SNB widmet sich Immobilien-Krisenherd
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SNB widmet sich Immobilien-Krisenherd

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) kümmert sich in letzter Zeit immer stärker um den Hypothekar- und Immobilienmarkt. Obwohl der UBS Immobilienblasenindex im zweiten Quartal leicht zurückging, bleibt die Lage angespannt. SNB-Chef Thomas Jordan will die Banken offenbar noch stärker in die Verantwortung nehmen und sie dazu zwingen, einen zusätzlichen Kapitalpuffer aufzubauen.

Es geht darum die Schweizer Wirtschaft vor einem großen Preisrückgang zu schützen. Beim Platzen einer Immobilienblase zu Beginn der 1990er Jahre rutschte die Schweizer Volkswirtschaft in eine Rezession. Dies soll nun auf jeden Fall verhindert werden. Problematisch für die Nationalbank ist, dass das wirksamste Instrument zur Bekämpfung einer Immobilienblase, nämlich Zinserhöhungen, nicht in Frage kommt.

Wenn die SNB den 3-Monats-Libor (aktuell: 0,05 Prozent) anhöbe, hätte sie größere Schwierigkeiten den Mindestkurs durchzusetzen. Seit knapp einem Jahr verteidigt die Nationalbank die 1,20er Untergrenze des Euros gegenüber dem Schweizer Franken erfolgreich. Kontinentaleuropäische Devisenexperten sind mehrheitlich der Meinung, dass ihr dies auch in der Zukunft gelingen wird.

Aus dem angelsächsischen Raum kommen hingegen kritische Stimmen. Man vergleicht die Schweiz mit dem „Devisenmanipulateur China“. Die SNB sei das „neue China der Währungsinterventionen“, schreibt die Financial Times. Wenn die Schweizer Teuerung wieder steigt und die Deflationsgefahren abebben, werde der Mindestkurs brechen, prophezeit der Chef-Devisenstratege Hans-Günter Redeker von Morgan Stanley.

Die Eigenheimkredite haben sich in der Schweiz in den zurückliegenden zehn Jahren um etwa 300 Milliarden Franken erhöht. Im Jahr 2011 gab es einen Anstieg um 5,2 Prozent auf 798 Milliarden Franken. Der Gegenwert der ausgereichten Kredite beläuft sich mittlerweile auf 140 Prozent des Schweizer Bruttoinlandsproduktes, berichtet der Finanzdienst Bloomberg.

Marktexperten sprechen bereits von der Ausbildung so genannter „Hotspots“ in den Monopolregionen. Dabei werden Immobilien gekauft und nach kurzer Zeit mit einem Veräußerungsgewinn wieder verkauft. SNB-Vize Jean-Pierre Danthine kritisierte in diesem Zusammenhang die hohen Immobilienpreise in Zürich und Genf, weil sie sich durch Fundamentaldaten nicht rechtfertigen ließen.