Zur aktuellen Lage von Franken-Kreditnehmern in Österreich
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Exportüberschüsse Triebfeder des Euro-Anstiegs...>
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Zur aktuellen Lage von Franken-Kreditnehmern in Österreich

Beim Volumen von Franken-Krediten ist Österreich Spitzenreiter in Europa. Mit 24,6 Milliarden Euro waren Privathaushalte per Ende 2014 in fremder Währung verschuldet, wie die Finanzmarktaufsicht (FMA) in Wien mitteilt. Tatsächlich stehen die Österreicher aber mit etwa 28 Milliarden Euro in der Kreide, weil in den FMA-Zahlen die plötzliche Mindestkurs-Aufgabe noch nicht inkludiert ist.

Die Lage entspannt sich derzeit. Der Euro-Franken-Kurs flirtet nicht länger mit der Parität. Vielmehr kann die europäische Gemeinschaftswährung ihren Wert gegenüber dem Schweizer Franken deutlich steigern. Der Eurokurs kletterte seit vorvergangenen Montag von 1,0232 Franken auf aktuell 1,0510 Franken. Niemand weiß so recht, warum der Euro gerade jetzt so kräftig zulegt.

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Durch den Wechselkursanstieg hat sich die Kreditschuld eines typischen Franken-Kreditnehmers, der im Jahr 2002 einen Kredit im Gegenwert von 150.000 Euro bei einem damaligen EUR/CHF-Kurs von 1,45 aufnahm, um knapp 6.000 Euro verringert. Bei einem EUR/CHF-Kurs von 1,0232 lag die Restschuld bei 212.568 Euro. Bei einem Kurs von 1,0510 sind es 206.946 Euro.


Bei österreichischen Fremdwährungskrediten handelt es sich in 96,4 Prozent der Fälle um Franken-Darlehen. Wegen der plötzlichen Euro-Abwertung und Franken-Aufwertung des 15. Januar 2015 liegt das Volumen derzeit nicht bei 24,6 Milliarden Euro sondern etwa bei 28 Milliarden Franken. 80,3 Prozent der Fremdwährungskredite sind endfällig, 19,7 Prozent mit laufender Tilgung.

Ferner teilt die FMA mit, dass die Restlaufzeiten bei 67,1 Prozent der Kreditnehmer zwischen bis zu einem Jahr und 15 Jahren liegen. In zehn Jahren kommt es zu einer ersten Abreifungsspitze, wenn 41,2 Prozent der Kredite fällig werden. Viele Kreditnehmer kalkulieren, dass der Euro-Franken-Kurs bis dahin wieder auf 1,20-1,30 gestiegen sein. Der verbleibende Wechselkursverlust soll durch die über die Jahre aufgehäufte Zinsersparnis gegenüber einer Euro-Finanzierung wettgemacht werden.

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