Knüppel zwischen die Beine für Weidmann und EUR/CHF
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Knüppel zwischen die Beine für Weidmann und EUR/CHF

Der Burgfrieden im Handelsstreit zwischen den USA und China lässt Anlegerherzen höher schlagen. Aktienkurse sind wieder am steigen. "Auch der EUR/CHF profitierte von den guten Nachrichten vom G20 Gipfel und konnte sich von den Tiefständen um 1,1090 lösen", kommentiert die Thurgauer Kantonalbank. Mit der Sprache, wer nächster EZB-Chef wird, rücken Merkel, Macron und Co. bisher nicht raus. Einem EZB-Chef Weidmann werden Franzosen und Italiener Knüppel zwischen die Beine werfen. Das Anstiegspotenzial des Euros ist deswegen überschaubar.

Der Eurokurs steigt zu Beginn der zweiten Jahreshälfte auf 1,1150 Franken. Das ist der höchste Stand seit zwei Wochen. Der exportlastige deutsche Dax klettert im Lichte des zwischen den USA und China vereinbarten Waffenstillstandes auf den höchsten Stand seit August 2018. Damit dem Euro-Franken-Kurs selbiges gelingt, müsste er 1,15 erreichen. Kein einfaches Unterfangen. Das Konjunkturklima in der Eurozone sank im Juni auf den tiefsten Stand seit knapp drei Jahren. Darüber hinaus ist das Chartbild gespickt mit Widerständen.


Weil sich die EU-Staats- und Regierungschefs bisher nicht auf einen Nachfolger von Juncker einigen können, verzögert sich die Ernennung des neuen EZB-Chefs. Wer Nachfolger von Mario Draghi wird, soll erst entschieden werden, wenn man sich über die Vergabe der vakankten Spitzenjobs in Brüssel, zu denen neben Kommissionschef auch Ratspräsident und Außenbeauftragte gehört, geeinigt hat. Sicher ist inzwischen, dass der deutsche CSU-Politiker Manfred Weber nicht Juncker-Nachfolger wird. Damit steigen die Chancen für Weidmann EZB-Chef zu werden.

Entscheidend ist die Mitgift, die Frankreich und Italien Weidmann aufbürden. Draghi könnte mit seiner südeuropäischen Mehrheit im EZB-Rat und der Unterstützung der französischen- und italienischen Regierungen vor seinem Ausscheiden noch eine zweites Wertpapierkaufprogramm (QE2) auf den Weg bringen. Weidmann müsste dieses Programm dann managen, was vielen in der Bundesbank nicht schmecken dürfte. Damit wäre das gesteigerte Interesse am Euro, das die Ernennung Weidmanns zur Folge hätte, sehr schnell wieder verflogen.

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