Das Apokalypse-Szenario
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Das Apokalypse-Szenario

Bahnt sich gerade ein Wirtschaftskrieg an? Plant Trump mit einer globalen Rezession die USA zurück zu alter Stärke zu führen? Wertet der Schweizer Franken weiter auf? Die ersten Hedgefonds-Manager, die Trumps wirtschaftsfreundlicher Agenda bisher positiv gegenüberstanden, winken ab. Irgendetwas braut sich da zusammen.

Trump hat den Amerikanern ein Wirtschaftswachstum von 4% versprochen. Das ist momentan schlicht unmöglich, weil der US-Konjunkturverlauf in einer sehr reifen Phase ist und es überhaupt nicht genügend Arbeitskräfte gibt. Anders sähe es aus, käme es zu einer Rezession. Von einen niedrigen Niveau ausgehend wäre ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 4% durchaus machbar.

"Wenn der Border Adjustment Mechanism (Grenzsteuer) so implementiert wird wie derzeit vorgeschlagen, glauben wir, dass es zu einer globalen Depression und einem starken Rückgang des Aktienmarktes kommt", zitiert Bloomberg aus einem Brief an die Investoren des Hedgefonds Carlson Capital. Auch Ray Dalio, Chef des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater Associates, geht auf Distanz zu Trump.

Sündenböcke

Um die US-Wirtschaft in eine Rezession zu schicken, um dann in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit mit einem Aufschwung voll durchstarten zu können, braucht Trump Sundenböcke. Geht etwas schief, schieben neu gewählte Politiker die Schuld oft ihren Vorgängern in die Schuhe. Weiter könnte Trump behaupten, dass Mexiko, China und Deutschland die USA ausgebeutet haben.

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim mutmaßt, dass Trump auf die Pauke haue, um nachher besser verhandeln zu können. Das wäre dann die griechische Taktik von Tsipras und Varoufakis, jedoch sind die Erfolgsaussichten der USA damit durchzukommen, deutlich größer.

Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass sich die USA an die Spielregeln der WTO halten. Will Trump ausländische Waren, die in den Ausbeuter-Staaten Mexiko, Deutschland und China hergestellt werden, mit einer Grenzsteuer belegen, dann kann er das tun. Bis die Klagen bei der WTO eingereicht und beschieden sind, vergehen Jahre.

Zieht Trump America First zu 100% durch, ginge an dem Schweizer Franken als sicheren Hafen wohl kein Weg vorbei. Handelt es sich tatsächlich um einen Wirtschaftskrieg, dürften die USA versuchen den Konjunkturaufschwung in Eurozone, der noch nicht so weit fortgeschritten ist wie in den USA, abzuwürgen. Dadurch wäre man in einer besseren Ausgangslage für den Wiederaufschwung.