Der Euro lässt die Muskeln spielen
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Der Euro lässt die Muskeln spielen

Jetzt muss Jean-Claude Juncker Whiskey aus Kentucky verbieten! US-Präsident Donald Trump hat neuen Sanktionen gegen Russland, von denen europäische Unternehmen betroffen sind, abgesegnet. Der sich anbahnende Schlagabtausch zwischen den zwei größten Wirtschaftsblöcken der Welt lässt den Schweizer Franken bisher kalt. Er ist weit davon entfernt seine Rolle als sicheren Hafen auszufüllen. Stattdessen wird der Euro immer stärker. Er kostet mittlerweile 1,1525 Franken.

"Die Amerikaner können nicht deutsche Unternehmen bestrafen, weil die sich in einem anderen Land wirtschaftlich betätigen", sagte Deutschlands Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries der Funke Mediengruppe. "Wir halten das schlicht und ergreifend für völkerrechtswidrig". Das interessiert die Senatoren und Abgeordneten im US-Kongress herzlich wenig. Viele dort sind der Meinung, würde man das Hochhaus der Vereinten Nationen in New York um 20 Stockwerke zurückbauen, mache das auch keinen Unterschied.


Juncker befindet sich in einer misslichen Lage. Er hat bereits ein US-Sanktionspaket auf dem Tisch liegen. Das war allerdings für den Fall gedacht, das Trump Strafzölle auf europäischen Stahl verhängt. Die EU würde dann versuchen, US-Landwirte zu treffen, bei denen Trump noch recht hohe Zustimmungswerte hat. Mit einer Importbehinderung von Whiskey aus Kentucky könnte die EU zudem dem Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, der aus diesem Bundesstaat kommt, eins reinreiben.

Auch vom Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea lässt sich der Schweizer Franken bisher nicht zu einer Aufwertung hinreißen. Trump sei bereit zum Krieg mit Nordkorea, sagt US-Senator Lindsey Graham im Fersehsender NBC. Hintergrund ist das Bestreben von Pjöngjang die USA mit einer Interkontinentalrakete zu treffen. Derweil feuerte das US-Militär zur Machtdemonstration von einer Basis in Kalifornien eine Test-Rakete ab, die auf den Marshallinseln wieder heruntergekommen sein soll.