Mit warmen Worten den EUR/CHF über 1,07 halten?
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Mit warmen Worten den EUR/CHF über 1,07 halten?

Der EUR/CHF-Kurs tastet sich in den 1,06er-Bereich vor, nachdem sich der Preisauftrieb in Europas größter Volkswirtschaft deutlich verlangsamt. Damit rückt ein Ende der ultralockeren Geldpolitik noch weiter in die Ferne. In Europas teuerster Volkswirtschaft läuft die Konjunktur immer besser. Die Schweizer Währungshüter versuchen dem Stärkewerden des Frankens mit Dampfplauderei Einhalt zu gebieten.

In Deutschland kam es im März laut ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamt zu einem Rückgang der jährlichen Inflationsrate auf 1,6%. Im Februar hatte die Teuerung noch bei 2,2% und damit über dem Inflationsziel der EZB gelegen. In Anbetracht kräftiger Lohnerhöhungen in der deutschen Metallindustrie sollte die Teuerung in den kommenden Monaten aber wieder Richtung 2% steigen.

Der EUR/CHF-Kurs und die EZB sind wie schlechte Schachspieler, weil sie nur einen Zug vorausdenken. Und so fällt der Euro immer wieder unter 1,07 Franken. Das kann darauf zurückgeführt werden, dass die Chancen auf eine Zinserhöhung in der Eurozone wegen des abnehmenden Preisauftriebs und der Tatsache, dass die Konjunktur irgendwann wieder langsamer laufen wird, gering sind.

Dampfplauderei

Hinzu kommt die glänzende Verfassung der Schweizer Wirtschaft. Für die nähere Zukunft sei mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten zu rechnen, berichtet die Konjunkturforschungsstelle (KOF) in Zürich. Außer der Exportwirtschaft, die ganz offenbar weiterhin unter dem starken Franken leidet, findet in nahezu allen Wirtschaftssektoren eine Stimmungsaufhellung statt.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) unternimmt derweil einen weiteren Versuch dem Franken Wind aus den Segeln zu nehmen. Nachdem SNB-Vize Andrea Maechler klarstellte, man könne die tiefen Zinsen wegen des europäischen Tiefzinsumfeldes nicht anheben, sagt ihr Chef Thomas Jordan gemäß übereinstimmenden Medienberichten, dass man von einer Normalisierung der Geldpolitik weit entfernt sei.

Ob es den eidgenössischen Währungshütern mit diesen warmen Wort gelingt, einen Rückfall des Euros auf 1,06 Franken zu verhindern, bleibt abzuwarten. Die Kursentwicklung signalisiert aktuell, dass der EUR/CHF noch einmal nach unten will. Um das zu verhindern, dürften verbale Interventionen am Devisenmarkt nicht ausreichen.