Den Schweizer Franken kann nichts aus der Reserve locken
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Freiheit statt Sozialismus: Euro-Warnlampe blinkt...>
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Den Schweizer Franken kann nichts aus der Reserve locken

Die Schweizer legen sich nach der Initiative gegen Masseneinwanderung erneut mit der EU an. Wer dachte, der Franken schwächt sich ab, weil das Stimmvolk eine von Brüssel geforderte Unternehmenssteuerreform ablehnt, wird eines Besseren belehrt. Der Volksentscheid perlt am EUR/CHF-Kurs ab. Einem Rückfall der Devisennotierung auf 1,06 ist Tür und Tor geöffnet.

Ausländische Firmen-Holdings zahlen in der Schweiz weniger Steuern als inländische Körperschaften. Das wollte die Berner Regierung durch die Einführung eines einheitlichen Steuersatzes von 15% nun ändern. Sie bekommt den Volksentscheid aber nicht durch. 60% der Wähler votieren gegen die Neuregelung, die einer Steuersenkung der Gewinnsteuern für Unternehmen gleichgekommen wäre.

Nun droht Ärger mit der EU, der die Steuerpraktiken der Schweiz ein Dorn im Auge sind. So schlimm wird es aber offenbar nicht werden, zeigt die Reaktion des EUR/CHF-Kurses. Der Euro kann kein Kapital daraus schlagen, dass die kleine Schweiz auf Konfrontationskurs mit der großen EU geht. Auch die stärkere Konjunktur in Euroland springt der Gemeinschaftswährung nicht zur Hilfe.

Der Euro steht mit 1,0665 Franken auf wackligen Beinen, und dass, obwohl die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für die Eurozone nun anhebt. Für 2017 Jahr rechnet sie mit einem BIP-Anstieg von 1,6% (zuvor: 1,5%), für 2018 von 1,8% (zuvor: 1,7%). Es bleibt aber eine Eurozone der zwei Geschwindigkeiten, weil es Frankreich und Italien auch nach Jahren nicht schaffen einen stärkeren BIP-Anstieg als Deutschland zu erzielen.

Am Devisenmarkt schießen neue Spekulationen ins Kraut, wonach die Schweizerische Nationalbank (SNB) wieder auf Euro-Einkaufstour ist. Die Einlagen von Banken und des Bundes bei der SNB lagen per 10. Februar 2017 bei 539 Milliarden Franken. Das waren vier Milliarden Franken mehr als am 3. Februar und gut sechs Milliarden mehr als Ende Januar.

Die Entwicklung der Sichtguthaben ist ein Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Laut diesem Narrativ ist der Euro zuletzt gefallen, obwohl die SNB mit Stützungskäufen versuchte ihn aufzupäppeln. Hätte die Nationalbank nichts gemacht, wäre der Euro in der zurückliegenden Woche noch tiefer als 1,0640 Franken - dem niedrigsten Tagesschluss seit anderthalb Jahren - gefallen.