EZB legt Finger an QE-Abzug
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EZB legt Finger an QE-Abzug

Liniendiagramm Euro-Franken-Kurs von April 2018 bis Februar 2020 zeigt Rückfall um 11%

Der Euro steigt auf 1,20 Franken. Weil die Eurozone über 2% wächst, erscheint ein Durchmarsch auf 1,30 sehr gut möglich. So ist die Situation im April 2018. Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Der Schweizer Franken lässt die Muskeln spielen. Für 1 Euro gibt es nur 1,07 Franken.

"Historisch gesehen ist der Schweizer Franken ein besserer Wertspeicher als andere Hauptwährungen. Das wird sich nicht ändern", sagt der Währungsexperte Lee Hardman von Mitsubishi UFJ Financial Group. Seine Prognose: Der Eurokurs wird bis Jahresende auf 1,04 Franken fallen.

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Das Coronavirus bringt die Weltwirtschaft in eine heikle Situation. Es geht um die so genannten länderübergreifenden Lieferketten (Supply Chains). In China stehen wegen des Virusausbruchs viele Fabriken still.

Infolge werden sich die Konjunkturverläufe in China, um China herum und auch in Europa und Nordamerika abkühlen. Von einem "großen Problem" für die Weltwirtschaft sprechen die Analysten von Morgan Stanley. Die Antwort darauf ist bereits absehbar.

Die Notenbanken werden frisches Geld drucken und in die Finanzmärkte pumpen. Die Europäische Zentralbank (EZB) bringt sich bereits in Stellung. Das Coronavirus füge der Weltwirtschaft eine neue Unsicherheitsschicht hinzu, sagte gerade EZB-Chefin Lagarde.

Das Virus und seine negativen Auswirkungen ist eine Steilvorlage für die EZB-Tauben. Sie könnten darauf drängen, mit den monatlichen Käufen von Staatsanleihen (QE) von 20 Milliarden Euro auf 40 Milliarden Euro hochzugehen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wäre dann in einer äußerst heiklen Situation. Die EZB wird einige Wochen, wenn nicht sogar Monate, benötigen, um ihre Kommunikation hin zu mehr QE auszurollen. Während dieser Zeit wird der EUR/CHF-Kurs von großen Abwärtsrisiken heimgesucht.

SNB-Chef Thomas Jordan wären dann die Hände gebunden. Die Schweiz steht seit kurzem auf der US-Beobachtungsliste für mögliche Währungsmanipulationen und muss Sanktionen befürchten.

Die SNB wird nicht proaktiv tätig werden. Soll heißen: Sie muss abwarten, bis die EZB ihre geldpolitischen Beschlüsse gefasst und verkündet hat und kann erst danach mit ihrem Leitzins von -0,75% auf -0,90% oder -1% runtergehen.
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