EUR/CHF-Kurs 2017 bei 1,12 oder 1,00? Ein Pro und Contra
+++ Euro wackelt: Rückgang von 1,1393 auf 1,1330 CHF (14:48 Uhr)
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EUR/CHF-Kurs 2017 bei 1,12 oder 1,00? Ein Pro und Contra

Der Schweizer Franken hat in den vergangenen acht Monaten deutlich an Wert hinzugewonnen. Im Gegenzug sank der Euro von 1,11 auf 1,07 Franken (-3,60%). Das war erst der Anfang. Die Abwärtsbewegung werde sich auf die Parität fortsetzen, sagen die Devisenexperten von Deutschlands zweitgrößter Bank. Österreichs Branchenprimus hält mit einer bei 1,12 liegenden EUR/CHF-Prognose gegen.

Mit dem Dreizack haben die Bären die Euro-Käufer vertrieben. Schaut man genauer hin, was im Mai/Juni 2016 passierte, erkennt man die aus der Charttechnik bekannte Schulter-Kopf-Schulter Formation, also den Auftakt eines Abwärtstrend. Von ihm wird der EUR/CHF-Kurs bis heute heimgesucht. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht.




"Wenn die SNB erneut irgendwann die Interventionen einstellt und eine CHF-Aufwertung zulässt, wird sie das wieder (wie schon Anfang 2015) überraschend tun", sagt die Commerzbank. Weil sie mit der Nachhaltigkeit der Interventionsstratgie der Schweizerischen Nationalbank (SNB) so ihre liebe Not hat, rechnet die Commerzbank bis Ende 2017 mit einem Rückfall des Euros auf 1,00 Franken.

Fundamentale Faktoren legten ein Nachlassen des auf dem Schweizer Franken lastenden Aufwertungsdruck nahe, schreibt die Erste Group. Bis Ende 2017 prognostiziert sie einen Anstieg des Euros auf 1,12 Franken. Ob die Erste Group den richtigen Riecher hat, wird sich aber schon in den nächsten Monaten zeigen, für die sie 1,08-1,09 voraussagt. Bislang liegt der Euro mit 1,07 Franken darunter.

Prognosegüte

Weil die Schweiz ihren Währungsdoktrin 2017 treu bleiben sollte, ist ein Rückfall des Euros auf 1,00 Franken unwahrscheinlich. Die SNB dürfte den Franken maximal 2% stärker werden lassen, was einem EUR/CHF-Kurs Ende 2017 von 1,05 entspräche. Hinzu kommt: Vor zwei Monaten hatte die Commerzbank die Parität noch für September 2017 ins Auge gefasst. Das nach Hintenverlegen ist kein gutes Zeichen.

Wer A sagt, muss auch B sagen: Die Erste Group geizt mit harten Fakten. Man könnte ihre EUR/CHF-Prognose von 1,12 durchaus für plausibel halten, wenn sie sich trauen würde, eine Straffung der EZB-Geldpolitik vorherzusagen. Die Erste Group belässt es allerdings bei einem Ausblick, wonach die EZB ihre monatlichen Anleihekäufe nicht wieder um 20 Milliarden auf 80 Milliarden Euro erhöhen wird.