Euro in babylonischer Banken-Gefangenschaft
+++ Eurokurs aktuell bei 1,0760 Franken +++
Der Franken bleibt deutlich überbewertet ;-)
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Euro in babylonischer Banken-Gefangenschaft

Waren die Banken-Stresstests Zeitverschwendung? In der Schweiz dürfte man dieser Frage hinter hervorgehaltener Hand zustimmen. Notenbankchef Thomas Jordan nutzt eine Konferenz in den frühen Morgenstunden in Asien, um den Euro über 1,08 Franken zu navigieren. Von einem Ende der Banken-Krise gibt es keine Spur. Unicredit-Aktien werden so sehr heruntergeprügelt, dass ihr Handel ausgesetzt wird.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht Spielraum für weitere Eingriffe in den Devisenmarkt. "Die gegenwärtige Herangehensweise ist die richtige - Expansion in der Geldpolitik und eine Bereitschaft zu intervenieren", sagt Jordan. Er verweist dabei auf den aus seiner Sicht überbewerteten Franken. Mit dem aktuellen Eurokurs von 1,0805 Franken ist die SNB demzufolge nicht zufrieden.

"Unsere Analyse der Stresstest-Ergebnisse deutet darauf hin, dass sich voraussichtlich bis zu neun von 51 Banken zusätzliches Kapital beschaffen müssen", erklärt Philipp Wackerbeck von der Wirtschaftsprüfung PricewaterhouseCoopers. Aussagen der betroffenen Banken zu den Ergebnissen legen aber nahe, dass man versuchen wird, sich weiter durchzuwursteln.

"Es gibt keinen Grund, jetzt eine Kapitalerhöhung zu machen", sagt Deutsche-Bank-Risikovorstand Stuart Lewis der "Frankfurter Allgemeinen". Neben Deutscher Bank und Commerzbank sorgt Österreichs Raiffeisenbank für eine negative Überraschung. Sie schneidet nach Monte dei Paschi am zweitschlechtesten ab.

Gegenwind für den Euro kommt auch aus der Industrie. In Italien und Spanien hat sich das Produzierende Gewerbe im Juli stärker abgekühlt als erwartet. Dies zeigen die neuen Einkaufsmanagerindizes des Forschungsinstituts IHS Markit. Das, zusammen mit den schwachen Banken und dem inflationsdämpfenden Ölpreisabsturz der letzten Wochen legt nahe, dass die Europäische Zentralbank (EZB) noch expansiver wird.

EUR/CHF-Ausblick:
Die Wackel-Banken in der Eurozone, zu denen viele mittelgroße Institute gehören, für die keine Stresstests vorliegen, bremsen die Konjunktur. Der Euro hat aber wegen der Erholung der Emerging Markets noch ein Ass im Ärmel. Demnach würde der Euro-Franken-Kurs steigen, könnte durch den anziehenden Handel mit Ländern wie Indien und Brasilien die von den Banken verursachte Schwäche der heimischen Konjunktur überkompensiert werden.

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