Franken-Kredite: Verdienstgrenze rückt näher
+++ Euro mit Wochenschluss bei 1,1580 Franken +++
Hochstimmung: Der Euro nimmt Kurs auf 1,20 Franken...>
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Franken-Kredite: Verdienstgrenze rückt näher

Weil der Euro an Gewicht gewinnt, macht das Festhalten an Franken-Kreditverträgen mehr Sinn denn je. "Es ist Potenzial (für den EUR/CHF-Kurs) da, in den kommenden Quartalen auf 1,20 zu gehen", sagen die Experten von Morgan Stanley. Mit einem Fremdwährungskredit etwas zu verdienen, war nur beim Japanischen Yen möglich. Franken-Kredite sind bisher notorische Verlustbringer.

Für den EUR/CHF-Kurs ist das Ende der Fahnenstange bei 1,1537, die bisherige Höchstmarke der seit einem Monat laufenden Aufwärtsbewegung, nicht erreicht, sagt auch die Danske Bank. Sie sieht den Euro bis August 2018 auf 1,20 Franken steigen. EZB-Chef Mario Draghi habe mit seiner viel beachteten Sintra-Rede Spekulationen über eine Eindämmung der ultralockeren Geldpolitik ganz bewusst losgetreten.

Franken-Kredit:
  • Ein Kreditnehmer hat sich im August 2002 in Schweizer Franken verschuldet (Laufzeit: 20 Jahre).
  • Es wurde ein Kredit im Gegenwert von 150.000 Euro (217.500 Franken) aufgenommen.
  • Damals war 1 Euro = 1,45 Franken.

Als der EUR/CHF-Kurs im Februar 2017 auf 1,06 sank, erhöhte sich die Restschuld des Kredits auf 205.189 Euro. Seitdem hat sich die Lage kontinuierlich verbessert. Im Mai, nach der Macron-Wahl, stieg der Wechselkurs auf 1,10 (Restschuld: 197.727 Euro). Anfang August wurde 1,15 erreicht (Restschuld: 189.130 Euro).


Zinsvorteil:
  • Als Zinsaufschlag wurde eine Marge von 0,70% plus CHF 3-Monats-Libor vereinbart.
  • Es werden keine Zinsen fällig, weil der CHF 3-Monats-Libor bei -0,73% liegt.
  • -0,73% + 0,70% = -0,03%

Hinzu kommt die Zinsersparnis gegenüber einem Euro-Darlehen. Sie hat sich in den zurückliegenden 15 Jahren auf rund 26.000 Euro aufsummiert. Würde der Euro wie von Morgan Stanley und der Danske Bank prognostiziert tatsächlich auf 1,20 steigen, läge die Kreditschuld bei 181.250 Euro. Abzüglich der Zinsersparnis ergäbe das einen Betrag von 155.250 Euro und damit einen Reinverlust von 5.250 Euro.

Damit der Franken-Kreditnehmer mit seinem Kredit beginnt etwas zu verdienen, müsste der EUR/CHF-Kurs bis zum Jahr 2022 bei 1,20 Franken ausharren. Die Restschuld läge dann zwar immer noch bei 181.250 Euro. Abzüglich der bis dahin auf etwa 31.500 Euro angewachsenen Zinsersparnis ergäbe sich ein Betrag von 149.750 Euro und damit ein Reingewinn von 250 Euro.

Hätte sich der Kreditnehmer vor 15 Jahren im Japanischen Yen verschuldet, hätte er schon etwas verdient. Im August 2002 war 1 Euro = 116 Yen, im August 2017 ist 1 Euro = 128 Yen. Bei einem Yen-Kredit im Gegenwert von 150.000 Euro sinkt die Restschuld auf 135.938 Euro. Zieht man die Zinsersparnis ab, ergibt sich ein Betrag von 109.938 Euro und damit ein Reingewinn von 40.062 Euro.