Schon wieder! EZB-Zauberlehrlinge müssen Euroland retten
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Schon wieder! EZB-Zauberlehrlinge müssen Euroland retten

Allmählich wird es ungemütlich: Europas Banken werden von Tag zu Tag schwächer. Im Fokus sind italienische Geldhäuser. In ihren Büchen stehen 360 Milliarden Euro an faulen Krediten. Das sei im Verhältnis mehr als dreimal so viel wie die US-Banken vor der Finanzkrise 2008 hatten, schreibt das "Wall Street Journal". Die Deutsche Bank macht sich nicht nur um sich selbst, sondern auch um den Euro Sorgen.

Es gibt eigentlich nur einen Weg, um die Lage zu stabilisieren. Mario Draghi muss frisches Zentralbankgeld drucken, es dann irgendwie den italienischen Banken zukommen zu lassen, ohne dabei die Euro-Verträge zu verletzen. Der Italiener sagte auf der letzen Notenbanksitzung, man sei bereit einzugreifen, falls es zu Turbulenzen an den Finanzmärkten kommen sollte.

Was kann die Europäische Zentralbanken machen?
  1. Sie kann den Kapitalschlüssel, nachdem sie Anleihen kauft, aufweichen. Dadurch würde mehr Zentralbankgeld nach Italien fließen, das nach den USA und Japan den drittgrößten Schuldenberg der Welt vor sich herschiebt.

  2. Auch wäre es denkbar, dass Italiens Banken ihre faulen Kredit mit ein paar guten Krediten (zur Wahrung des Anscheins) zusammenschnüren, um sie sich dann als gebündelte Anleihen von der EZB abkaufen zu lassen.

  3. Die EZB geht in Aktien: Der EZB-Generaldirektor für Finanzmarktoperationen, Ulrich Bindseil, sagte gestern auf einer Konferenz in Frankfurt auf die Frage nach möglichen Aktienankäufen: "Alle Asset-Klassen, die bisher nicht gekauft werden, sind theoretische Möglichkeiten, die bisher nicht attraktiv genug erschienen." (Quelle: Dow Jones)
JPMorgan erwähnte schon im April, dass der nächste logische Schritt der EZB der Ankauf von Aktien wäre. Die Währungshüter haben sich bereits vorgetastet. Denn sie kaufen seit kurzem Unternehmensanleihen. Dadurch sparen Blue-Chip-Unternehmen wie Siemens Zinskosten. Ihnen steht mehr Geld für Aktienrückkaufprogramme und höhere Dividenden zur Verfügung.

Gemäß einer neuen Wechselkursprognose der Deutschen Bank wird der Euro bis Ende 2016 auf 1,05 US-Dollar fallen. Aktuell notiert der Euro-Dollar-Kurs bei 1,1050. Sollte es so kommen, wäre das schlecht für den Euro-Franken-Kurs. Ihm würde ein Anstieg des Euros auf 1,20 Franken besser gefallen, nicht zuletzt deswegen, weil damit die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone zurückginge.