Zertr├╝mmert die EZB-Brechstange den EUR/CHF-Kurs?
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Zertr├╝mmert die EZB-Brechstange den EUR/CHF-Kurs?

Der Euro f├Ąllt unter 1,12 Franken, nachdem EZB-Pr├Ąsident Mario Draghi signalisiert, erneut Staatsanleihen zu kaufen. Damit ist eine Normalisierung der Geldpolitik endg├╝ltig vom Tisch. Macht der Italiener ernst und dr├╝ckt die Beschl├╝sse noch vor dem Ende seiner Amtszeit durch den EZB-Rat, d├╝rfte an einem Absinken des Euros unter 1,10 Franken kein Weg vorbeigehen.

Man habe noch sehr viel "Kopffreiheit", um mehr Anleihen zu kaufen, sagt Draghi. Auch k├Ânne man die Leitzinsen weiter senken. Der Einlagenzins ist aktuell bei -0,40%. Der Hauptrefinanzierungssatz, der eigentliche EZB-Leitzins, liegt bei 0%. Gut vorstellbar, dass man beide S├Ątze jeweils um 0,10% nach unten verschiebt.

Es muss bezweifelt werden, ob sich mit einer Verbreiterung des Negativzins-Regimes und einem neuen Gelddruckprogramm (QE2) die Wirtschaft der Eurozone wieder flottmachen l├Ąsst. Was man allerdings erreichen w├╝rde, w├Ąre ein weiterer Anstieg die Immobilienpreise sowie eine Zementierung der unnat├╝rlich hohen Kurse f├╝r Aktien, Staatsanleihen und Unternehmensanleihen.


Draghi konterkariert ├ľsterreichs Notenbankchef Ewald Nowotny. Der hatte zuvor dem "Handelsblatt" gesagt: "Die EZB hat sicher noch Instrumente. Ich w├╝rde sie nur nicht leichtfertig einsetzen. Wenn es tats├Ąchlich zu einer Rezessions- oder Deflationsgefahr k├Ąme, dann ist es sicherlich sinnvoll, weitere Instrumente einzusetzen. Nur sehe ich das auf absehbare Zeit nicht."

F├╝r den Euro-Franken-Kurs ist die ganze Tragweite der wieder in die Vollen gehenden EZB nicht absehbar. Es wird aufs Timing ankommen. Eine Variante, die in den Hinterzimmern Br├╝ssels diskutiert werden k├Ânnte: Draghi dr├╝ckt vor seinem Abgang noch schnell die n├Ąchste Runde Staatsanleihen-K├Ąufen mit der Duldung Deutschlands durch. Daf├╝r wird Bundesbankchef Jens Weidmann neuer EZB-Chef.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) muss sich das alles sehr genau anschauen, wobei es wahrscheinlich ist, dass auch sie ihre Geldpolitik noch radikaler ausrichten wird. Ob das dann am Ende reicht, den Euro ├╝ber 1,10 Franken zu halten, darf bezweifelt werden. In der Schweiz mehren sich die Stimmen, die eine Emanzipation von der EZB fordern.

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