaktivitäten in der Eurozone richten, droht Ernüchterung." Die ZKB sagt: 1 Euro = 1,10 Franken.

3 Dinge, die den Euro sofort auf 1,20 Franken steigen lassen

Der Euro schwebt auf Wolke sieben, und so kostet er im Moment 1,16 Franken. Weil die Eurozone dabei ist ihr Wirtschaftswachstum auf 2,5% zu beschleunigen, könnte da noch mehr gehen. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit es zu einem Überschießen des EUR/CHF-Kurses auf 1,20 kommt.

"Der Franken ist aber weiterhin hoch bewertet, und die Situation am Devisenmarkt ist nach wie vor fragil", heißt es im Quartalsheft der Schweizerischen Nationalbank (SNB), das am 20. September 2017 bei einem EUR/CHF-Kurs von 1,1530 veröffentlicht wird. Demnach dürfte der Euro auch bei 1,16-1,19 Franken hoch bewertet sein. Erst bei 1,20 wäre aus SNB-Sicht wohl eine normale Bewertung erreicht.

Daraus folgt: Die SNB wird dem Abwertungsschicksal des Franken, wenn es sich denn fortsetzen sollte, nicht in die Speichen greifen. Sie wird es tunlichst unterlassen über Maßnahmen, die einer Abschwächung des Schweizer Frankens einen Riegel vorschieben würden (z. B. Ende des Negativzinses von -0,75%) zu spekulieren.

Man muss sogar mit Firekrackern der SNB rechnen: So könnte Notenbankchef Thomas Jordan in einem Zeitungsinterview oder bei einem Redeauftritt die vermeintliche Wachstumsschwäche der Schweiz mit dem inzwischen doch schon einigermaßen rasanten Konjunkturaufschwung der Eurozone kontrastieren.

Das Schweizer Wirtschaftsministerium hat gerade seine Wachstumsprognose von 1,4% auf 0,9% eingedampft. Die Eurozone ist hingegen dabei im laufenden Jahr ein Wachstum von 2,2%-2,5% zu erreichen. So zählte Wachstumsrate der Eurozone im September 2017 zu den höchsten in den zurückliegenden sechs Jahren, zeigen brandneue Einkaufsmanager-Daten von IHS Markit.


Voraussetzungen für ein Überschießen des Euros auf 1,20 Franken:
  1. Die Wachstumsschere zwischen der Eurozone und der Schweiz geht noch weiter auf, beispielsweise weil die Schweiz Probleme mit ihrem überhitzten Immobilienmarkt bekommt.
  2. Die EZB-Direktoren deuten in Zeitungsinterviews, Reden, Sitzungsprotokollen etc. an, dass sie Ende Oktober substanzielle Beschlüsse zum Rückbau der ultralockeren Geldpolitik fassen werden.
  3. Der Zinsunterschied zwischen dem Klassenprimus Deutschland und dem größten Sorgenkind der Eurozone, Italien, verkleinert sich. Aktuell beträgt die Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen Staatsanleihen aus Italien und Deutschland 1,66%. Bei einem Rückgang auf 1,50% bekäme der EUR/CHF-Kurs neuen Rückenwind.