Beim Euro-Franken-Kurs ins fallende Messer greifen
+++ Eurokurs aktuell bei 1,0830 Franken +++
Eurozone kann verbleibende Zweifel nicht ausräumen...>
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Beim Euro-Franken-Kurs ins fallende Messer greifen

Was haben der Euro-Franken-Kurs und George Soros gemeinsam? Ein Faible für sinkende Kurse. Während der Euro mit 1,0910 Franken auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten fällt, setzt der Star-Investor auf sinkende Aktienkurse. Da passt es ins Bild, dass Mario Draghis EZB seit neuestem Unternehmensanleihen von Telecom Italia kauft, die mit Ramsch bewertet sind.

Der Euro kennt seit vier Handelstagen nur eine Richtung: Nach unten. Er sank von 1,1105 auf 1,0910 Franken (-1,74%). Bei 1,0820-1,0850 findet der Wechselkurs noch einmal eine breite Unterstützungszone. Dort ergäbe sich für die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Möglichkeit, dem Rückfall durch Euro-Stützungskäufe einen Riegel vorzuschieben.

George Soros is Back in Business, meldet der Finanzdienst Bloomberg. Der gebürtige Ungar habe zuletzt auffällig viel Zeit in seinem Büro in New York verbracht, um Finanzwetten zu platzieren. Berichten einer mit den Vorgängen vertrauten Person zufolge verkauft Soros US-Aktien und kauft Gold. Darüber hinaus hat er laut einer Börsenpflichtmitteilung Wetten auf einem Rückgang des S&P 500 Aktienindex mittels Put-Optionen platziert.

Ramschanleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) startet furios in den Ankauf von Unternehmensanleihen. Am ersten Tag des Programms hat die EZB so illustre Namen wie Telecom Italia gekauft, deren Anleihen vom Moody's und Standard & Poor's mit dem Ramschniveau bewertet werden. Als offizielle Begründung für den Ankauf von Unternehmensanleihen muss mal wieder die tiefe Inflation herhalten.

Um Mario Draghis Glaubwürdigkeit ist es wegen der von ihm verfolgten Herangehensweise Stolz statt Pragmatismus nicht gerade gut bestellt: In Online-Umfragen auf Börsenportalen liegt die Italiener weit abgeschlagen hinten. Sogar die ständig ihren Kurs wechselnde Fed-Chefin Janet Yellen wird als deutlich glaubwürdiger eingestuft als der Italiener.

Draghi sagt, er würde durch den Kauf von Staatsanleihen auf Ramschniveau (z. B. portugiesische) und Unternehmensanleihen die Glaubwürdigkeit der EZB erhöhen, weil die Notenbank dadurch ihrem 2%-Inflationsziel näher käme. Das ist in etwa so, wie wenn die früheren Commerzbank-Chefs erzählten, sie hätten einen guten Job gemacht, gleichwohl sie die Commerzbank-Aktie bei genauem Hinsehen in ein Pennystock verwandelten.