EUR/CHF-Ausblick: Zappenduster wegen Banken, Brexit
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EUR/CHF-Ausblick: Zappenduster wegen Banken, Brexit

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) versucht mit warmen Worten den Euro-Franken-Kurs in die Anstiegsspur zurückzusetzen. "Der Franken bleibt deutlich überbewertet", reklamieren die Währungshüter. Der Wechselkurs lässt sich davon nicht beeindrucken. Die Tendenz ist fallend. 1 Euro ist aktuell 1,0820 Franken wert. Vor zwei Wochen waren es noch 1,1105 Franken.

"Der Negativzins und die Bereitschaft der Nationalbank, am Devisenmarkt einzugreifen, dienen dazu, Frankenanlagen weniger attraktiv zu machen und so den Druck auf den Franken zu verringern", erläutert die SNB in ihrer neuen Lagebeurteilung. Im Vergleich zur Lagebeurteilung vom 17. März 2016 streicht die SNB ihre Bereitschaft, Euro-Stützungskäufe zu tätigen, stärker heraus. Das muss sie auch tun, denn in einer Woche ist Brexit-Votum.

Die Abstimmung der Briten sei von großer Tragweite, sagte am Mittwochabend US-Notenbankchefin Janet Yellen. Sie räumte ein, dass die US-Konjunktur schwächer verlief als erwartet. Darüber hinaus schießen Spekulationen ins Kraut, dass Yellen auf dem sogenannten Dot-Plot-Chart nun einen Punkt repräsentiert, der im laufenden Jahr lediglich eine Leitzinserhöhung erwartet.

Gefahrenquelle

Italiens Banken sind wegen ihren überdurchschnittlichen hohen Beständen an Staatsanleihen ein recht guter Krisenindikator. Die Aktienkurse von Unicredit und Intesa Sanpaolo haben alleine in den letzten drei Wochen zwischen 20-30% verloren. Das ist ein klares Indiz dafür, dass die Banken wegen ihren hohen Beständen an faulen Krediten über nicht genügend Eigenkapital verfügen.

Solange sich die Euroländer davor drücken, Banken mit frischem Kapital auszustatten und nach US-Vorbild vorübergehend teilzuverstaalichen, ist keine Besserung in Sicht. Wackel-Banken, ihre Anteilseigner sowie die von diesen bestellten Vorstände sind auch acht Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise eine Gefahrenquelle für die gesamte Eurozone.

Die Schweiz macht vor, wie es geht. Dort müssen sich UBS und Credit Suisse laut einer neuen Verfügung jeweils etwa 10 Milliarden Franken zusätzliches Kapital beschaffen. Von der bei der Europäischen Zentralbank (EZB) neu angesiedelten Bankenaufsicht wartet man auf solche klaren Ansagen vergeblich.