đŸ—Č Punktlandung auf ParitĂ€t
Home » » đŸ—Č Punktlandung auf ParitĂ€t

đŸ—Č Punktlandung auf ParitĂ€t

Samstag: Wenn er das noch vertÀndelt...

Es reicht bisher nur fĂŒr einen kleinen Wurf. Damit es ein großer wird, muss der Euro ĂŒber 0,98 Franken steigen. Versuchen tut er das bereits seit zwei Monaten. Klappt es im fĂŒnften Anlauf?

"Die positiven FinanzmĂ€rkte lassen den CHF in den Hintergrund rĂŒcken", kommentiert die St.Galler Kantonalbank. Auf dem sprichwörtlichen Backseat landet der Franken aber bisher nicht.

EUR/CHF Analyse Linienchart Oktober 2022

Dem Euro gelingt es nicht die Distanz zur ParitĂ€t auf weniger als zwei Rappen zu verkĂŒrzen. Viermal scheiterte er bereits. Derzeit lĂ€uft der fĂŒnfte Anlauf, untermauert von einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation. 

VertĂ€ndelt der Euro auch diese Gelegenheit, wĂŒrde die Wahrscheinlichkeit, dass er nie wieder einen Gleichstand mit dem Schweizer Franken erreicht, weiter steigen.

Das könnte Sie auch interessieren:
Erste Group macht Franken-Kreditnehmern in Österreich Mut

Donnerstagnachmittag: NĂ€chste Woche 1 Fr. = 1 € ?

Das forsche Auftreten des Euro gegenĂŒber dem Schweizer Franken setzt sich fort, und so startet der EUR/CHF-Kurs den zweiten Versuch das 1 zu 1 herzustellen. Der Euro profitiert von einem "Wind of Change".

Die schlechte Stimmung an den FinanzmÀrkten wird aktuell nicht zum Nachteil des Euro ausgelegt, sonst wÀre er lÀngst bei 0,90-0,95 CHF. Vielmehr scheint honoriert zu werden, dass die durch Russlands Krieg hereingebrochene Krise VerÀnderungen bringt.

Beispielsweise wollen Deutschland und die Niederlande gemeinsam Erdgas in der Nordsee fördern. Überdies sind eine Gaspipeline ĂŒber die PyrenĂ€en und ein gemeinsamer Gaseinkauf innerhalb der EU geplant.

EUR/CHF Kerzenchart Prognose Anstieg auf 1 zu 1

Auch aus charttechnischer Sicht bleibt der Schweizer Franken in der Defensive. Der steile Anstieg des EUR/CHF-Kurses von 0,94 auf 0,98 zum Quartalswechsel war kein Versehen.

Dahinter scheint mehr zu stecken: Kommt es zu einer Anstiegsbewegung per Leg 1 = Leg 2 (siehe Kerzenchart), wĂŒrde es bereits Ende der nĂ€chsten Woche fĂŒr 1 Euro 0,9980 Franken geben.

Weiterlesen:
Schweizer Franken ist fĂŒr wenige Wochen eine RisikowĂ€hrung


Mittwochnachmittag: Deutschland verdrÀngt Italien vom Kreditmarkt

Der Euro-Franken-Kurs dreht Richtung SĂŒden ab, wĂ€hrend Italiens Zinsen auf das Level der Schuldenkrise von vor zehn Jahren steigen. Deutschland ist natĂŒrlich wieder einmal Schuld, wie sollte es sonst sein...

Berlin nimmt 200 Milliarden Euro in die Hand, um Unternehmen und Verbraucher vor zu hohen Gaspreisen abzuschirmen. Da Geld nicht vom Himmel regnet, muss der deutsche Finanzminister Lindner dafĂŒr neue Kredite aufnehmen.

Institutionelle Anleger leihen Deutschland aufgrund seiner Top-BonitÀtsnote das Geld gerne. Sie bekommen bei einer Laufzeit von zehn Jahren einen zuletzt deutlich auf 2,4% gestiegenen Zins.

Kein schlechtes GeschÀft im gegenwÀrtigen Umfeld, als die langfristigen Inflationserwartungen in etwa auf dem selben Niveau liegen.

Weil Deutschland den Fremdkapitalmarkt stark anzapft, bleiben weniger Mittel fĂŒr Italien. Crowding Out nennen Experten diesen Vorgang. Der schlechte Schuldner Italien muss daher höhere Zinsen (doppelt so hohe wie Deutschland) bezahlen.


Mittwochmorgen: 1 zu 1 zu 1

FĂŒr 1 Euro gibt es 0,97 CHF und 0,97 USD. Dem US-Dollar gelingt, was dem Euro bisher verwehrt bleibt: Eine ParitĂ€t mit dem Schweizer Franken herzustellen.

"Eine nachhaltige Gegenbewegung des EUR/CHF-Kurses ist nicht in Sicht", sagt Raiffeisen Schweiz. Die Bank rechnet mit einem Absinken auf 0,94 bis Anfang 2023.

Charttechnisch hat der Euro jedoch Erholungspotenzial. Ein rascher Anstieg, der erst bei 1,02 gipfelt, ist ein reelle Möglichkeit, kein Extremszenario.

Damit das gelingt, mĂŒsste der Euro zunĂ€chst eine ParitĂ€t zum US-Dollar herstellen. Man könnte dann von einer Euro-StĂ€rke sprechen, die auch den EUR/CHF nach oben brĂ€chte.

Zum Thema:
EUR/CHF: Die neuesten EinschÀtzungen 2023


Dienstagmorgen: Euro bei 0,97 und ein paar Zerquetschte

Deutschland ist laut Medienberichten zu einer Vergemeinschaftung von Schulden mit den EurolĂ€ndern bereit. Nach der im Raum stehenden EZB-Leitzinserhöhung um ein volles Prozent ist das bereits das zweite GerĂŒchte, das gut fĂŒr den Euro ist.

Hinzu kommt eine leichte FrankenschwĂ€che. Der US-Dollar hat die Marke von 1,00 Franken ĂŒberschritten. Dem Euro könnte selbiges gelingen, sollte sich das GerĂŒcht ĂŒber Eurobonds als richtig herausstellen.


Montagmorgen: Warten auf den nÀchsten Schub

Die Armageddon-Warnung vor einem Atomkrieg von US-PrÀsident Biden steht einer weiteren AbschwÀchung des Schweizer Franken im Weg, und so sinkt der EUR/CHF-Kurs auf 0,97. LÀsst sich der Euro das gefallen?

Seit der Kuba-Krise im Oktober 1962 habe die Welt nicht vor der Aussicht auf ein "Armageddon" gestanden, sagte Biden. Daraufhin wertete sich der als sichere Hafen wahrgenommenen Schweizer Franken wieder auf.

Zuvor hatte sich der Franken mit 0,98 per 1 Euro abgeschwÀcht. So nah war der Kurs dem Gleichstand (ParitÀt) das letzte Mal vor einem Monat gekommen.

Ausblick

Der Euro wird aller Voraussicht nach aufgrund von drei BeweggrĂŒnden in die Anstiegsspur zurĂŒckfinden:

  1. Die geopolitische Armageddon-RisikoprÀmie wird aus dem Schweizer Franken wieder entweichen.
  2. Es kursiert ein glaubwĂŒrdiges GerĂŒcht, wonach die EZB auf ihrer Sitzung in zwei Wochen den Leitzins um satte 1% anheben wird.
  3. Aus charttechnischer Sicht ist trotz des Pullbacks auf 0,97 (oder gerade deswegen) Platz fĂŒr einen weitergehenden Anstieg (siehe unten ⏬)

Freitagagmorgen: 1 Euro = 1 Franken bleibt in Reichweite

1 Euro MĂŒnze 1 Franken MĂŒnze
"Der EUR/CHF konnte gestern die Höchstkurse um 0,9800 nicht halten und verlor ĂŒber den Tag sukzessive an Wert. (...) . Bei 0,9700 ist im Moment jedoch eine gute UnterstĂŒtzung auszumachen." (Thurgauer Kantonalbank)

"Wir gehen davon aus, dass sich die Kursnotiz gegen Jahresende um EURCHF 0,9600 bewegen wird. Selbst im Hinblick auf das erste Vierteljahr 2023 sollte sich an dieser grundsÀtzlichen EinschÀtzung wenig Àndern." (Raiffeisen Salzburg)

"EUR/CHF biss sich bei 98 Rappen die ZĂ€hne aus und fiel zur Folge zurĂŒck auf 0,97. Die VolatilitĂ€t bleibe hoch, KurssprĂŒnge beim EUR/CHF um von einem Rappen gehörten mittlerweile zur Tagesordnung. (St. Galler Kantonalbank)

Das könnte Sie auch interessieren:
Wo wird der Euro-Franken-Kurs in 6 Monaten stehen?


Donnerstagmorgen: So steigt EUR/CHF ĂŒber 1,00

Sei gierig, wenn andere Ă€ngstlich sind – kaufe den Euro. Dies könnte das Motto fĂŒr die kommenden Wochen am Devisenmarkt werden.

Zwar scheiterte ein erster Versuch des EUR/CHF-Kurses die Marke bei 0,98 zu ĂŒberwinden. Allerdings dĂŒrfte es bei einem zweiten Versuch klappen.

Warum muss man gerade jetzt optimistisch sein beim Euro? DafĂŒr gibt es zwei GrĂŒnde:

1. Schlechte Nachrichten perlen ab
Die Ratingagentur Moody's hat Italien mit einer Abstufung gedroht. Der 10-Jahres-Zins auf italienische Staatspapiere kletterte daraufhin mit 4,5% auf den höchsten Stand seit neun Jahren. Der Eurokurs ist aber weit von einem neuen Rekordtief unter 0,94 CHF entfernt.

2. Euro mit Momentum
Der steile Anstieg von 0,94 auf 0,98 (Spike) signalisiert: Da kommt noch etwas nach. Mit diesem Spike und den drei sehr bullishen Tageskerzen hat sich die so genannte Always-In-Richtung von "Euro verkaufen" auf "Euro kaufen" gedreht.

Überdies signalisiert das deutliche Übertreffen der 20-Tage-Linie steigende Kurse. Dadurch eröffnet sich dem Euro die Möglichkeit innerhalb eines AufwĂ€rtskanals bis Ende November auf 1,0050 zu steigen.

Weiterlesen:
Risk Taker graben dem Schweizer Franken das Wasser ab


Mittwochabend: Credit Suisse sieht EUR/CHF 0,90

Die im September auf 3,3% gesunkene Inflationsrate lÀsst die Schweizerische Nationalbank (SNB) unbeeindruckt. Das Ziel, die Teuerung bei 0 bis 2% zu verankern, ist nicht erreicht.

"Es könnte wirklich gut passieren, dass wir auch noch weitere Zinserhöhungen machen mĂŒssen", erklĂ€rte SNB-Direktorin AndrĂ©a Maechler heute bei einer Veranstaltung in ZĂŒrich.

Mit den hawkishen Tönen aus ZĂŒrich im RĂŒcken wertet der Schweizer Franken nach viertĂ€giger Verlustserie wieder auf. Der EUR/CHF-Kurs fĂ€llt von 0,98 auf 0,97.

Indes hat die Credit Suisse ihre Jahresendprognose fĂŒr den EUR/CHF-Kurs von 0,94 auf 0,90 runtergesetzt. Das Geldhaus begrĂŒndet dies mit "AufwĂ€rtsrisiken" beim Leitzinskurs der SNB.

Zum Thema:
EUR/CHF: Die neuesten EinschÀtzungen 2023

Dienstagvormittag: Euro profitiert vom Credit-Suisse-Meltdown

Die zweitgrĂ¶ĂŸte Bank der Schweiz ist am wackeln, was dem Euro hilft, seinen Anstieg gegenĂŒber dem Franken im Oktober fortzusetzen. Der Franken ist so schwach wie zuletzt vor einem Monat.

Die Credit Suisse erinnert an die Deutsche Bank nach dem Abgang von Josef Ackermann. Zweifelsohne ist das kriselnde Geldhaus wegen seiner enormen GrĂ¶ĂŸe fĂŒr die Schweiz systemrelevant.

Daher stellt es ein Problem fĂŒr die Schweiz und ihre WĂ€hrung da, wenn Investoren aus Aktien der Credit Suisse flĂŒchten. Der Euro steigt auf 0,98 Franken und hat damit binnen einer Woche 4% aufgewertet.


Samstag: Setzt sich der Anstieg im 4. Quartal fort?

Ein Quartalsendspurt lÀsst den Euro vom Gleichstand (ParitÀt) mit dem Schweizer Franken trÀumen. Der EUR/CHF-Kurs klettert von 0,94 auf 0,97. Gretchenfrage: Erholt sich der Euro noch stÀrker?

"Verschiedene EZB-Banker haben sich fĂŒr weitere, krĂ€ftige Zinsschritte stark gemacht", erlĂ€utert die Thurgauer Kantonalbank. "Es braucht aber nicht viel um die Supports im SĂŒden zu testen", gibt die St.Galler Kantonalbank zu bedenken.

Der auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegene italienische 10-Jahres-Zins war fĂŒr den Euro in dieser Woche kein Problem. Das muss aber nicht so bleiben.

Überdies stellt die Schweizerische Nationalbank (SNB) ein AbwĂ€rtsrisiko fĂŒr den Euro da. Sie hat angekĂŒndigt, gegen einen aus ihrer Sicht zu schwachen Franken zu intervenieren.

Ausblick

Knackt der Eurokurs eine charttechnische Widerstandszone bei 0,9700-0,9720, wĂ€re  ein Anstieg auf 0,98-0,99 zu Beginn des 4. Quartals angezeigt. Scheitert er, wĂŒrde sich die Talfahrt einmal mehr fortsetzen und neue Rekordtiefs angesteuert.

Freitagmorgen: VP Bank sieht fĂŒr Euro bis zu 0,98 CHF

Der Euro hat sich trotz zweistelliger Inflation in Deutschland gegenĂŒber dem Schweizer Franken aufgewertet. FĂŒr 1 Euro gibt es aktuell knapp 0,96 Franken. Zu Wochenbeginn waren es 0,94.

Auch negative Vorgaben von den Börsen, wo die Kursen immer tiefer sinken (die dadurch resultierende hohe Risikobereitschaft spielt normalerweise dem Schweizer Franken in die Karten) perlen am Euro ab. Überdies versagt der Franken aus geopolitischen Unsicherheiten (Russlands Annexionen) Kapital zu schlagen.

EUR/CHF-Kerzenchart mit eingezeichneter Prognose bis 2023

Dem neuen Ausblick der VP Bank zufolge wird sich der EUR/CHF-Kurs in den nĂ€chsten drei bis sechs Monaten zwischen 0,94 und 0,98 aufhalten. "Sollte die EZB in den kommenden Monaten eine aggressive geldpolitische Wende lancieren, sprĂ€che dies fĂŒr einen stĂ€rkeren EUR", begrĂŒndet die Bank.

🔗 Unsere Sicht auf WĂ€hrungen, VP Bank, 27.09.2022

Aus charttechnischer Sicht hat sich die Lage des Euro kurzfristig verbessert. Ein Versuch, das Rekordtief vom Montag bei 0,9410 Franken zu unterbieten, scheiterte am Mittwoch bei 0,9435.

Damit ist ein so genannten Micro-Double-Bottom entstanden, was dem Euro Auftrieb verleiht. Die Marke von 0,96 könnte jetzt geknackt werden. FĂŒr 0,97 und Kurse darĂŒber dĂŒrfte es sich aber nicht ausgehen.

Mittwochmorgen: Denkzettel fĂŒr ĂŒbereifrige Euro-KĂ€ufer

Mit einer Year-to-Date-Aufwertung von 8% gibt sich der Schweizer Franken nicht zufrieden, und so nimmt EUR/CHF Kurs auf 0,9250. Beim Erreichen dieses Measured-Move-Kursziels wird die Aufwertung zweistellig.

Am Montag legte der Euro gegenĂŒber dem Schweizer Franken zu, obschon er zum Handelsauftakt zunĂ€chst auf ein Rekordtief bei 0,9410 zurĂŒcksetzte. Dadurch wurde ein bullische (weiße) Kerze gebildet.

Einige Charttechniker sehen darin eine Reversal-Kerze (Trendumkehr hin zu steigenden EUR/CHF-Kursen). Der Gesamtkontext mit den vielen ĂŒberlappenden Kerzen macht einen Anstieg jedoch unwahrscheinlich.

EUR/CHF Kurs Kerzenchart mit sinkendem Prognose-Pfeil

Der mit dem Measured-Move angezeigte RĂŒckgang auf 0,9250 ist wahrscheinlicher, auch weil es sich um eine Trendfortsetzung handeln wĂŒrde.

Übereifrige Euro-KĂ€ufer, die knapp unter der bullischen Kerzen bei etwa 0,9405 ihr Stop-Loss platziert haben, dĂŒrften das Nachsehen haben. EUR/CHF fĂ€llt auf 0,9400, woraufhin diese Stop-Loss ausgelöst werden.

Die ĂŒbereifrigen Euro-KĂ€ufer mĂŒssen nun ihre Euro verkaufen. Damit hat der EUR/CHF-Kurs Treibstoff auf 0,9250 zu sinken. Dann wird es wieder einige geben, die der Meinung sind, der AbwĂ€rtstrend ist vorbei.

Dienstagmorgen: AbschwÀchung ist freien Lauf gelassen

Der Euro findet sich zum Schweizer Franken sechs Rappen, zum US-Dollar fĂŒnf Cents unter ParitĂ€t wieder. "Das neue Italien wird zum Risiko fĂŒr den Euro", heißt es in einem Beitrag auf welt.de. Finnlands PrĂ€sident weist auf Italiens prekĂ€re Finanzlage hin. Die Eurozonen-Wirtschaft kollabiert mit zunehmenden Tempo.

Von einem sich immer stĂ€rker "verdunkelnden Wirtschaftsausblick", warnt die PrĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB). Überdies rĂ€umt Christine Lagarde vor dem EU-Parlament ein, dass die Euro-SchwĂ€che die Inflation zusĂ€tzlich anheize. Das GeschĂ€ftsklima in Deutschland habe sich im September "deutlich verschlechtert", meldet das ifo-Institut.


Italien braucht frische Finanzhilfen, weiß Finnlands StaatsprĂ€sident Sauli Niinistö. HĂ€tte der französische PrĂ€sident Jacques Chirac nicht kurz vor der Euro-EinfĂŒhrung darauf bestanden, dass Italien trotz NichterfĂŒllung der Konvergenzkriterien den Euro bekommt, wĂ€re der Euro jetzt sicherlich deutlich hĂ€rter zum Schweizer Franken.

Indes steigt der italienische 10-Jahres-Zins auf ein Rekordhoch von 4,7%. Als der Zins im Juni auf 4,2% hochschoss, kam die EZB zu einer Sondersitzung zusammen. Sie fasste den Beschluss, ihre Staatsanleihen-Zinseinnahmen verstĂ€rkt in den Ankauf von italienischen Staatspapieren zu stecken. Das hat nicht viel genĂŒtzt...

Fazit und Ausblick

Ein wirtschaftliches Reformprogramm wird es in Italien nicht geben. Das Land bleibt wachstumsschwach und ĂŒberschuldet. Der Euro muss das Ganze ausbaden. So wie seine Kaufkraft in den letzten anderthalb Jahren dahinschmolz, erinnert das an den Wertverfall der italienischen Lira. Der Schweizer Franken wertete zur Lira 722% auf.

Es lĂ€sst sich einwenden, dass die deutsche Wirtschaft der Krise steckt und den Euro drĂŒckt. Das geht aber am Problem vorbei. Deutschland hat eine niedrige Staatsverschuldung und ist nicht angewiesen auf KĂ€ufe seiner Schuldscheine mit Geld aus der EZB-Druckerpresse. Berlin steht höheren Zinsen und einer EZB-Bilanzverkleinerung (beides wĂŒrde den Euro stĂ€rken) nicht im Weg. Rom schon.

Zum Thema:
Schweizer Franken steht vor massiver Aufwertung

Montagmorgen: Euro steht vor Scherbenhaufen

Der Schweizer Franken nimmt das Ergebnis der Italien-Wahl zum Anlass, sich weiter aufzuwerten, und so fĂ€llt der EUR/CHF-Kurs auf 0,94. Auch mit diesem Rekordtief ist das letzte Wort nicht gesprochen. 

Die neue rechtsnationale Regierung in Rom, die EZB in Frankfurt und die letzten verbliebenen AusgabenwĂ€chter in BrĂŒssel werden jetzt einen dieser typischen EU-Kompromisse finden mĂŒssen. Ob da etwas halbwegs VernĂŒnftiges fĂŒr den Euro herauskommt, darf bezweifelt werden.

Intraday EUR/CHF-Absturz nach Italien-Wahl

Die Anfang August getroffene Prognose, welche den EUR/CHF-Kurs auf 0,94 sinken sah, dĂŒrfte sich als zu optimistisch herausstellen. Zwar ist das Kursziel nun erreicht. Allerdings dĂŒrfte der Schweizer Franken auf 0,93 oder noch tiefer nachlegen. Sollte es im GebĂ€lk der FinanzmĂ€rkte arg knistern, wĂ€re sogar ein Absturz auf 0,90 möglich.