Beim EUR/CHF-Kurs beginnt es zu knistern
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Beim EUR/CHF-Kurs beginnt es zu knistern

Der Euro startet in die QE-EZB-Woche mit Kursgewinnen gegenüber dem Schweizer Franken, und so nähert sich der Wechselkurs EUR/CHF 1,08. Bessere Konjunkturdaten aus dem Euroraum untermauern den Anstieg. Sollte Mario Draghi den wirtschaftlichen Aufschwung abnicken, könnte der Euro-Franken-Kurs auf 1,10 hoch schiessen.

Am Devisenmarkt klettert der Euro-Franken-Kurs von 1,0610 auf 1,0740 (+1,23 Prozent), nachdem die Inflation im Euroraum ihren Tiefpunkt hinter sich lässt. Die jährliche Inflationsrate stieg von -0,6 Prozent im Januar 2015 auf -0,3 Prozent im Februar 2015, meldet das europäische Statistikamt Eurostat. Ökonomen hatten einen Wert von -0,5 Prozent erwartet.

Das sich abzeichnende Ende der Abwärtsspirale bei den Verbraucherpreisen nimmt dem im Fachjargon mit QE bezeichneten Kaufprogramm von Staatsanleihen die Feuerkraft. Viele Marktteilnehmer rechneten bisher damit, dass Mario Draghis Bazooka wegen der tiefen Teuerung länger im Einsatz bleiben werde.

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Mit der nun anziehenden Inflation werden diese Erwartungen ausgepreist. Die Chancen stehen gut, dass die Europäische Zentralbank (EZB) nur bis September 2016 pro Monat für 60 Milliarden Euro Staatsanleihen kaufen wird. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass sie bereits im Frühjahr oder Sommer 2016 aufhören muss, sollte die Inflation spürbar anziehen.

Die Arbeitslosigkeit im Euroraum sank im Januar 2015 auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Zwar liegt die Arbeitslosenrate mit 11,2 Prozent immer noch doppelt so hoch wie in den USA. Allerdings scheint auch in diesem Bereich der Tiefpunkt überwunden zu sein. Wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs und des besseren Wetters sollten in den kommenden Monaten mehr neue Jobs geschaffen werden.

Mit Spannung warten Marktteilnehmer auf die Sitzung der EZB am kommenden Donnerstag, wenn Mario Draghi weitere Details zu den Käufen von Staatsanleihen bekannt geben wird. Darüber hinaus dürfte der Italiener den stärker als erwarteten Konjunkturaufschwung loben, was dem Euro-Franken-Kurs die Möglichkeit gäbe, auf 1,08 bis 1,10 hoch zu schiessen.

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