EUR/CHF-Kursverlauf: Das ist auffällig
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EUR/CHF-Kursverlauf: Das ist auffällig

Das stärkste Wirtschaftswachstum in der Eurozone seit 15 Jahren reicht nicht aus, um ein Anstieg des Euro auf 1,10 Franken herbeizuführen. Stattdessen koppelt sich der EUR/CHF-Kurs weiter von den Konjunkturzyklen ab. Die Uhr läuft gegen ihn.

"Angesichts der rasanten Nachfrage boomt die Eurozone wie seit 15 Jahren nicht mehr", sagt Chefvolkswirt Chris Williamson von IHS Markit. Der steile Anstieg des Einkaufsmanagerindex (PMI) zeige, dass sich der Aufschwung von der Industrie auf die Dienstleistungssektoren ausweite.

Ein ähnlich starker Konjunkturaufschwung in der Eurozone fand das letzte Mal vor drei Jahren statt. Infolge kletterte der EUR/CHF-Kurs im April 2018 auf 1,20. Aktuell schafft er es nicht einmal auf 1,10. Bei 1,0970 ist bereits Schluss.

Linienchart Wechselkurs Entwicklung Euro Schweizer Franken 2018-2021

Diese Abnutzungserscheinungen sind Ergebnis des steilen Anstiegs der Staatsschulden sowie deren Finanzierung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Aktueller Stand: Die EZB wird im September 2021 darüber diskutieren, ab wann man die monatlichen Staatsanleihenkäufe von knapp 100 Milliarden Euro gedenkt zu verringern.

Ob das dann zu einem merklichen Anstieg des EUR/CHF-Kurses führt, ist unwahrscheinlich. Je mehr Zeit verstreicht, umso stärker wirken die natürlichen Aufwertungskräfte des Schweizer Franken. Zu ihnen zählen die niedrigere Inflation, die deutlich tieferen Staatsschulden und eine sehr wettbewerbsfähige Wirtschaft.

Für den Euro spricht dann nur noch das angespannte Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU. Die Schweiz wird das wohl einige Wachstumspunkte kosten. Nicht auszuschließen: Die eidgenössischen Unternehmen überraschen einmal mehr alle Experten, so wie nach der Mindestkurs-Aufhebung.

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