Der verflixte Euro will nicht stärker werden
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Der verflixte Euro will nicht stärker werden

Der Euro sinkt auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Monaten. Für die Gemeinschaftswährung werden nur noch Kurse um 1,2150 Franken bezahlt. Das Ruder herumreißen könnte die fast zum Stillstand gekommene Geldentwertung im Euroraum. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass EZB-Präsident Mario Draghi die Finger von der Notenpresse lässt.

Eine Binsenweisheit besagt: Je niedriger die Geldentwertung (Inflation), umso stärker ist eine Währung. Im letzten halben Jahr hat sich bei den Entwicklungen der Teuerungsraten in Euroland und der Schweiz so einiges getan. Der Schweizer Franken müsste demnach ab- und der Euro aufwerten.

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum sank in den zurückliegenden elf Monaten von 1,6 Prozent auf 0,5 Prozent. Gleichzeitig legte die Teuerung in der Schweiz von -0,1 Prozent auf 0,2 Prozent tu. Die zusammenlaufende Inflationsentwicklung ist ein triftiger Grund für eine Euro-Aufwertung, wäre da nicht die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Weil die EZB durch ihr jüngstes Lockerungspaket mehrere Giftpfeile auf den Außenwert des Euros geworfen hat, führt die Annäherung der Teuerungsraten bisher nicht zu einem Anstieg des Euro-Franken-Kurses. Das Gegenteil ist der Fall. Die Euro-Geldschwemme überschattet alles, so dass das Devisenpaar dem Mindestkurs immer näher kommt.

Fürsprecher eines schwächeren Frankens vertrauen nun darauf, dass die EZB nicht noch weiter die Geldschleusen öffnen wird. Sodann könnten die Devisenmärkte damit beginnen die geringe Geldentwertung im Euroraum im Wechselkurs EUR/CHF einzupreisen. Das Jahreshoch vom 8. Januar 2014 bei 1,2395 käme wieder in Reichweite.

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Schweizer Franken Prognosen 2014/15 der UBS und Credit Suisse