Tump zieht die Strafzölle auf Nato-Länder wieder zurück. Der Euro-Franken-Kurs macht dadurch bei 0,93 weiter. Die Gefahr eines Absturzes unter 0,92 nebst neuem Rekordtief ist gebannt.
Er habe nach einem produktiven Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Davos "einen Rahmen für ein zukünftiges Abkommen über Grönland und die gesamte Arktis" erreicht.
So lautet die offizielle Version des US-Präsidenten. Die inoffizielle ist, dass die EU kurz davor stand ihre Bazooka (Anti Coercion-Instrument) auf die US-Wirtschaft abzufeuern.
Ferner gibt es einen für Finanzminister Bessent besorgniserregenden Zinsanstieg bei US-Staatsanleihen. Die Finanzmärkte teilen Trumps Meinung nicht. Dieser hatte in Davos gesagt, dass die USA verdienten die niedrigsten Zinsen auf der ganzen Welt zu bezahlen.
Euro und Schweizer Franken stehen in den Startlöchern den US-Dollar saftig abzuwerten.
EUR/CHF heute: Entscheidung steht an
Der Schweizer Franken macht eine starke Figur. Der Euro findet bisher kein Mittel gegen die Frankenstärke. Heute droht ein weiterer Schreckmoment. Fällt EUR/CHF auf ein Rekordtief unter 0,92?
Das dominierende Thema ist der Konflikt zwischen der EU plus UK mit den USA über die Zukunft Grönlands. Wegen dieser Unsicherheit fliehen Anleger in die Schweiz.
Infolge sinkt der Eurokurs binnen einer Wochen von 0,9350 auf 0,9250 CHF. Heute um 14:30 Uhr gibt es eine Trump-Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.
Ein Zurückrudern des US-Präsidenten bei seinen Annexionsplänen für Grönland ist unwahrscheinlich.
Bei einer neuen Eskalationsstufe, beispielsweise mit Steigerung der Strafzölle für europäische Nato-Länder, dürfte der Eurokurs auf 0,92 CHF oder tiefer fallen.
Auf der anderen Seite gilt es zu bedenken, dass Trump Strafzölle in der Regel per Social Media, auf heimischen Boden in Washington oder im Flugzeug Air Force One ankündigt.
Der Eurokurs dürfte bei eine Trump-Rede ohne Eskalation recht schnell zurück auf 0,93 CHF steigen.
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Euro mit neuen Verlusten: Trump annektiert Grönland mit Foto
Der Eurokurs sinkt mit 0,9255 CHF auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten nach einem Grönland-Bild mit US-Fahne. Die bildliche Annexion findet auf Trump's Konto auf Truth Social statt.
Langsam wird es eng: Das Rekordtief des Euro vom November 2025 bei 0,9180 CHF ist in Reichweite. Allerdings ist der Euro nur zum Franken schwach. Gegenüber US-Dollar, Pfund und Yen erzielt die Gemeinschaftswährung hohe Tagesgewinne.
Dies, zusammen mit einem zu Handelsbeginn gerissenen charttechnischen Gap (Lücke), zeigt an, dass der EUR/CHF-Kurs in der zweiten Wochenhälfte (spätestens Anfang der nächsten Woche) auf 0,9315 steigt.
EUR/CHF noch einmal tief runter bei US-Revanche
Die erhöhten Schwankungen des EUR/CHF-Kurses wegen des Streits über Grönland pausieren, sind aber nicht vorüber. Da kommt noch etwas. Hintergrund ist das Aussetzen der Ratifizierung des im letzten Jahr vereinbarten EU-US-Handelsabkommens.
"Denmark has a terrible history with Greenlanders" (Scott Bessent, US-Finanzminister)
Bessent, ein Trump Yes-Man, verteidigt die US-Übernahmeabsichten Grönlands und erinnert: Dänemark machte grönländische Frauen in den 1960er und 70er Jahren unfruchtbar. Ziel damals war es einen weiteren Bevölkerungsanstieg, verbunden mit steigenden Kosten für das dänische Gesundheitswesen, zu verhindern.
🔗Denmark apologises to Greenland's forced contraception victims, BBC
Der zwischen EU-Chefin von der Leyen und US-Präsident Trump ausgehandelte Trade Deal steht vor dem Aus. Die größte Fraktion im EU-Parlament, die Europäische Volkspartei (EVP) will wegen dem Grönland-Streit und den neuen US-Strafzöllen das Abkommen nicht länger ratifizieren.
Die Mitte-Links-Parteien hatten schon vor den zusätzlichen Strafzöllen das Aus des Abkommens gefordert. Weil nun auch die EVP nicht mehr mitmachen will, ist das Abkommen vom Tisch. Wenn sich das in Washington rumspricht, darf man mit einer Revanche Trump's rechnen.
Dann könnte der Eurokurs deutlich tiefer sinken als auf 0,9270 CHF. Auf dieses Niveau fiel er nach der Eskalation mit den neuen US-Strafzöllen gegen europäischen Nato-Länder.
EUR/CHF mit Wucht zurück hoch nach Grönland-Kakophonie
Der von den neuen US-Strafzöllen ausgehende Rückgang des Euro-Franken-Kurs ist weniger gravierend als erwartet. Zwar fällt der Eurokurs mit 0,9270 CHF auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Ein Test des Allzeittiefs vom 14. November 2025 bei 0,9180 findet aber nicht statt.
Vor dem europäischen Handelsbeginn ist der Euro bereits mit Momentum auf dem Weg zurück nach oben. Er notiert bei 0,9290 CHF - Tendenz steigend.
US-Präsident Trumps jüngste Zollankündigung hat die Handelsspannungen in eine neue Dimension eskaliert: Sie ist weniger von wirtschaftlicher Logik als vielmehr von politischen Motiven getrieben.
Kaiser ohne Kleider
Gleichzeitig hat der US-Präsident mit seiner Ankündigung Grönland kaufen zu wollen, ein Glaubwürdigkeitsproblem. Jeder weiß: Wenn der Präsident Geld braucht, muss er sich das von US-Kongress holen.
Die Parlamentarier hatten ihm bereits für den Bau seiner Mauer zur Grenze zu Mexiko kein Geld gegeben. Für Grönland müsste der US-Kongress mindestes eine Billion Dollar neue Schulden machen.
So günstig wie beim Erwerb von Alaska im Jahr 1867, das die USA Russland für 7,2 Millionen Dollar abkauften, wird er Grönland nicht bekommen. Die damaligen 7,2 Millionen Dollar entsprechen heute 150-160 Millionen Dollar.
Es ist interessant mutzumaßen, wie sich Trump das mit dem Kauf vorstellt. Möglicherweise geht er davon aus, dass ihm die US-Banken ein Kredit geben und er ihnen als Sicherheit die Bodenschätze Grönlands überschreibt.
Das ist aber kaum vorstellbar, zumal die Bodenschätze den Grönländern gehören. Sie leben auf der eisigen Insel seit Jahrhunderten und fliegen nicht übers Wochenende nach Florida, weil es ihnen in Washington im Winter zu kalt ist.
Fazit:
Trump hat zu hoch gepokert. Für den Euro sind die angekündigten Strafzölle kein Problem. Vielleicht macht er diese Show mit dem Grönland-Kauf, um von seinen umstrittenen Begnadigungen verurteilter Straftäter abzulenken.
🔗Trump’s double pardon underscores sweeping use of clemency, CNN, 18.01.26
Trump flippt aus: Wie tief stürzt EUR/CHF ab?
Noch gibt es für 1 Euro 0,93 Franken: Die Lage steht davor zu eskalieren. Man muss mit Schockwelle am Devisenmarkt rechnen. Die von den USA betriebene Grönland-Annexion dürfte Kapitalflüsse in Richtung Schweizer Franken provozieren.
US-Strafzölle gegen europäische Nato-Staaten wegen Grönland machen den Euro anfällig für Verluste. Im EU-Parlament gibt es jetzt eine fraktionsübergreifende Mehrheit das im letzten Jahr mit den USA vereinbarte Zollabkommen auszusetzen.
Cancelt die EU die Vereinbarung die Zölle für US-Exporte auf 0 Prozent zu senken, könnte es zu einer Eskalation kommen. Präsident Trump dürfte dann mit noch höheren Zöllen vergelten. Die Unsicherheit steigt immer weiter. Der Franken hat praktisch keine andere Wahl als gegen den Euro aufzuwerten.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird dann eingreifen müssen: "Bei Bedarf ist die Nationalbank weiterhin bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein", heißt es in der letzten SNB-Lagebeurteilung vom 15. Dezember 2025.
Der Bedarf wäre bei einem Rückfall des Euro auf 0,92 CHF oder tiefer vorhanden.
Euro steigt, Trump rudert zurück
Gleichzeitig gilt es zu berücksichtigen, dass der Druck auf Trump immer weiter, fast schon ins Unermessliche, steigt. Wie beim Zoll-Eklat im April stehen die Chancen gut, dass er zurückrudert.
Die Amerikanerinnen und Amerikaner mögen es nicht, wenn die europäischen Alliierten und Freunde so scharf attackiert werden, wie das Trump jetzt getan hat. Ferner mögen sie es nicht, dass Trump so viel Aufmerksamkeit auf das Auswärtige richtet und dabei die Innenpolitik vernachlässigt.
Darin liegt eine Chance etwas zu spekulieren: Man kauft den Euro bei einem Absturz auf 0,92 CHF oder tiefer in der Erwartung, dass eine deutliche Erholung bis Februar oder März auf 0,94 oder 0,95 stattfindet.
EUR/CHF-Ausblick: Tief runter, dann hoch bei Grönland-Schock
Steigt der Wert des Schweizer Franken ins Unermessliche, wenn die USA Grönland annektieren? Das hängt davon ab, ob die Natio an einem solchen Eigentümerwechsel zerbricht und der Euro plötzlich ohne Sicherheitsgarantien dasteht.
Wenn Venezuela und Kuba auf Kurs der USA sind, könnte Grönland folgen. Präsident Donald Trump nennt auch schon ein Datum: In zwei Monaten werde er sich wieder mit Grönland, das die USA wegen Gründen der nationalen Sicherheit unter ihre Kontrolle bringen wollen, befassen.
Die Schweiz friert derweil die Assets von Ex-Präsident Nicolas Maduro und mit ihm vernetzter Personen ein, während die USA Venezuelas Ölexporte kontrollieren. Maduros Vorgänger, der charismatische Hugo Chavez, hatte mit Fidel Castro ein Tauschprogramm vereinbart.
Venezuela schickt Kuba Öl, Kuba schickt Venezuela Ärzte, technische Spezialisten (Spionage-Abwehr-Experten) und Sportprofis. An dieser Vereinbarung hatte Maduro festgehalten. Die neue Lage sieht nun aber so aus, das Kuba wegen der US-Intervention kein Öl mehr aus Venezuela bekommt.
Die US-Regierung sieht offenbar die Zeit gekommen, Kubas Kommunisten von der Macht zu verdrängen. Ein Umsturz wäre, wie die Venezuela-Intervention, eine innere Angelegenheit der "Americas" und dürfte den Schweizer Franken daher kaum merklich aufwerten lassen.
Im Falle von Grönland sieht es anders aus. Laut der dänischen Ministerpräsident fiele die Nato bei einem Eigentümerwechsel Grönlands auseinander. Die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaute Sicherheitsarchitektur wäre hinfällig, warnt Mette Frederiksen.
Die USA sagen das Gegenteil. Sie bräuchten Grönland und die Arktis, um die Nato zu beschützen, erklärt Präsidentschaftsberater Stephen Miller. Er frage sich, was die Basis dafür sei, das Grönland eine Kolonie Dänemarks sei. Und weiter:
"Niemand wird wegen der Zukunft Grönlands militärisch gegen die USA kämpfen."
EUR/CHF-Reaktion
- Verleiben sich die USA Grönland ein, ist das zunächst einmal ein Schock. Er führt zu einer deutlichen Aufwertung des Schweizer Frankens. Der Eurokurs dürfte unter 0,90 CHF fallen.
- Wenn sich in den Wochen danach herausstellt, dass der Eigentuümerwechsel keine negativen Auswirkungen auf des Funktionieren der Nato hat, wäre eine Erholung des Euros angezeigt.
- Der schockartige Rückgang des EUR/CHF-Kurses unter 0,90 als erste Reaktion wäre ein heißer Kandidat für den Tiefpunkt des fünften EUR/CHF-Zyklus. Dem würde ein Anstieg auf 0,98 folgen.





