Wie es mit Euro und Franken jetzt weitergeht
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Wie es mit Euro und Franken jetzt weitergeht

Der Euro schlägt mit einem kurzen Anstieg auf 1,0850 Franken eine Finte. Plötzlich wechselt er zurück in den Schlingerkurs, und so sinkt der EUR/CHF-Kurs auf 1,0770. Die Europäische Zentralbank (EZB) steht davor weitere Lockerungen anzudeuten und ihre Rhetorik mit Blick auf einen aus ihrer Sicht zu starken Euro zu bekräftigen.

Kursverluste liegen in der Luft, nachdem der Euro zum fünften Mal bei 1,0850 Franken zurückprallt. Die schwarze Kerze auf dem Tages-Chart ist ein klares Signal eines bevorstehenden Schlingerkurses zu Gunsten des Schweizer Franken. Es dürfte daher auf ein Test des Unterstützungsbereichs bei 1,0700-1,0730 hinauslaufen.

Weil sich die Inflation in der Eurozone im August stärker abkühlte als erwartet, gewinnen die Vertreter einer noch lockereren Geldpolitik im EZB-Rat einmal mehr die Oberhand. "Die Notenbank dürfte am Donnerstag weitere Maßnahmen in Aussicht stellen, während EZB-Chefin Christine Lagarde vor einem zu starken Euro warnen könnte", skizziert der Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader.

Trading-Range des Euro-Franken-Währungskurses bei zunehmender Schwankungsbreite

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) musste im August nicht viel tun. Ihre Devisenreserven stagnierten bei knapp über 850 Milliarden Franken. Zwischen März und Juni waren sie von 766 Milliarden Franken auf 850 Milliarden gestiegen. Ursache waren massive Euro-Stützungskäufe. Die SNB hatte einen inoffiziellen Euro-Mindestkurs bei 1,05 Franken eingeführt, um die Exporteure des Landes zu schützen.

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Etwas darüber, bei 1,07 Franken, sieht Raiffeisen Schweiz den Euro. Zu groß seien die Verunsicherung der Anleger in Bezug auf die wirtschaftliche Großwetterlage sowie die strukturellen Probleme der Eurozone, begründet die Bank. "Die SNB dürfte ihrerseits alles daran setzen, eine Bewegung des Frankens in Richtung Parität zu verhindern."

Der Euro-Franken-Kurs ist seit zwei Monaten in einer Trading-Range. Bisher sind sämtliche Ausbruchversuche gescheitert. Es gilt jedoch festzuhalten, dass sich die Schwankungsbreite in den letzten Wochen vergrößert hat. Nach der Finte bei 1,0850 ist daher als nächstes mit einem Absinken auf ca. 1,0710 zu rechnen. Der Euro wäre dann auf dem tiefsten Stand seit Mitte Juli.
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