Was auf den Euro-Franken-Kurs im September 2014 zukommt
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Exportüberschüsse Triebfeder des Euro-Anstiegs...>
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Was auf den Euro-Franken-Kurs im September 2014 zukommt

Der Schweizer Franken fügte dem Euro im August die stärksten Verluste seit acht Monaten zu. Geopolitische Konflikte führten zu einer Aufwertung der eidgenössischen Währung, welche auch von der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) gespeist wurde. Aktuell steht der Euro-Franken-Kurs bei 1,2060. 1 Franken ist 82,92 Euro-Cents wert.

Vor der vierteljährlichen Sitzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am 18. September dürfte man in Zürich die Entwicklung an der Devisenfront mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen. Notenbankpräsident Thomas Jordan versucht Dampf aus dem Kessel zu nehmen. Die Schweiz müsse mit weniger Wachstum rechnen, signalisierte der SNB-Chef am Samstag in einem Interview mit der "Neue Zürcher Zeitung".

Sollte sich die Wachstumskluft zwischen der Schweiz und dem Euroraum verkleinern, hätte der Euro eine Chance gegenüber dem Franken Boden gutzumachen. Ob das alleine reicht, den Rückgang zwischen dem 1. August und 31. August von EUR/CHF 1,2168 auf 1,2058 aufzuholen, ist fraglich. Vielleicht erwähnte Jordan deswegen noch einmal explizit, dass man weitere Maßnahmen ergreifen könne.

In Jordans Werkzeugkasten befinden sich negative Zinsen auf Bankeinlagen sowie eine Anhebung des Euro-Mindestkurses auf 1,25 Franken. Erstere Maßnahme fordert der Internationalen Währungsfonds (IWF) seit Monaten. Allerdings schreckt die SNB davor zurück, weil die Schweizer Banken bei der Vergabe von Krediten alles andere als knauserig sind und demzufolge nicht mit einem Strafzins belegt werden müssen.

Eine Anhebung des Mindestkurses auf 1,25 Franken ist ebenfalls unwahrscheinlich, weil die SNB sodann dauerhaft intervenieren müsste. Die angehäuften Währungsreserven in der Bilanz der Nationalbank würden das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz übersteigen und zu einem unkalkulierbaren Risiko (für den Steuerzahler) werden.

Von der Europäische Zentralbank (EZB) sind hingegen weitere Lockerungen zu erwarten. Mario Draghi will private Kreditverbriefungen (ABS-Papiere) ankaufen. Der EZB-Rat könnte ein solches Programm bereits auf der Sitzung am 4. September beschließen. Anschließend wäre für den Euro-Franken-Kurs Tür und Tor den Mindestkurs bei 1,2000 zu erreichen.

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