EUR/CHF: Neue Erkentnisse zur Kurs-Kuriosität 2016
+++ Euro steigt am Freitagabend auf 1,0790 Franken +++
Die Schweizer machen ihren Franken stark...>
Home » » EUR/CHF: Neue Erkentnisse zur Kurs-Kuriosität 2016

EUR/CHF: Neue Erkentnisse zur Kurs-Kuriosität 2016

Der EUR/CHF-Kurs ist unberechenbarer denn je. Es geht um folgende Kuriosität: Der Benchmark-Aktienindex für den Euroraum (Euro Stoxx 50) legte in den letzten Wochen zu. Gleichzeitig schwächte sich der Euro zum Schweizer Franken erheblich ab. Im Jahr 2016 sind steigende Aktienkurse und ein steigender EUR/CHF-Kurs zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen. Das ist ein Novum und eine fundamentale Änderung zu den Vorjahren.

In der zurückliegenden Handelswoche sank der Euro mit 1,0863 Franken auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen. Gleichzeitig kletterte der Euro Stoxx 50 auf ein 1-Monatshoch bei 2.929 Punkten. Devisenexperten stochern im Nebel. Die neue Realität, dass nämlich der von Anlegern als sichere Hafen wahrgenommene Franken bei einem Anstieg der Risikobereitschaft den Euro aussticht, will niemandem so recht in den Kopf.


"Hat sich der Reaktionsmechanismus der Leute gegenüber dem Franken geändert", fragt sich David Bloom von HSBC im Gespräch mit cash.ch. "Es scheint so", beantwortet der Chef für Devisenstrategie von Europas größter Bank seine eigene Frage. Bloom prognostiziert für das laufende Jahr einen Rückfall des EUR/CHF-Kurses auf 1,02.

Weiterlesen: EUR/CHF-Prognostiker: Affen mit Dartpfeilen sind die Besten

Wen das Bigger Picture interessiert, schaut wie das Kaninchen auf die Schlange auf den Wechselkurs der chinesischen Währung Yuan und die Renditen auf US-Staatsanleihen. Dort wird derzeit die Musik gemacht. Die Renditen auf zweijährige US-Staatsanleihen kletterten in den letzten zwei Wochen in freudiger Erwartung der nächsten Fed-Leitzinserhöhung von 0,65% auf 0,79%. Der Yuan blieb stabil.

Viele Marktteilnehmer stufen beide Entwicklungen, die für ein positives Grundrauschen an den Finanzmärkten sorgen, als nicht nachhaltig ein. Man rechnet mit einem erneuten Rückfall der US-Zinsen und des Yuan. Die Aktienmärkte würden in dem genannten Szenario in einen Bärenmarkt (zwei Monate andauernde Talfahrt mit Kursverlusten von 20%) landen.

Erst dann dürfte sich das Schicksal des EUR/CHF-Kurses entscheiden. Denn die großen Portfolioumschichtungen die nun stattfänden, gingen zu Lasten des Euros. Sein Vertrauensvorschuss wäre dahin - der Schweizer Franken wieder gefragt. Infolge dürfte der EUR/CHF-Kurs sinken. Die Devisennotierung wäre noch ein Stück weit unberechenbarer als sie es ohnehin schon ist.