EUR/CHF-Kurs über 1,14: Was dahinter steckt
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EUR/CHF-Kurs über 1,14: Was dahinter steckt

Der Euro klettert nach überraschend guten Konjunkturdaten aus der Eurozone auf 1,1450 Franken. Vor allem den Euro-Dollar-Kurs sollte man aktuell im Auge behalten. Er könnte hochschießen, weil die US-Wirtschaft nicht mehr "The Only Game in Town" ist. Abwärtsrisiken manifestieren sich, wenn der Dollar zum Franken abschmiert und die Statistiker der Übereifer erfasst hat.

Das Wirtschaftsleistung der Eurozone lag im 1. Quartal 2019 um 0,4% höher als im Vorquartal, meldet Eurostat. Das ist eine Überraschung. Ökonomen hatten mit 0,2-0,3% gerechnet. Das Trio Frankreich, Italien und Spanien hat besser abgeschnitten als erwartet. Was Deutschland anbetrifft, da muss man noch abwarten (siehe weiter unten).

Auswirkungen

Wegen der guten Euro-Konjunkturdaten sei die Wahrscheinlichkeit für großzügige EZB-Langfristkredite (TLTRO) gesunken, kommentiert der ökonomische Dienst von Bloomberg. Die EZB hatte im Februar ein neues Langfristkreditprogramm für die zweite Jahreshälfte angekündigt, will sich aber bisher nicht über die Konditionen festlegen.

Müssten sich die Geschäftsbanken zu strafferen Konditionen Geld aus der EZB-Notenpresse besorgen, wäre das neben einer von den USA ausgehenden Verbreiterung Konjunkturdynamik auf die Weltwirtschaft eine gute Nachricht für den Euro.

Eine Binsenweisheit des Devisenmarktes besagt: Ist die Weltwirtschaft im Aufwind, dann spielt das dem Euro in die Karten. Entwickelt sich sie sich hingegen lauwarm, so wie in den letzten Monaten, dann ist der US-Dollar gefragt. Aktuell zeichnet sich ein Wechsel zu Erstgenanntem ab. Freie Fahrt nach oben hat der Euro-Franken-Kurs aber nicht. Das hat zwei Ursachen:
  1. So könnte der Schweizer Franken zum US-Dollar stärker aufwerten als der Euro zum US-Dollar. Dies würde den Euro-Franken-Kurs drücken.
  2. Bei dem Wirtschaftswachstum für die Eurozone von 0,4% handelt es sich um eine Schnellschätzung der Statistiker. Deutschland liefert seine Wachstumszahlen erst in zwei Wochen. Dann könnte eine Abwärtsrevision auf 0,3% oder sogar 0,2% notwendig werden.

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