So hoch kann der Euro steigen, bevor er in die Falle tappt
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So hoch kann der Euro steigen, bevor er in die Falle tappt

Der Euro verbessert sich auf 1,0440 Franken. Aus der Sicht der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist die Devisennotierung damit im grünen Bereich. Sie bildet die Inflationsdifferenz ab, so wie sie es immer tat.

Die Abschwächung des Euro gegenüber dem Schweizer Franken in den letzten zwei Jahren von 1,10 auf 1,04 (-5,5%) entspreche "mehr oder weniger der Inflationsdifferenz", sagt SNB-Präsident Thomas Jordan im SRF.

2020 war die Inflation im Euroraum rund 1,5% höher als in der Schweiz. 2021 galoppierte die Geldentwertung in den Euroländern dann davon. Die Inflationsdifferenz weitete sich auf 3,5% aus. Ist damit der Höhepunkt erreicht?

Ja, sagt die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die Inflation in der Eurozone habe ihren Höhepunkt erreicht und werde sich 2022 Richtung 2% zurückbilden, prognostiziert ZKB-Anlagechef Christoph Schenk im Gespräch mit cash.ch.

Vergleich Entwicklung Inflation Euroraum Schweiz

Auch in der Schweiz sei ein Teil des Inflationsanstiegs "sicher vorübergehend" und werde wieder zurückgehen, zeigt sich SNB-Chef Jordan zuversichtlich. Das spräche allerdings für ein begrenztes Erholungspotenzial des Euro.

Die Frage ist nicht, ob der Euro steigt. Es ist recht sicher, dass er als nächstes über 1,05 klettert und sich dieser Anstieg wegen des Konjunkturaufschwungs und Zuflüssen in die europäischen Aktienmärkte fortsetzt.

Die Gretchenfrage

Wie lange dauert der Anstieg des Euro dieses Mal, lautet die Gretchenfrage. Die Zürcher Kantonalbank erwartet eine aus dem mittelfristigen in den längerfristigen Bereich hineinlaufende Euro-Aufwertung auf 1,08 Franken bis Anfang 2023.

Das könnte sich aber als zu optimistisch herausstellen. 1,08-1,10 ist bis Spätsommer möglich. Denn der Schweizer Franken ist ein Schwergewicht. Er wird sich nur für eine begrenzte Zeit vom Fliegengewicht-Euro zurückdrängen lassen.

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Danach ginge es wieder abwärts mit dem Euro-Franken-Kurs. 2022 ist gerade dabei sich in ein Jahr mit hohen Schwankungen an den Finanz- und Devisenmärkten zu entwickeln.

Es muss daher davon abgeraten werden Euros aktuell für 1,04 Franken zu kaufen und sie ein Jahr einfach liegen zu lassen in der Annahme, dass sie dann 1,08 oder 1,10 Franken wert sind.