Der Euro-Franken-Kurs hat seine Kursausschläge auf ein Minimum reduziert. Das absteigende Dreieck (descending Triangle) ist das Ergebnis einer zwei Jahre dauernden Phase, in der es dem Schweizer Franken nicht gelang, dem Euro die gewohnten Abwertungsschübe zu versetzen.
Das descending Triangle birgt hohes Verlustpotenzial für den Euro. Zwar dürfte das Kursziel dieses Patterns von 0,8630 im Jahr 2026 noch nicht erreicht werden. Mit einem Rückgang des Euro-Franken-Kurses auf 0,89 ist aber zu rechnen.
Die untere Linie des Dreiecks hat man wohl auch bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Auge. "Da und dort ist gar von einer heimlichen Kursuntergrenze bei 0,92 Franken pro Euro der SNB die Rede", schreibt die Schweizer Handelszeitung.
Ein Breakout aus dem Dreieck nach oben ist weniger wahrscheinlich als ein Breakout nach unten. Das hängt nicht damit zusammen, dass man von einem absteigenden Dreieck spricht, sondern hat damit zu tun, was die Kursentwicklung vor dem Dreieck gemacht hatte.
Hier gab es einen deutlichen Abwärtstrend: Der Euro-Franken-Kurs sank zwischen April 2018 und Dezember 2023 (dem Anfangspunkt des Dreiecks) von 1,20 auf 0,93 (-23%).
Hätte die SNB ihre Euro-Sützungskäufe in diesem Jahr nicht hochgefahren, stünde der EUR/CHF-Kurs aktuell tiefer. Ohne SNB-Euro-Power wäre EUR/CHF wohl im November aus dem Dreieck nach unten ausgebrochen, als er zuvor dreimal an der oberen Linien des Dreieck zurückprallte.
Aufgeschoben ist allerdings nicht aufgehoben: Bisher hat die SNB noch jedes Mal klein beigegeben.
Prognose 2026/27
- Der Euro-Franken-Kurs fällt im 1. Quartal 2026 (voraussichtlich im Februar/März 2026) auf 0,9180 und bis Jahresmitte 2026 auf 0,89.
- Es folgt eine Gegenbewegung nach oben (Pullback) auf 0,9100-0,9150
- Jetzt tritt der Kursverlauf in eine längere Trendkanal-Abwärtsbewegung ein und fällt auf 0,87-0,88 bis zum 1. Quartal 2027
