Zur Lage von Franken-Kreditnehmern im Januar 2020
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Zur Lage von Franken-Kreditnehmern im Januar 2020

Die verbleibenden 90.000 Franken-Kreditnehmer in Österreich werden zu Jahresbeginn von einem Wechselkursrückgang auf dem falschen Fuss erwischt. Für 1 Euro gibt es aktuell nurmehr 1,07 Schweizer Franken. Vor einem Monat waren es 1,10, vor einem Jahr 1,14.

"Massiver Abbau des aushaftenden Volumens an Fremdwährungskrediten fortgesetzt", heißt es in einer Pressemitteilung der Finanzmarktaufsicht (FMA) vom 20. Dezember 2019. Die Fremdwährungsschulden aller Privathaushalte in Österreich zusammen lagen zuletzt bei knapp 14 Milliarden Euro.

Seit Jahren ist dieses Fremdwährungskreditvolumen rückläufig. Das hat drei Gründe:
  1. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst 2008 wurde ein Vergabestopp für Fremdwährungskredite verhängt.
  2. Franken-Kreditnehmer konvertieren vor dem Laufzeitende in Euro-Kredite. Banken unterstützen sie dabei.
  3. Franken-Kredite, die um die 00-Jahre aufgenommen werden, werden zurückgezahlt.

Dass der Euro auf den Franken verliert, überrascht Devisenexperten. Laut den Prognosen der Banken wird der Euro-Franken-Kurs 2020 zwischen 1,10 und 1,16 liegen. Anzumerken ist: Die Devisenexperten haben den EUR/CHF-Kurs seit dem Wegfall der Stützgrenze bei 1,20 regelmäßig zu hoch prognostiziert.

Die meisten haben daraus nichts gelernt und wollen stattdessen weiter mit dem Kopf durch die Wand. Vor allem die deutschen Devisenexperten weigern sich standhaft zur Kenntnis zu nehmen, dass der Schweizer Franken eine Aufwertungswährung ist.

Er wurde nicht nur gegen Lira, Franc und Peseta über Jahrzehnte gesehen stets stärker. Auch die Deutsche Mark konnte ihm nicht das Wasser reichen. Eine vermeintliche Franken-Überbewertung basierend auf Kaufkraftparitäten-Rechenmodellen hindert den Franken nicht daran, stärker zu werden.

Schweizer Zinsen schleichen heimlich davon


Der CHF 3-Monats-Libor klettert auf -0,67%. Der Zins, an den viele der in Österreich vergebenen Franken-Kredite gebunden sind, ist damit auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Der CHF 1-Monats-Libor steigt weniger rasant. Er liegt aktuell bei -0,77%.

Ende Oktober 2019 überwand der CHF 3-Monats-Libor den bei -0,75% liegenden Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Zwar war der CHF 3-Monats-Libor auch weite Teile 2017 und 2018 über dem Leitzins. Diesmal könnte es sich aber um einen Ausbruch nach oben handeln.

Das Tempo der Aufwärtsbewegung ist merklich höher als 2017 und 2018. Man muss also damit rechnen, dass der Zinsanstieg weiter geht. Der CHF 3-Monats-Libor könnte bis Mitte 2020 auf -0,50% nach oben klettern.

Dann müssten viele Franken-Kreditnehmer wieder Zinsen bezahlen, als ihr Zinsaufschlag (Marge) den CHF 3-Monats-Libor übersteigen würde. Bankkunden, für die der CHF 1-Monats-Libor relevant ist, setzen darauf, dass dieser Satz weiterhin langsamer steigt als der CHF 3-Monats-Libor.
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