Euro steigt in nächsten 10 Monaten auf 1,15 Franken, UBS
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Euro steigt in nächsten 10 Monaten auf 1,15 Franken, UBS

Hat sich der Euro mit seinem jüngsten Anstieg von 1,0636 auf 1,0708 Franken erst warmgelaufen? Zieht man eine aktuelle Wechselkursprognose der UBS heran, ist das zu bejahen. Die größte Bank der Schweiz rechnet für das laufende Jahr mit einer Erhöhung auf 1,15 Franken. Die Prognose ist mit einem Pferdefuß versehen.

"Der EURCHF-Wechselkurs wird weiterhin durch die Geldpolitik der EZB und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie globale geopolitische Unsicherheiten getrieben", heißt es im UBS Outlook Schweiz. Die SNB habe 2016 ein Absinken des Euros unter 1,06 Franken verhindert und dürfte dies auch im laufenden Jahr tun.

Der Devisenmarkt fühlte den Schweizer Währungshütern zweimal so richtig auf den Zahn. Im Juni 2016, am Tag nach dem Brexit-Votum, sank der Euro auf 1,0621 Franken. Ende Januar 2017 kam es zu einem Rückfall auf 1,0636. Beide Male konnte sich der EUR/CHF-Kurs wieder stabilisieren. Beim Brexit, so viel ist bekannt, wäre das ohne Euro-Stützungskäufe der SNB nicht möglich gewesen.

Spielverderber

"Wir erwarten für 2017 eine eindeutigere Diskussion sowie einen Entscheid über das Ende der Anleihenkäufe der EZB, was den Euro unterstützen dürfte". Daraus leitet die UBS ab: "Erstmals seit Beginn der Eurokrise sollte somit der Druck auf EURCHF spürbar nachlassen und das Währungspaar mittelfristig wieder in Richtung 1,15 steigen."

Draghi habe die Latte für einen Ausstieg sehr hoch gelegt, erläutert Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer im "Focus". Der Italiener könne immer behaupten, "die Inflation ziehe nur wegen der EZB an. Das Gegenteil lässt sich nur schwer beweisen. Das eröffnet Draghi alle Möglichkeiten, die Finanzminister der hoch verschuldeten Länder im Süden der Währungsunion weiter zu unterstützen."

Überspitzt ausgedrückt: Draghi wird nur aufhören Staatsanleihen zu kaufen, wenn die Arbeitslosigkeit in Italien auf 5% und in Spanien auf 7% sinkt und gleichzeitig die Löhne kräftig steigen. Das ist aber ein Ding der Unmöglichkeit. Insofern steht der von der UBS prognostizierte Anstieg des Euros auf 1,15 Franken auf wackligen Beinen.

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