Short Squeeze: So steigt der Euro auf 1,08 Franken
Home » » Short Squeeze: So steigt der Euro auf 1,08 Franken

Short Squeeze: So steigt der Euro auf 1,08 Franken

"Die europäische Gemeinschaftswährung ist gerade auf einem Siegeszug gegenüber ihrem Schweizer Cousin", schreibt Bloomberg. Der Eurokurs kletterte in den letzten zwei Wochen von 1,05 auf 1,07 Franken (+1,9%). Da ist noch mehr drin. Wer am Devisenmarkt auf einen wieder sinkenden Euro wettet, dürfte überrumpelt werden.

Von den Einkaufsmanager-Daten (PMI) kommt viel Rückenwind für die Eurozone. Der PMI für die italienische Industrie klettert überraschend kräftig auf 45,1 Zähler. Chinas PMI steigt über die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Davon wird natürlich die deutsche Wirtschaft stark profitieren.

Der Anstieg des Euros geriet zuletzt etwas ins Stocken, und so tritt der EUR/CHF-Kurs aktuell bei 1,07 auf der Stelle. Die Freunde der Frankens liebäugeln mit einem Trendlinien-Rücksetzer. An Abwärtstrendlinien geht es dem EUR/CHF-Kurs nicht aus. Zwar wurde eine sechsmonatige Abwärtsbewegung mit zahlreichen Trendlinien gerade beendet.

Weiterlesen: Paradigmenwechsel: Euro-Ausblick stark verbessert

Nun gilt es aber im EUR/CHF-Chart weiter in die Vergangenheit zurückzugehen. Wer das tut, findet eine Abwärtstrendlinie, die bei 1,15 im April 2019 beginnt. Der Eurokurs hat zuletzt einen Kontaktpunkt mit dieser Linie bei 1,0725 hergestellt. Er prallte anschließend leicht nach unten zurück.

Kerzenchart Abwärtstrend EUR/CHF-Kurs von April 2019 bis Juni 2020 mit Pfeil-Prognosen

Einige Marktbeobachter fühlen sich an Dezember 2019 erinnert. Damals prallte der Euro an der gleichen Trendlinie, und zwar bei 1,1030 Franken, zurück. Es folgte eine Talfahrt bis Mitte Mai 2020 auf 1,0498 (5-Jahrestief). Dass es nun zu einem ähnlichen Rücksetzer kommt, ist recht unwahrscheinlich.

Im Dezember 2019 versuchte der Euro zweimal über 1,10 Franken zu steigen. Wenn etwas zweimal erfolglos getestet wird, geht es in der Regel in die andere Richtung. Genau das passierte dann auch. Aktuell ist der Eurokurs aber weit davon entfernt sich bei 1,07 Franken festzulaufen.

Wer also auf einen fallenden EUR/CHF-Kurs wettet mit einem Stop-Loss etwas über der Trendlinie, wird aller Voraussicht nach einen Verlust machen. Darin liegt eine große Chance für den Euro. Müssen die Short-Seller den Euro wegen Auslösen ihrer Stop-Loss zurückkaufen, dürfte er in einer schnellen Bewegung auf 1,08 Franken steigen.