Wie geht es mit dem Euro-Franken-Kurs weiter? Das Fazit
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Wie geht es mit dem Euro-Franken-Kurs weiter? Das Fazit

Ein Rückfall auf 1,1040 ist vorübergehend: Der Eurokurs kratzt die Kurve und steigt auf 1,1080 Franken. Die gute Stimmung an den Aktienmärkten bestärkt den Euro an seiner seit Ende Februar währenden Aufwärtsbewegung festzuhalten. Hinzu kommt der seit sieben Monaten erstmalige Anstieg des Brent Ölpreises über 50 US-Dollar, der die Chancen auf weitere Lockerungen der Geldpolitik schmälert.

Dem steilen Anstieg der Aktienmärkte nach zu urteilen, zieht das Wirtschaftswachstum gerade an. Es sind die üblichen Verdächtigen, die im Euroraum Dampf machen. Neben Deutschland befindet sich die spanische Wirtschaft auf einem robusten Wachstumspfad von etwa 2%. Frankreich und Italiens in die Jahre gekommene Wirtschaftsmodelle geben nicht mehr als 1-1,4% her.

Inflationsausblick

Neben der Wachstumsstory in Euroland profitiert der Euro-Franken-Kurs von einem Anstieg des Ölpreises. Die EZB-Tauben werden es künftige schwerer haben, einen niedrigen Ölpreis als Vorwand für weiterer Lockerungen der Geldpolitik heranzuziehen. Der von den Energiepreisen ausgehende Deflationsdruck verflüchtigt sich. Öl könnte bereits im Juli 2016 teurer sein als im Juli 2015.

Bisher gingen Volkswirte davon aus, dass der Ölpreis erst im Herbst das Niveau des Vorjahres übertreffen wird und dadurch die Inflation beschleunigt. Der jüngste Anstieg der Energiepreise legt nun nahe, dass die Inflation bereits in den nächsten Monaten und damit deutlich früher als von Österreichs Notenbankchef Nowotny erwartet, "nicht unerheblich steigen" könnte.

Fazit:
Wegen der Risikobereitschaft an den Aktienmärkten und dem neuen Inflationsausblick hat der Euro gute Chance auf 1,11-1,12 Franken zu klettern, und sich dort zu befestigen. Die Aufwärtsbewegung, die den Euro zwischen dem 29. Februar und 20. Mai von 1,0810 Franken auf 1,1130 Franken (+2,96%) trug, ist gemäß der Charttechnik wieder tonangebend.

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