Mindestkurs-Frühableben nicht vor 2016
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Mindestkurs-Frühableben nicht vor 2016


Im September feiert die Schweizerische Nationalbank (SNB) den dreijährigen Geburtstag des Euro-Mindestkurses bei 1,20 Franken. Die Chancen stehen gut, dass es auch 2015 und 2016 zu solchen Festivitäten kommt. Ökonomen haben ihre Prognosen zum Frühableben der Untergrenze in den letzten Wochen drastisch verändert.

Im Mai 2015 gingen noch 53 Prozent der von dem Finanzdienst Bloomberg befragten Ökonomen davon aus, dass die Nationalbank den Mindestkurs 2015 abschaffen würde. Im Juni waren es nur noch 27 Prozent. Aktuell sind lediglich 14 Prozent dieser Meinung. Den plötzliche Stimmungswandel unter den Finanzexperten dürfte auf die vom der Europäischen Zentralbank durchgeführten Lockerung der Geldpolitik zurückzuführen sein.

(Weiterlesen: Kommt der Absturz auf 1,20 zum Mindestkurs-Jubiläum?)

"Die Politik (des Mindestkurses), die vor mehr als zwei Jahren eingeführt wurde, wird nun dank der EZB-Impuls-Kampagne bis weit ins Jahr 2016 hinein fortgesetzt", zitiert Bloomberg Eric Tannenbaum von Moody’s Analytics.

Der Eurokurs lässt sich bisher von der in Aussicht gestellte längeren Haltbarkeit der Untergrenze bei 1,20 Franken nicht zu einer Aufwärtsbewegung hinreißen. Die Gemeinschaftswährung notiert aktuell bei 1,2150. Wechselkursspezialisten rechnen jedoch mit einem Anstieg, alsbald auf der anderen Seite des Atlantiks die Zinsen angehoben werden.

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