Countdown Clinton oder Trump - EUR/CHF-Reaktion
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Countdown Clinton oder Trump - EUR/CHF-Reaktion

Noch 1 Tag bis zur Wahl...

Der Trump-Effekt erreicht die Schweizerische Nationalbank (SNB). Sie kündigt wegen der einsetzenden Flucht in den Franken an, zu intervenieren (Siehe Reuters-Meldung). Das Motto der SNB: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Beim Brexit meldete sich die SNB erst zu Wort, als das Kind schon in den Brunnen gefallen war.


Der Euro steht aktuell mit 1,0755 Franken wenige Schritte vor dem Abgrund. Vor fünf Wochen war 1 Euro noch 1,0975 Franken wert. In dem zentralen Swing State Florida liegt Clinton gemäß dem Mittelwert aller Umfragen auf Realclearpolitics.com nur noch um 0,2% vorne. Vor zwei Wochen hatte die Demokratin noch einen Vorsprung von 4%. Es scheint sich also etwas zusammenzubrauen.

Die Wall Street erwartet einen Clinton-Wahlsieg. Der EUR/CHF-Kurs sagt: "Ich bin mir da nicht so sicher". War 1 Euro gleich zum Wochenauftakt noch 1,0830 Franken wert, weil das FBI die Ermittlungen gegen Clinton einstellte, sind es aktuell nur noch 1,0760 Franken.

Donald Trump hat in den letzten acht Tagen 26 Wahlkampfveranstaltungen gemacht, Hillary Clinton 19. Die Wahlkampfkasse der Demokratin ist mit 502 Millionen US-Dollar gefüllt, Trumps Budget liegt bei 258 Millionen Dollar. Clinton hat mit 253 Millionen Dollar zweieinhalb Mal so viel für TV-Werbespots ausgegeben wie Trump. (Quelle: ABC News)

Hillary Clinton geht in den Swing States das Momentum verloren. Inzwischen ist es sogar möglich, dass Trump Florida verliert und dennoch genug Wahlmänner auf sich vereint, um 45. US-Präsident zu werden. Das liegt daran, dass der Republikaner im Industriegürtel im Nordosten des Landes sowie in Nevada, Colorado und New Mexico deutlich aufgeholt hat. Der Euro fällt auf 1,0780 Franken zurück.

Die Europäer sprechen sich vehemmt gegen Trump aus. EU-Währungskommissar Mosovici sagt, dass es sehr schwierig werden würde, mit einem Präsidenten Trump zusammenzuarbeiten. Er sei ein Protektionist und Populist, erklärt Moscovici im Fernsehsender France Info.

"Er hat sich als völlig ungeeignet dafür gezeigt, das mächtigste und wichtigste politische Amt der Welt auszuüben", sagt Norbert Röttgen, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was unter einem Präsidenten Trump alles passieren könnte."

Das FBI hat das vor gut einer Woche aufgenommene Ermittlungsverfahren wegen den Clinton-Emails wieder eingestellt. Es gebe keine Hinweise auf eine strafbare Handlung der Demokratin, teilt die Behörde mit.

Der Euro steigt daraufhin im frühen Handel am Montag bis auf 1,0830 Franken nach 1,0764 Franken am Freitagabend. Gemäß den Buchmachern liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Wahlsieg Clintons bei 83%, für einen Erfolg von Trump bei 17%.

Auf den letzten Wahlkampfauftritten macht Trump den frischeren Eindruck. Er steigt aus seinem Flugzeug aus, wo ihn sein Anhänger bereits erwarten. Trump wird bis zum Wahltag doppelt so oft auftreten wie Clinton.

Eine Menschenfängerin, so wie ihr Ehemann, wird Hillary Clinton nicht mehr. Sie trägt ihre Rede emotionslos vor. Am Ende versagt ihr die Stimme. Es wirkt hölzern und geschäftsmäßig, weil sie ihren Redetext-Ordner zuklappt und danach erst die letzten Sätze spricht (...beinahe so langweilig wie im Deutschen Bundestag).



Noch 2 Tage bis zur Wahl...

Hier noch ein Dämpfer für die Clinton-Anhänger: In diesem Interview beschreibt die Frau von Syriens Machthaber Assad, wie sie der Westen einst zu sich locken wollte, um ein Regime-Change in Syrien herbeizuführen. Hinter dem Plan kann eigentlich nur die seinerzeit amtierende US-Außenministerin Hillary Clinton stecken.

"Wenn du nicht vor der Wahl verkaufst, dann solltest du es nach der Wahl tun. Die Regierung wird vollkommen gelähmt sein, unabhängig davon, wer gewinnt". Das sagt David Stockman, früherer Haushaltschef der Reagan-Regierung. Die Finanzmärkte könnten um 25% einbrechen, warnt Stockman auf dem Finanzkanal CNBC.

Ein handlungsunfähiger US-Kongress, die demnächst auslaufende Schuldenobergrenze, eine machtlose US-Notenbank (Fed) und der seit knapp drei Jahren auf der Stelle tretende US-Aktienmarkt seien die Puzzleteile einer Krise, erläutert Stockmann.

Im 3. Quartal 2016 sind die Steuereinnahmen der US-Finanzbehörde (Internal Revenue Service, IRS) um 4% gesunken. Die US-Lohnsteuer, die wie in Deutschland und Österreich monatlich vom Steuerzahler auf seine Einkommenssteuerlast im Voraus zu zahlen ist, habe sich von Mai bis September 2016 schlechter entwickelt als erwartet, stellt der Haushaltsexperte Stockman fest.

Besserung ist nicht in Sicht: Die wöchentlichen Arbeitsstunden traten im Oktober bei 34,4 Stunden auf der Stelle traten, teilte des US-Arbeitsministerium am Freitag mit. Darüber hinaus wurden im Berichtsmonat 161.000 Jobs geschaffen. Das waren 15.000 weniger als von Analysten erwartet.



Noch 3 Tage bis zur Wahl...

Hillary Clinton macht Wahlkampf wie Angela Merkel 2013. Es geht darum am Status Quo festzuhalten. Wer sich Wahlkampfauftritte der Demokratin anschaut, findet eine erstaunliche Inhaltsleere: Sie sagt nicht, ob sie das Problem mit den steigenden Krankenversicherungsbeiträgen angehen will und hat keine Angebote für die Wähler zu den Themen Steuern und Wirtschaftswachstum, die in jedem US-Wahlkampf ein Hauptrolle spielen.

Donald Trump hat mehr zu bieten: Er will die Unternehmenssteuern von 35% auf 15% senken, womit die US-Wähler die Schaffung von besser bezahlten Jobs verbinden. Das Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada (Nafta) will der Republikaner nachverhandeln. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Trump mehr Schulden machen will. Damit die Konjunktur-Dollars am meisten der US-Wirtschaft dienen, braucht es also etwas Protektionismus.

Bei Hillary Clinton stochert man im Dunkeln. Ihr Ehemann Bill hat nun etwas skizziert, wonach Existenzgründern nach Studienabschluss eine Stundung der Studienkredite eingeräumt werden soll. Sonst kommen nur schwammige Floskeln, wie "America is Great, Because America is Good", die von Hillary Clinton jedoch hölzern vorgetragen werden. Kein Vergleich zu dem Change-Slogan, mit dem Obama einst ins Weiße Haus einzog.

Merkel hatte 2009 mit einem inhaltslosen Floskel-Programm ("Ich will Deutschland dienen") die Wahl gewonnen. Anders als die Deutschen sind die Amerikaner jedoch neuen Dingen gegenüber viel aufgeschlossener und könnten Trump daher eine Chance geben.



"Ich glaube, dass unsere Wirtschaft davor ist durchzustarten und zu gedeihen", sagt Hillary Clinton auf einer Wahlkampfveranstaltung in Pittsburgh. Viele Experten an der Wall Street sehen die US-Konjunktur hingegen in ihrem letzten Expansionsdrittel. Sie sagen: Es sei sehr wahrscheinlich, dass es der nächste US-Präsident mit einer Rezession zutun bekommen werde.


Eine von den USA ausgehende weltweite Wirtschaftsabkühlung wäre, neben den Dauerproblemen in der Eurozone, ein triftiger Grund für eine Fluchtbewegung in den Schweizer Franken:
  • Die US-Wirtschaft durchlebte eine Rezession von Dezember 2007 bis Juni 2009. In dieser Zeit sank der Eurokurs von 1,6543 auf 1,5241 Franken (-7,87%).
  • Bei der US-Rezession von März 2001 bis November 2001 gab es einen Euro-Rückgang von 1,5362 auf 1,4750 Franken (-3,98%).


Noch 4 Tage bis zur Wahl...

Der Euro nähert sich am Freitagabend dem 4-Monatstief (Trump-Tief) vom Mittwoch bei 1,0753 Franken.


Gewänne Trump, müsse man mit einem Rückgang des US-Aktienmarktes um 5% rechnen, sagt die Citigroup. Aktuell liegt die Wall Street leicht im Plus. Der Euro erobert nach einem kurzen Rückfall auf 1,0770 Franken die Marke von 1,08 zurück. Der amerikanische Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter solide. Clinton liegt in den letzten Umfragen bei 47%, Trump bei 44%.

Der EUR/CHF-Kurs hat Muffensausen vor dem US-Arbeitsmarktbericht, der heute um 13:30 Uhr veröffentlicht wird. Nach einem kurzen Anstieg auf 1,0825 Franken fällt der Euro auf 1,0805 Franken zurück.

Sollten die Beschäftigungszahlen enttäuschen, wäre das Wasser auf die Mühlen von Donald Trump, der Anleger mobilisiert, in den Schweizer Franken zu gehen. Der Republikaner wird aber wahrscheinlich so oder so auf die aus seiner Sicht desaströse Lage auf dem Arbeitsmarkt heute in seinen Wahlkampfauftritten zu sprechen kommen.

Amerikas Email-Wahlkampf: Der frühere US-Präsident George W. Bush soll 22 Millionen Emails verloren haben. Wie Clinton soll auch Bush einen privaten Server genutzt haben. Und wie Clinton zeigte sich Bush seinerzeit wenig kooperativ einer Vorladung des US-Kongresses Folge zu leisten, um die Sache aufzuklären.

"Diese beiden Kandidaten zeigen die katastrophale Wirklichkeit, die sogar über das hinaus geht, was wir sagen", sagt das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, an die Adresse von Clinton und Trump. Es sei falsch zu glauben, dass die Probleme des Irans gelöst werden könnten, indem man Kompromisse mit den USA schlösse. Die US-Regierung lüge, täusche und halte sich nicht an ihre Verpflichtungen.



Noch 5 Tage bis zur Wahl...

Der Euro kann den zweiten Tag hintereinander ein kleines Plus gegen den Schweizer Franken einfahren. 1 Euro ist aktuell 1,0815 Franken wert. An der Wall Street wundert man sich, warum es bereits bergab geht. Statistische Auswertungen zeigen, dass der Aktienmarkt vor einer US-Präsidentschaftswahl typischerweise steigt und erst danach fällt.

"Wäre ich amerikanischer Staatsbürger, würde ich Hillary Clinton nicht einmal für Geld meine Stimme geben." Damit brachte es UKIP-Chef Nigel Farage, der den Brexit möglich machte, vor einigen Monaten bereits auf den Punkt.


Clinton hat erheblich mehr Geld in der Wahlkampfkasse als Trump. Ihr stehen deutlich mehr Wahlkampfhelfer und Parteibüros in den Swing States zur Verfügung. Derweil absolvieren US-Präsident Obama, seine Gattin Michelle, Vizepräsident Biden und Bernie Sanders Wahlkampfauftritte für Clinton, damit die Demokraten das Weiße Haus so lange besetzen können wie Angela Merkel das Kanzleramt.

In den alles entscheidenden Swing States Florida, Ohio und North Carolina (FON-Staaten) liegt Trump vor Clinton. In Florida führt der Republikaner mit 46% vor der Demokratin, die auf 45,3% kommt. In Ohio liegt Trump mit 3,3% vor Clinton, während in North Carolina beide mit 46,4% gleichauf sind (Quelle: Realclearpolitics).

Am Ende könnte es die Börse sein, die den Ausschlag gibt. US-Privathaushalte halten Aktien heimischer Unternehmen im Wert von 22 Billionen Dollar. Sie fürchteten sich wegen Trump vor Verlusten, hieß es gesten auf Bloomberg Radio. Der Republikaner hatte vor einem halben Jahr gesagt, dass sich der US-Aktienmarkt in einer Blase befinden würde.

Der S&P 500 ist in den letzen zwei Wochen von 2.154 Punkten auf 2.098 Punkten (-2,6%) gefallen. Dadurch sanken obige 22 Billionen Dollar um ca. 570 Milliarden auf 21,43 Billionen Dollar. Der Börsenschreck Trump mobilisierte Anleger zuletzt in den als sicheren Hafen wahrgenommen Schweizer Franken zu gehen. Die Fluchtwelle ebbt ab, nachdem eine neue Reuters/Ipsos-Umfrage Clinton um 6 Prozentpunkte vorne sieht.

Devisenhändler zahlen für 1 Euro aktuell 1,08 Franken. Das ist ein halber Rappen mehr als am Vortag. Gold und Silber fallen nach kräftigen Gewinnen in der ersten Wochenhälfte zurück. Dies führen Marktbeobachter zum einen auf sinkende Siegchancen Trumps zurück. Zum anderen hat die US-Notenbank (Fed) am Mittwoch signalisiert, den Leitzins im Dezember anheben zu wollen.



Noch 6 Tage bis zur Wahl...

Die US-Notenbank (Fed) hat wie erwartet wenige Tage vor der Wahl den Leitzins konstant gehalten. Der EUR/CHF-Kurs ist ebenfalls konstant bei 1,08, nachdem er zuvor auf ein 4-Monatstief bei 1,0753 Franken purzelte.

Präsident Obama hat sich bei einem Wahlkampfauftritt für seine frühere Außenministerin ins Zeug gelegt. Wenn Obama sagt, dass Hillary Clinton wahrscheinlich die best qualifizierte Person sei, die sich jemals um den Einzug ins Weiße Haus beworben habe, dann müsste er George W. Bush eigentlich gleich mit loben. Denn Clinton und Bush sind außenpolitisch auf der gleichen Linie.

"Wenn Hillary Florida gewinnt, wird sie die nächste Präsidentin der Vereinigten Staaten, sagt ihr Ehemann Bill Clinton. Die Wahlkampfkasse der Demokratin ist voll, Trump kann da nicht mithalten. Die Demokraten sind recht erfolgreich darin, ihre Anhänger zum Frühwählen zu mobilisieren

Bis zum Bekanntwerden der FBI-Ermittlungen wegen den Clinton Emails hatten bereits 20 Millionen Amerikaner ihre Stimme abgegeben. Inzwischen sind es 26 Millionen. Der Euro erholt sich von 1,0753 auf 1,0801 Franken, Tendenz weiter steigend.

Gute Nachrichten für den Schweizer Franken. Die Anzeichen für einen Wahlsieg von Trump verdichten sich, nachdem das FBI den Clintons erneut in die Suppe spuckt. Die in unsicheren Zeiten bei Anlegern gefragte Fluchtwährung wird immer stärker. Dies führt dazu, dass der Euro auf ein neues Tief bei 1,0753 Franken sinkt.

Bill Clinton begnadigte als Präsident einen Steuerflüchtigen US-Börsenmakler, der sich in die Schweiz abgesetzt hatte. Der Begnadigte war zuvor als großzügiger Spender der Demokraten aufgetreten. Bei der Begnadigung seien "offenbar die Standards und Verfahren für Amnestien nicht eingehalten worden", heißt in einen FBI-Bericht, den die Behörde sechs Tage vor der Wahl ins Internet stellt.

Es kommt noch dicker für Hillary Clinton: Eine prominente Politikanalystin des Nachrichtensenders CNN soll ihr vor einer TV-Debatte Fragen zugespielt haben. CNN beendet daraufhin umgehend das Arbeitsverhältnis. Zuvor war bereits der CNN-Journalist Anderson Cooper bei den Republikanern in Verruf geraten, weil er in der zweiten Fernsehdebatte nach Ansicht vieler Trump-Anhänger Clinton bevorzugt hatte.



Noch 7 Tage bis zur Wahl...

Obwohl Trump starkes Momentum hat, bleibt für ihn der Weg ins Weiße Haus wegen des Mehrheitswahlrechts sehr schwierig. Er muss die Swing States Florida, Ohio und North Carolina (FON-Staaten) allesamt gewinnen, um überhaupt eine Chance zu haben. Wenn Clinton auch nur in einem dieser Staaten siegt, dürfte es das für den Republikaner schon gewesen sein.

Die drei Swing-States liegen im Osten, sind näher an Europa, so dass sie bereits wenige Stunden nach Mitternacht am 9. November ausgezählt sein werden. Das rund um die Uhr gehandelte EUR/CHF-Devisenpaar müsste bei einem Erfolg der Demokratin Clinton in einem der Swing-States hochschießen.

Der Euro sinkt genau eine Woche vor der US-Wahl auf 1,0760 Franken. Das ist der tiefste Stand seit dem Brexit-Votum vor gut vier Monaten. Zuvor wurde bekannt, dass Donald Trump in einer Umfrage der "Washington Post" und "ABC News" an Hillary Clinton vorbeigezogen ist.