Schweizer-Franken.eu - Prognosen EUR/CHF-Kurs

Stabile Seitenlage ohne Panikmache

Der Euro ist gegenüber dem Schweizer Franken seit Anfang Oktober 2018 bewegungsarm in einer stabilen Seitenlage. Mal etwas über und mal etwas unter 1,14 Franken: Mehr Schwankungen lässt das Devisenpaar nicht zu. "Das Chaos im englischen Unterhaus gestern Mittag (...) hatte erstaunlicher Weise keinen großen negativen Einfluss auf den EUR/CHF", kommentiert die Thurgauer Kantonalbank.

Ausblick: Euro fällt bis April 2019 unter 1,10 Franken

Der Nebel lichtet sich: Eine große Euro-Konvergenzrunde, bezahlt aus den finanziellen Beiträgen Deutschlands, wird es nicht geben. Eine EZB-Leitzinserhöhung im nächsten Jahr, die vor wenigen Wochen laut den Einschätzungen vieler Analysten noch so sicher wie das Amen in der Kirche schien, wird zunehmend unwahrscheinlich. Damit ist der Euro chancenlos gegenüber dem Schweizer Franken
  • Im April 2018 klettert der Euro auf 1,20 Franken. Es folgt ein Mini-Crash auf 1,14 Franken, ausgelöst von der Regierungsbildung in Italien und einem Hochschießen südeuropäischer Zinsen.
  • Die Lage beruhigt sich, der Euro erholt sich bis Juli auf 1,17 Franken.
  • Im September geht der Euro auf 1,1170 Franken runter. Die EZB beginnt mit ihrer Forward Guidance zu spielen und die Erwartungen auf einer erste Leitzinserhöhung auf Ende 2019 nach hinten zu verschieben.
  • Wieder kommt es zu einer Erholung. Der Euro schafft es aber nicht über 1,15 Franken.

Euro-Lachnummer: Merz komm raus du bist umzingelt

Aus Deutschland sind nach der Ära-Merkel keine Impulse für den Euro zu erwarten. Der für den CDU-Vorsitz kandidierende Politiker Friedrich Merz distanziert sich von mehr deutschen finanziellen Beiträgen für die Eurozone. Zuvor hatte er eine europäische Arbeitslosenversicherung und einen gemeinsamen Eurozonen-Haushalt in 🔗diesem Handelsblatt-Aufruf unterstützt.

Gesundheitsminister Jens Spahn, der ebenfalls CDU-Vorsitzender werden will, kritisiert Merz daraufhin als wankelmütig. Würden Eurozonen-Haushalt und europäische Arbeitslosenversicherung verwirklicht, sei es wahrscheinlich, dass der Euro "scharf nach oben ausbricht", hatte Morgan Stanley prognostiziert. Ein Ausblick, von dem die Devisenexperten der Bank nun Abstand nehmen müssen.

Ferner streicht Spahn im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND heraus:

"Wir brauchen keinen Euro-Finanzminister, keine europäische Arbeitslosenversicherung und schon gar nicht eine Vergemeinschaftung von Schulden."

Die merkelnahe Kandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärt: So wie sich in Frankreich immer alles um französische Interessen dreht, müsse auch Deutschland zunächst einmal seine eigenen Interessen im Blick haben. Hintergrund sinkender Zustimmungswerte für Präsident Macron sei nicht etwa, dass Kanzlerin Merkel ihn bei seinen Projekten zur Neuausrichtung der Eurozone wenig unterstütze, erläutert Kramp-Karrenbauer. Vielmehr kämen innenpolitische Gründe zum tragen. Zuvor hatte bereits US-Präsident Trump Macron wegen seinen schwachen Zustimmungswerten verspottet.