2 idealtypische Franken-Fremdwährungskredite im Praxistest
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Ade inoffizieller Euro-Mindestkurs bei 1,0750 Franken...>
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2 idealtypische Franken-Fremdwährungskredite im Praxistest

Die Lage der Franken-Kreditnehmer in Österreich hat sich zuletzt etwas verschlechtert. Ursache ist ein Abverkauf des Euros zugunsten des Schweizer Frankens. Der Wechselkurs notiert aktuell mit 1,2109 auf dem tiefsten Stand seit fünf Monaten. Dies hat Auswirkungen auf die Kreditschuld.

Die Schweiz wird sich auch künftig mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass der Eurokurs unter 1,20 Franken abtaucht. Franken-Schuldner müssen dennoch auf der Hut sein. Das gilt insbesondere für solche Kreditnehmer, die sich vor 2002 in der eidgenössischen Währung verschuldeten.

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Beispiel 1:
Ein Kreditnehmer hat sich im Jahr 2000 zum Gegenwert von 150.000 Euro in Schweizer Franken verschuldet. Damals stand der Euro-Franken-Kurs bei 1,60. Inzwischen hat der Euro kräftig abgewertet. Heute ist er nur noch 1,21 Franken wert. Die Kreditschuld steigt auf 198.347 Euro.

In der Zwischenzeit ersparte sich der Franken-Schuldner knapp 30.000 Euro an Zinsen im Vergleich zu einem Euro-Kredit. Er steht noch mit 18.347 Euro, und nicht mehr mit knapp 50.000 Euro, unter Wasser. Um den verbleibenden Verlust aufzuholen, müsste der Eurokurs auf 1,36 Franken steigen.

Beispiel 2:
Ein Kreditnehmer hat sich im Jahr 2002 zum Gegenwert von 150.000 Euro in Schweizer Franken verschuldet. Der Euro-Franken-Kurs betrug seinerzeit 1,47. Weil der Abstand des damaligen Wechselkurses zum heutigen Kurs niedriger ist, klettert die Kreditschuld auf 182.223 Euro.

Allerdings hatte der Franken-Schuldner zwei Jahre weniger Zeit um Zinsen zu sparen, so dass der gesparte Zinsertrag bei 25.000 Euro liegt. Um verlustfrei auszusteigen, müsste der Euro nun auf 1,27 Franken anziehen.

Ergebnis:
Ein Anstieg des Euros auf 1,27 Franken ist im Bereich des möglichen. So kletterte der Euro-Franken-Kurs im Mai 2013 bis auf 1,2650. Dass die Gemeinschaftswährung auf 1,47 klettert, ist kaum vorstellbar. Allerdings hatte sich auch niemand den Euro-Absturz von 1,68 auf 1,01  Franken zwischen Oktober 2007 und August 2011 ausmalen können.

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