EUR/CHF-Wochenausblick: Ein kurzer Anstieg ist drin
+++ Euro steigt auf 1,1405 Franken (19:43 Uhr)
Der Euro ist bei Spekulanten sehr begehrt...>
Home » » EUR/CHF-Wochenausblick: Ein kurzer Anstieg ist drin

EUR/CHF-Wochenausblick: Ein kurzer Anstieg ist drin

Wird aus dem Aufschwung ein Boom? Um diese Frage geht es am Montag, wenn die Finanzmarkt-Forscher von Sentix ihren Konjunkturindex für Januar 2017 vorlegen. Laut Sentix befindet sich bisher nur die deutsche- und schweizerische Wirtschaft in einer Hochkonjunktur. Sollte sich der Boom auf die Eurozone verbreitern, wäre das ein triftiger Grund für den EUR/CHF-Kurs einen Anstieg auf 1,08 zu wagen.

Die Story einer Verbreiterung des Aufschwungs bekommt am Dienstag neue Nahrung. Dann gibt es Zahlen zur Industrieproduktion in Frankreich. Analysten erwarten eine Zunahme der Ausbringungen der Unternehmen um 0,5%. Stimmungsindikatoren aus Europas zweitgrößter Volkswirtschaft deuten jedoch an, dass es deutlich mehr werden sollte.

Zur Wochenmitte gehen die eurofreundlichen Nachrichten aus. Der EUR/CHF-Kurs trägt dem Abwärtstrend Rechnung und fällt auf 1,0750. Am Donnerstag kommen schlechte Nachrichten von der EZB. Sie schreibt in ihrem Sitzungsprotokoll ein von den Ölpreisen herrührenden Inflationsanstieg zu ignorieren. Stattdessen will man Lohnwachstum sehen, um einen Rückbau der ultralockeren Geldpolitik zu erwägen.

Nachhaltiges Lohnwachstum in Frankreich und Südeuropa ist aber utopisch. Der Staat kann zwar die Löhne durch neue Schulden etwas hochkitzeln. Damit allerdings wirklich etwas passiert, braucht es Produktionszuwächse, als das Verarbeitende Gewerbe die Krisenländer mit dem Rest der Welt verbindet.

Es geht um die Frage: Sind die Mittelmeer-Anrainer wettbewerbsfähig genug, um sich Lohnanstiege tatsächlich leisten zu können? Die Antwort: Nicht einmal annähernd. So liegt die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Spanien immer noch um 25%, in Italien um mehr als 20% unter dem Niveau von vor dem Ausbruch der Weltfinanzkrise. Frankreichs Industrie hat noch 13% aufzuholen.

Es ist also überhaupt kein Spielraum für kräftige Lohnzuwächse, die die Inflation anschöben, vorhanden. Die EZB wird deswegen einen Teufel tun, die Anleihekäufe zu drosseln, geschweige denn die Zinsen anzuheben. Damit befindet sich der EUR/CHF-Kurs wieder in seinem alten Dilemma. Am Freitag ist er da, wo er zu Wochenbeginn war. 1 Euro ist 1,07 Franken wert.