Wo liegt faire Kurs des Euro im Jahr 2024?
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Wo liegt faire Kurs des Euro im Jahr 2024?

"EURCHF könnte in den nächsten Monaten weiter fallen. Eine Absicherung des Euro-Engagements erscheint uns daher angebracht", sagt die UBS. Obschon der faire Wechselkurs (basierend auf der Kaufkraftparität) laut der UBS bei 1,19 liegt, ist die Bank skeptisch. Sie rechnet für Ende 2020 mit einem Eurokurs von 1,06 Franken und für Mitte 2021 von 1,08.

Solange die Aktienkurse steigen, ist das Interesse von Seiten der Vermögensverwalter und Fondsmanager am Schweizer Franken überschaubar. Sollten sie jedoch fallen, gilt die Einschätzung von Hans Redeker, Chef-Devisenexperte bei Morgan Stanley: "Wer kalte Füsse kriegt, kauft Schweizer Franken. Er stabilisiert das Portfolio".

Die Finanzmärkte sind wegen permanenten Eingriffen der Notenbanken seit 2016 in einem Extremzustand. Wenn die Kurse steigen, ist das in der Regel gut für den Euro. Umgekehrt kommt eine Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen zum tragen: "Bei einem Anstieg der Risikoaversion profitieren Währungen, die in Krisenzeiten gefragt sind. Neben dem Yen ist dies der Schweizer Franken."

Wechselkursdiagramm EUR/CHF-Kurs basierend auf Kaufkraftparität versus Kassamarktkurs 2014-2024

Von einem Glücksfall für die Schweizerische Nationalbank (SNB) spricht UBS-Chefökonom Daniel Kalt. Wegen der hohen Risikobereitschaft habe die SNB in Sachen Euro-Stützungskäufen eine Verschnaufpause. "Wenn die Aktienmärkte aber wieder tauchen und falls sich die Konjunkturaussichten eintrüben, dann wird der Druck zurückkommen", sagt Kalt dem Börsenportal cash.ch.

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"Es gab bei der SNB wohl einen Richtwert von 1,05, unter den der Kurs nicht fallen sollte", meint Caroline Hilb von der St.Galler Kantonalbank. Zuletzt habe die SNB diesen Kurs nicht mehr verteidigen müssen. "Alles, was über 1,09 geht, wäre eine willkommene Überraschung", sagt die Expertin laut Schweizerischen Depeschenagentur (sda).

"Wenn wir von Jahren sprechen, dann geht die Reise wahrscheinlich Richtung Parität", prognostiziert Kalt. Zu einem erneuten Andocken an den fairen Wechselkurs bei 1,20, wie im April/Mai 2018, wird es demnach nicht kommen. Vielmehr läuft es auf folgende Entwicklung hinaus: Der faire Wechselkurs fällt in den kommenden Jahren stärker. Von ihm wird dieses Mal die Initiative zu einer Annäherung mit dem EUR/CHF-Kurs ausgehen.

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