Zur aktuellen Lage von Franken-Kreditnehmern in Österreich
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Zur aktuellen Lage von Franken-Kreditnehmern in Österreich

Für Franken-Kreditnehmer könnte es sich gerade so ausgehen. Die Devisenexperten sagen, dass der Euro in den kommenden drei Jahren auf 1,19 Franken klettern wird. Da die meisten Schweizer-Franken-Kredite in Österreich erst zwischen 2020 und 2025 fällig werden, käme der Euro-Anstieg noch gerade zur rechten Zeit. Kreditnehmer könnten sogar 5.000 Euro und mehr verdienen.

Die von dem Finanzdienst Bloomberg befragten Devisenexperten rechnen im Mittel damit, dass der Eurokurs bis Ende 2018 auf 1,19 Franken steigen wird. Sollte sich diese Schweizer Franken Prognose bewahrheiten, würde der aktuell bei 1,04 Franken notierende Euro um 14 Prozent aufwerten.

Beispiel:
  • Ein Häuselbauer hat sich im Jahr 2002 im Gegenwert von 150.000 Euro in Schweizer Franken verschuldet. Damals lag der Euro-Franken-Kurs bei 1,48. Weil der Euro inzwischen massiv an Wert verloren hat, nahm die Kreditschuld zu. Sie beträgt nicht mehr 150.000 Euro wie vor 13 Jahren, sondern 213.461 Euro (bei einem Euro-Franken-Kurs von 1,04).

  • Sollte der Euro wie von den Devisenexperten prognostiziert auf 1,19 Franken klettern, läge die Kreditschuld bei 186.555 Euro. Da sich der Franken-Kreditnehmer in der Zwischenzeit gegenüber einer Euro-Finanzierung etwa 30.000 Euro an Zinsen ersparte, liegt sein Verlust bei knapp 7.000 Euro.

  • Aus dem Minus könnte ein Plus werden. An die massiven Gewinne, die österreichische Kreditnehmer gemacht haben, die sich für einen Yen-Kredit entschieden haben, dürfte man zwar nicht herankommen. Sollte der Euro bis zur Fälligkeit des Kredites im Jahr 2022 aber auf 1,25 Franken steigen, würde die Zinsersparnis den Wechselkursverlust überragen. Ein Plus von etwa 3.000-5.000 Euro bliebe übrig.

Zwei Drittel der in Österreich ausgereichten Schweizer-Franken-Kredite haben noch eine Restlaufzeit von bis zu 15 Jahren. Die meisten Kredite werden gemäß den Daten der Finanzmarktaufsicht (FMA) zwischen 2020 und 2025 fällig (Abreifungsspitze). Bis dahin könnte der Euro sogar auf 1,33 Franken steigen. Dies wäre der Mittelkurs zwischen dem Hoch vom Oktober 2007 bei 1,68 und dem Tief vom Januar 2015 bei 0,98.