Wird der Schweizer Franken wieder steigen?
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Wird der Schweizer Franken wieder steigen?

Unter den Banken herrscht große Einigkeit: Der Schweizer Franken wird nicht wieder steigen. Der Platz nach oben für den Eurokurs ist laut den Devisenexperten jedoch begrenzt. Einzig die Schaffhauser Kantonalbank widerspricht. Sie rechnet damit, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Franken von aktuell 1,07 auf 1,04 per 1 Euro ziehen lässt.

EUR/CHF-Ausblicke nach Aktualität:

Der Franken sollte nicht mehr einem so hohen Aufwertungsdruck ausgesetzt sein. Bis Ende September 2020 sei mit einem Eurokurs von 1,07 Franken zu rechnen, sagt die Raiffeisenbank Salzburg. "Kreditnehmer sollten sich jedoch nicht in Sicherheit wiegen", schiebt die Bank an die Adresse der heimischen Franken-Schuldner hinterher. (15.07.2020)

Weiterlesen: Zur Lage von Franken-Kreditnehmern im Juli 2020

Für den als Sicheren Hafen wahrgenommenen Schweizer Franken sei die Zeiten nicht günstig, ist das Devisen-Research der Bank-Austria-Mutter Unicredit überzeugt. Mit Blick auf das geplante 750 Milliarden Euro schwere Wiederaufbauprogramm rechnet die Bank erst zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Einigung. "Wir erwarten jedoch keine starke Enttäuschung auf der Investorenseite und damit eine negative EUR-Reaktion." (13.07.2020)



"Inzwischen konnte auch die 200-Tagelinie bei 1,0734 auf Tagesschlusskursbasis überwunden werden", beobachtet die Landesbank Hessen-Thüringen. "Damit ist der Weg frei bis zum zyklischen Hoch, das Anfang Juni bei 1,0915 CHF markiert wurde." Auch dann ist laut der Landesbank noch Platz nach oben. Sie erwartet bis Ende 2020 ein Anstieg des Euro auf 1,10 Franken. (09.07.2020)

Linienchart EUR/CHF-Kurs Mitte 2019 bis Mitte 2020 mit eingezeichneten Währungsprognosen bis Jahresende

Der Liechtensteinischen Landesbank zufolge sind Die Chancen auf eine Fiskalunion und damit für einen Ausgleich zwischen starken und schwachen Mitgliedsstaaten gestiegen. "Die Erwartungen von kurzfristigen Finanzhilfen für die Peripherie und von langfristigen Reformbemühungen unterstützen momentan die Gemeinschaftswährung", schlussfolgert sie. (09.07.2020)



"Gemäß Kaufkraftparität ist der Franken gegenüber dem Euro hoch bewertet", sagt die Landesbank Baden-Württemberg. Darüber hinaus kaufe die Schweizerische Nationalbank immer wieder Euros, um den Franken abzuschwächen. Deutschland größte Landesbank sieht den Euro-Franken-Kurs Ende 2020 bei 1,07 und Mitte 2021 bei 1,09. (07.07.2020)



"Im Zuge der Erholungsrally an den Aktienmärkten hat auch der Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken etwas abgenommen.[...] Wir rechnen beim EUR/CHF-Kurs auf Jahressicht unverändert mit einer Seitwärtsbewegung", schildert Raiffeisen Schweiz den aktuellen EUR/CHF-Ausblick. (01.07.2020)



Laut den Wechselkursprognosen der Schaffhauser Kantonalbank wird der Euro bis Oktober 2020 auf 1,04 Franken sinken und sich dann 2021 auf 1,06 erholen. Die Europäische Zentralbank (EZB) lasse keine Zweifel offen, dass die Geldpolitik noch sehr lange ausgesprochen expansiv bleiben. (01.07.2020)



"Im Zuge der Normalisierung an den internationalen Finanzmärkten nahm die Nachfrage nach Schweizer Franken zuletzt etwas ab. Die Lage bleibt aber fragil", betont die Graubündner Kantonalbank und sagt voraus: "Der Schweizer Franken dürfte auch in den kommenden Monaten in der Gunst der Anleger bleiben und EUR/CHF deshalb auf gedrückten Niveaus verharren." (19.06.2020)