EUR/CHF-Ausblick: Anstieg über 1,10 erst der Anfang
+++ Euro erholt sich von 1,1410 auf 1,1460 Franken +++
Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>
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EUR/CHF-Ausblick: Anstieg über 1,10 erst der Anfang

Der Euro ist reif für einen Anstieg deutlich über 1,10 Franken. Zuletzt notierte der EUR/CHF-Kurs bei 1,0976 - dem höchsten Stand seit dem 14. September 2016. Franken-Spekulanten werfen das Handtuch. Es ist noch ungeheuer viel Aufwärtspotenzial für den Euro vorhanden, bedenkt man, dass der Schweizer Franken derzeit nur von einer, demnächst aber von zwei Seiten in die Zange genommen wird.

Zum ersten Mal seit über einem Jahr ist das Verhältnis zwischen Marktteilnehmern, die mit einem Anstieg des EUR/CHF-Kurses rechnen und jenen, die einen Rückfall erwarten, beinahe ausgeglichen. Zwar bevorzugen Optionshändler unter dem Strich immer noch den Franken, wie das negative Risk Reversal von -0,35% zeigt.

Vor drei Wochen waren die Franken-Fans aber sehr viel stärker in der Überzahl. Damals lag das Risk Reversal bei -3,8%. Put-Optionen, mit denen man sich vor einem Rückfall des EUR/CHF-Kurses absichern kann, waren Ende April erheblich teuer als Call-Optionen. Das hat sich inzwischen geändert. Viele Marktteilnehmer wechselten aus dem Put-Lager in das Call-Lager.


Es gibt eine weitere interessante Beobachtung: Der Schweizer Franken wird derzeit von den Amerikanern - nicht etwa von den Europäern - in die Zange genommen. So steigt der US-Dollar gegen den Franken im Lichte der nächsten, anstehenden Leitzinserhöhung der US-Notenbank (Fed). Der EUR/CHF-Kurs wird also aktuell von dem kletternden USD/CHF-Kurs hochgepeitscht.

Beim Euro ist eine Änderung des Lageausblicks, den die EZB aller Voraussicht nach im Juni vornehmen wird, noch nicht eingepreist. Wäre das so, müsste der EUR/USD-Kurs steigen. Er fällt aber von 1,1020 auf 1,0870. Wegen des Wirtschaftsbooms in der Eurozone wird EZB-Chef Mario Draghi allerdings nicht mehr lange an seinem pessimistischen Wirtschaftsausblick festhalten können.

Auf der EZB-Sitzung im Juni muss der Italiener seinen Wirtschaftsausblick hochstufen, was der erste Schritt zu einer strafferen Geldpolitik wäre. Nun dürfte der Euro gegen den US-Dollar deutlich über 1,10 steigen. Der EUR/CHF-Kurs würde mit nach oben gezogen (so wie er aktuell vom USD/CHF-Kurs hochgepeitscht wird). Ein Anstieg des Euros über das Post-Mindestkurs-Hoch vom Februar 2016 bei 1,12 Franken wäre locker drin.