đź’¶ Greift die SNB den EZB-Falken unter die Arme?đź’Ş
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đź’¶ Greift die SNB den EZB-Falken unter die Arme?đź’Ş

Österreichs Notenbankchef Robert Holzmann kritisiert die laxe Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Nichtsdestotrotz fällt der Euro mit 1,0795 Franken auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten. Um den Euro-Franken-Kurs zu stabilisieren, sind die EZB-Falken auf die Schützenhilfe der Schweizerischen Nationalbank (SNB) angewiesen.

EZB-Chefin Christine Lagarde hat in der letzten Wochen den Finanzmärkten zugesichert, die Zinsen frühestens im Jahr 2025 anzuheben. Damit sei sie einen Schritt zu weit gegangen, kritisiert Holzmann im Gespräch mit dem Börsensender CNBC. Er hätte sich eine kürzere Zins-Guidance gewünscht.

Die Vertreter Deutschlands und Belgiens im EZB-Rat, Jens Weidmann und Pierre Wunsch, sind auf der Seite Holzmanns. Diesen Falken stehen aber etwa 15 EZB-Ratsmitglieder gegenüber, die sich Zinserhöhungen (wenn überhaupt) frühestens in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts vorstellen können.

EUR/CHF-Entwicklung 2019-2021 mit eingezeichneten SNB-Interventionen

Der Euro setze seine schwache Form zum Franken fort, sagt die St.Galler Kantonalbank "Wir gehen davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) den starken CHF weiterhin im Auge haben und bei Bedarf am Devisenmarkt intervenieren wird", meint die Schweizer Privatbank Maerki Baumann.

Die SNB hat mit ihrer Lagebeurteilung vom 17. Juni 2021 die Bereitschaft am Devisenmarkt zu intervenieren, um eine Abschwächung des Schweizer Frankens herbeizuführen, untermauert. Die langsame Talfahrt des Euro-Franken-Kurses spricht allerdings gegen solche Stützungskäufe. Die Lage am Devisenmarkt beeinträchtigt momentan nicht die Planungssicherheit der Unternehmen.

Im ersten Quartal intervenierte die SNB kaum. Auch im laufenden Quartal und kommenden Quartal sei nur mit niedrigen Interventionen zu rechnen, sagt Karsten Junius, Chefökonom bei der Bank J. Safra Sarasin, laut einer awp-Meldung. Der Euro-Franken-Kurs ist aktuell mit 1,08 auf dem Niveau von vor dem Ausbruch der Pandemie. Ende 2019 intervenierte die SNB nicht.

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