Schweiz - Eurozone 3:0
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Schweiz - Eurozone 3:0

Die Schweizer Wirtschaft kommt besser durch die Corona-Krise. Auch bei der Inflation punktet sie. Die Geldentwertung war, ist und bleibt geringer als in den Euroländern. Zu guter Letzt belastet die Arbeitslosigkeit den Euro. In Europa gibt es laut Allianz neun Millionen Zombie-Jobs.

2020 wird die Schweizer Wirtschaftsleistung laut der Expertengruppe des Bundes (Seco) um 6,2% schrumpfen. Die EU-Kommission rechnet für die Eurozone mit einem Rückgang von 7,7%. 2021 soll es dann mächtig Dampf geben. Für die Schweiz wird ein Anstieg um 4,9% vorausgesagt, für die Eurozone um 6,3%.

Geht man davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) vor der Corona-Krise bei 100 war, ergeben sich folgende Entwicklungen:

2020:
Schweiz geht runter auf 93,8
Eurozone geht runter auf 92,3

2021:
Schweiz geht rauf auf 98,4
Eurozone geht rauf auf 98,1

Beide sind Anfang 2022 unter den BIP-Ständen von vor der Corona-Krise. Die Schweiz hat die Nase jedoch leicht vorn. Im Hinterkopf sollte man behalten: In den letzten Jahren waren die Prognosen für die Eurozone zu rosig. Die Schweiz konnte beim Wachstum hingegen oft die Erwartungen übertreffen. Besonders eindrucksvoll war ihre konjunkturelle Performance nach der plötzlichen Aufhebung des Mindestkurses bei 1,20.

Inflation


Geldentwertung ist in der Schweiz ein Fremdwort. Die Verbraucherpreise fallen. Für das laufende Jahr wird eine Inflationsrate von -0,9% prognostiziert. Für nächstes Jahr -0,3%. In der Eurozone gibt es hingegen Geldentwertung. Hier liegen die Vorhersagen bei 0,2% und 1,1%.

Prognosen Inflationsentwicklung Schweiz und Euroland für 2020 und 2021 (Säulendiagramm)

"Nach unserer Einschätzung liegt der Wert des Franken zum Euro basierend auf Kaufkraftparitäten derzeit in einer Bandbreite von rd. 1,14 bis 1,16. Wir gehen allerdings davon aus, dass dieser Wert aufgrund der anhaltend niedrigeren Inflationsraten in der Schweiz längerfristig kontinuierlich absinken wird", heißt es im aktuellen Quartalsheft Global Strategy der Erste Group.

Beschäftigung


Die Arbeitslosenrate in der Schweiz wird laut dem Seco bei 3,8% (2020) und 4,1% (2021) liegen. Für die Eurozone rechnet die EU-Kommission mit 9,6% und 8,6%. Dieser Ausblick mit großer Unsicherheit verbunden.

Man gehe davon aus, dass in den fünf größten Volkswirtschaften Europas etwa neun Millionen Arbeitnehmer im nächsten Jahr eine, erhöhten Risiko unterliegen, ihren Job zu verlieren, sagt das Asset Management der Allianz. Hintergrund sei das Kurzarbeitergeld in Verbindung mit einer in vielen Beschäftigungssektoren lange auf sich warten lassenden Erholung.

🔗Europe’s job retention schemes have created 9 million ‘zombie jobs’

Die hohe Wachstumsprognose 2021 für die Eurozone unterstellt, dass die Kurzarbeiterjobs wieder in reguläre Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt werden. Dies könnte sich als Irrtum herausstellen. Das Kombilohn-Modell, bei dem sich der Staat an den Lohnkosten der Unternehmen beteiligt, droht zu etwas Dauerhaftem zu werden.

Sollten Merkel, Macron, Sanchez und Co. am Kombilohn-Modell 2021ff festhalten, könnte man den veranschlagten BIP-Anstieg von 6,3% für die Eurozone in der Pfeife rauchen. Der Euro ist wegen der höheren Geldentwertung bereits unter Druck. Die Problematik mit Zombie-Jobs spräche dann dafür, dass der Schweizer Franken noch mehr Fahrt aufnimmt.

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