Wirtschaftswachstum Schweiz 2012 im Minus
+++ Euro mit Tiefstmarke bei 1,1410 Franken +++
Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>
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Wirtschaftswachstum Schweiz 2012 im Minus

„Für die kommenden Monate wird ein leichter Rückgang des Schweizer Wirtschaftswachstums signalisiert“, schreibt die Konjunkturforschungsstelle (KOF) im Rahmen der Veröffentlichung ihres Konjunkturbarometers. Das Barometer ist zwar erstmals seit Mai 2011 wieder leicht gestiegen. Allerdings verharrt der Index im negativen Terrain.

Das Konjunkturbarometer legt um 0,03 auf -0,12 Zähler zu. Analysten rechneten mit einer Verbesserung auf -0,11 Punkte für den Berichtsmonat Februar 2012. Es deutet sich allmählich eine Bodenbildung an. Allerdings sind die Höchststände vom Frühjahr 2011 bei 2,30 Punkten noch sehr weit entfernt.

Beim Wechselkurs des Euro zum Schweizer Franken gibt es keine Neuigkeiten. Das Devisenpaar hat seine Schwankungen auf ein Minimum reduziert und steht aktuell bei EUR/CHF 1,2050. In einem Referat des Interims-Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, auf dem NZZ Podium, geht dieser nicht auf die Euro-Kopplung und den Mindestkurs bei EUR/CHF 1,2000 ein.

Kaufkraft

Derweil sorgen die diametral auseinander laufenden Teuerungen zwischen der Schweiz und Deutschland für einen Wohlfahrtsgewinn eidgenössischer Grenzgänger. Während in der Eidgenossenschaft die Konsumentenpreise derzeit um -0,8 Prozent fallen, zieht die jährliche Inflationsrate in Deutschland von +2,1 auf +2,3 Prozent an.

Dadurch verschiebt sich der reale Wechselkurs zwischen Euro und Schweizer Franken, der die Inflationsraten berücksichtigt, weiter zugunsten des Frankens. Die Aufwertung beim realen Wechselkurs können Schweizerinnen und Schweizer auch beim Einkaufstouren nach Österreich ausnutzen. In der benachbarten Alpenrepublik steigen die Verbraucherpreise mit +3,0 Prozent.

Finanzinvestoren machen sich die unterschiedliche Inflationsentwicklung zunutze, indem sie Schweizer Staatsanleihen kaufen. Auf den ersten Blick sind zwar die in der Sicherheit vergleichbaren deutschen Bundesanleihen, weil ebenfalls mit einem Triple-A ausgestattet, mit einem Zinssatz von 1,82 Prozent attraktiver. Zieht man jedoch die Inflationsrate ab, wird die Investition mit -0,48 Prozent zum Verlustgeschäft.

Eidgenössische Staatsanleihen rentieren zwar mit 0,72 Prozent deutlich unter den Deutschen. In diesem Fall wird die negative Teuerung der Schweiz jedoch hinzu addiert, so dass Anleger eine Rendite von +1,52 Prozent einfahren. Für viele Devisenexperten ist die Differenz zwischen den Zinssätzen der Hauptgrund, warum die eidgenössische Währung weiterhin vor Kraft kaum laufen kann.