Wird noch alles gut für Franken-Kreditnehmer?
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Wird noch alles gut für Franken-Kreditnehmer?

Gute Nachrichten für Franken-Fremdwährungskreditnehmer: Zum einen klettert der Euro deutlich über 1,00 Franken. Die Schweizer Bank Julius Bär rechnet damit, dass es nun bis auf 1,15 Franken nach oben geht. Zum anderen diskutiert die Politik in Österreich über ein Hilfspaket für Häuslbauer, denen die Schweiz mit der Mindestkurs-Aufgabe so plötzlich den Boden unter den Füßen wegzog.

Der Eurokurs baut seine Gewinne aus. War 1 Euro unmittelbar nach dem Wahlsieg von Alexis Tsipras in Griechenland lediglich 0,9785 Franken wert, sind es zur Stunde bereits 1,0160 Franken. Es ist die stärkste Aufwertung seit der Einführung des Euro-Mindestkurses bei 1,20 Franken im September 2011. Damals kletterte der Euro von 1,1095 auf 1,2065 Franken.

Ein weiterer Anstieg des Euro-Franken-Kurses in den kommenden Monaten würde ihn nicht überraschen, sagt der Devisenanalyst David Kohl von Julius Bär. Er traut dem Euro einen Wechselkurs von 1,15 Franken zu.

Banken pokern

Die österreichische Politik schaltet sich in das brisante Thema Fremdwährungskredite ein. Hintergrund: Österreichische Banken müssen in Osteuropa für die Vergabe von Franken-Krediten kräftig bluten, während sie ihre Kreditnehmer in Österreich wie eine Zitrone auquetschen, indem sie auf vollständige Rückzahlung pochen.

"Die Kosten dafür tragen gerade in Osteuropa häufig österreichische Banken. Es kann nicht sein, dass sie zwar den Ungarn, Kroaten, vielleicht auch noch den Polen, Tschechen und Slowaken ihre Verluste ersetzen und am Ende die österreichischen Kreditnehmer die einzigen sind, die auf der Strecke und voll auf ihren Verlusten sitzen bleiben", bemängelt FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl .

FPÖ-Finanzsprecher Elmar Podgorschek wolle den Hebel bei den zur Absicherung von Fremdwährungskrediten abgeschlossenen Stop-Loss-Orders ansetzen und dabei den Verein für Konsumenteninformation (VKI) unterstützen, berichtet das Wirtschaftsblatt.

Lizenz zum Lügen

Viele Banken haben Franken-Kreditnehmer vor dem plötzlichen Mindestkurs-Aus versprochen, sie mit einem Euro-Konvertierungsauftrag (Stopp-Loss) knapp unter 1,20 Franken abzusichern.

Aufgrund der ruckartigen Bewegung und dem für Stunden ausgetrockneten Devisenmarkt am Schwarzen Donnerstag (15.01.2015) wurden einige Konvertierungsaufträge erst bei Kursen von EUR/CHF 0,96 ausgelöst. Die Betroffenen sitzen nun auf realisierten Wechselkursverlusten von ca. 75.000 Euro*. Sie hätten von einer Erholung des Euros auf 1,15 Franken herzlich wenig.

*Franken-Kredit im Gegenwert von 150.000 Euro, aufgenommen im Jahr 2002 zu einem Wechselkurs von EUR/CHF 1,45.