Euro-Reformen: Was läuft? Wo hakt's?
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Euro-Reformen: Was läuft? Wo hakt's?

Mit einem neuen Elysee-Vertrag wollen sich Deutschland und Frankreich enger aneinander binden und zum Vorbild für EU und Eurozone werden. Darin enthalten ist der obligatorische gemeinsame Investitionsfonds zur Förderung von Start-ups. Das Einzige, was neu daran ist: Diesmal lassen sich Bürokraten in Berlin und Paris, anstatt Bürokraten in Brüssel, Business Pläne vorlegen.

Für die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion wird lediglich das Einsetzen von Arbeitsgruppen verabredet, berichtet Reuters. Hier liegt bereits der Juncker-Plan vor. Der sieht vor neue Geldtöpfe für angeschlagene Euroländer in den EU-Haushalt einzustellen. Das erlaubt es Deutschland direkt dort neues Geld reinzugeben und die No-Bail-Out-Klausel endgültig ab absurdum zu führen.

Wegen des Brexit wird Berlin ohnehin mehr Geld in die EU-Vereinskasse geben müssen, und so lassen sich die beiden Dinge elegant vermengen. Das ARD/ZDF-Staatsfernsehen kann dann sagen, es handele sich um einen ganz normale Zahlung der EU-Mitgliedsbeiträge. Tatsächlich ist es ein weiterer Schritt in die so genannten Haftungsunion. Deutschland wird also für die Schulden anderer Euroländer einstehen.

Umfragebasierte Konjunkturdaten für die Eurozone übertreffen einmal mehr die Erwartungen. Sowohl der ZEW-Index als auch ein Konsumentbarometer der EU-Kommission legen nahe, dass die Wirtschaft der Eurozone aktuell mit einer auf Jahr hochgerechneten Wachstumsrate von 2-2,5% expandiert. Dies wird untermauert von einer Erhebung der EZB, wonach Geschäftsbanken im laufenden Quartal mit einer steigenden Kreditvergabe rechnen.


Den EUR/CHF-Kurs lässt das alles unbeeindruckt. Er tritt bei 1,1780 auf der Stelle. Aus charttechnischer Sicht ist ein Anstieg angezeigt, weil sich die Devisennotierung seit einem halben Jahr in einem Aufwärtstrend-Kanal befindet. Bei einem Rückfall unter 1,17 könnte es wegen der Verletzung des Trendkanals und einer horizontalen Unterstützung in einer schnellen Bewegung auf 1,16 zurückgehen.