EUR/CHF: Keine Panik
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EUR/CHF: Keine Panik

Der Euro sinkt unter 1,10 Franken, nachdem die Europäischen Zentralbank (EZB) einer Abkehr von ihrer ultralockeren Geldpolitik eine Absage erteilt. Gegenwind für die Gemeinschaftswährung kommt ferner aus dem Verarbeitenden Gewerbe.

Man sei sehr weit davon entfernt das Inflationsziel zu erreichen, sagt EZB-Chefin Christine Lagarde in einem Interview mit CNBC. "Wenn es notwendig wird, es noch einmal zu tun, tun wir es noch einmal", so die Französin mit Blick auf die ständig steigenden Anleihenkäufe.

Der Schlüssel zu einem höheren EUR/CHF-Kurs liegt in der Zuversicht über die konjunkturelle Erholung der Eurozone. Diese Zuversicht hat gerade einen Dämpfer erhalten. So ist die Gesamtproduktion der Industrie in Deutschland und Frankreich im Februar überraschend gefallen.

Man sehe zwar Licht am Ende des Tunnels. Das sei aber noch weit entfernt, so Lagarde. Der Euro sank zuletzt auf 1,0990 Franken und damit auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen. Die wichtige Unterstützungszone bei 1,10-1,1010, an der die Devisennotierung im März zweimal nach oben zurückprallte, ist dabei zu brechen.

EUR/CHF-Kursverlauf zeigt im April 2021 nach unten


Ausblick


Der Euro-Franken-Kurs wird weiter fallen, sollte das Licht am Ende des Tunnels nicht langsam größer werden. Die nächste Unterstützungszone kommt bereits bei 1,0950. Sollte sie nicht halten, wäre Platz auf 1,0870.

Je tiefer der Euro fällt, umso schwieriger wird es für ihn ab dem Sommer, wenn 70% der EU-Bevölkerung geimpft sein soll, wieder die bisherige Jahrehöchstmarke bei 1,1150 zu erreichen.

Ein Schreckgespenst unter den Euro-Supportern ist eine Rückkehr in die "alte Seitwärtsbewegung". In ihr hatte sich der EUR/CHF-Kurs von Mitte 2020 bis Anfang 2021 aufgehalten.

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