Trump rückt Euro in schlechtes Licht: Zu Recht?
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Trump rückt Euro in schlechtes Licht: Zu Recht?

Der Euro ist neben Mexikos Peso der große Verlierer der Trump-Wahl. Gegen den US-Dollar sinkt die "Bürokraten-Währung" unter 1,09. Der Euro-Franken-Kurs purzelt mit 1,0736 auf den tiefsten Stand seit dem Brexit. Ersten Ökonomen erhöhen für die USA ihre Wachstumsprognosen, weil die Republikaner durchregieren können.

"Der amerikanische Schirm über Europa ist für immer weggezogen", schreibt der frühere US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, in einem Beitrag für die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Europa sei nun auf sich gestellt. "Vielleicht werden die Europäer jetzt einen verstärkten Willen zur Verantwortung finden", so Kornblum.

Neben der Dauer-Baustelle Eurozone gibt es eine Dauer-Baustelle bei der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Länder wie Deutschland müssen ihre Rüstungsausgaben aus der Sicht des Nato-Partners USA auf 2% der Wirtschaftsleistung erhöhen. Deutschland müsste damit 70 Milliarden Euro pro Jahr ins Militär stecken. Momentan liegt man bei ca. 40 Milliarden Euro.

Einen Willen zur Verantwortung müssen die Euroländer auch bei ihrem verkrusteten Wirtschaftsapparat finden, der vielerorts zu Massenarbeitslosigkeit führt. Bisher waren sie dazu nicht bereit. Das könnte sich nun ändern, weil aus Europa sonst ein Kontinent der Abhängten wird. Die EU-Kommission hat gerade ihre Wachstumsprognose für die Eurozone für 2017 von 1,8% auf 1,5% gekürzt.

Ausblick

In den USA gehen die Ökonomen hingegen für 2017 von 1,9% auf 2,5% nach oben. Trump wird mit Steuersenkungen und höheren Staatsausgaben die Wirtschaft ankurbeln und kann sich bei diesem Vorhaben auf eine republikanische Mehrheit in beiden Häusern des US-Kongresses stützen. Ferner geht man davon aus, dass in den USA Zinsen und Inflation stärker steigen werden als bisher erwartet.

Erste Reaktionen aus Brüssel zeigen, dass man versuchen wird Trump "einzuwickeln", um an dem für Europa so gemütlichen Status quo festzuhalten. Ob dass den europäischen Bürokraten bei der EU und der Nato in Brüssel gelingt, darf allerdings bezweifelt werden. Die neue US-Regierung könnte den Druck auf die EU sich neu aufzustellen sogar erhöhen, begänne sie mit Großbritannien ein Handelsabkommen zu schließen.

Trump hat nie gesagt, wie von der unsäglichen deutschen Medienberichterstattung, die ihn nun in einem Topf mit Le Pen, Wilders und AfD wirft und damit den nächsten schweren Fehler begeht, behauptet, dass er gegen Handelsabkommen sei. Er ist nur gegen solche Verträge, bei denen die USA Defizite und die anderen Überschüsse anhäufen.

Amerikaner und Briten dürften sich ziemlich schnell auf eine Abkommen einigen, bei dem beide Seiten eine schwarze Null schreiben. Das würde die ohnehin schon gelähmte EU und Eurozone in ein noch schlechteres Licht rücken. Der einzige Ausweg wäre dann mal wieder: Die EZB schwächt den Euro ab, um am Geschäftsmodell der Eurozone, Massenarbeitslosigkeit mit Exportüberschüssen zu finanzieren, festzuhalten.