Wächst der Euro im September über sich hinaus?
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Wächst der Euro im September über sich hinaus?

Im Juni klettert der Euro-Franken-Kurs leicht, im Juli etwas stärker und im August erheblich. Der Euro profitiert von der Konjunktur. Deutschland und Spaniens Wirtschaft machen kräftig Dampf. Italien nimmt Fahrt auf, Frankreich ist auf dem Weg der Besserung. Die Schweiz stellt unmissverständlich klar, dass sie die Letzte sein wird, die die Zinsen erhöht. Geht jetzt das Spiel mit den Franken-Krediten von vorne los?

Eines ist so gut wie sicher: Das Auf und Ab an den Finanzmärkten (Volatilität) wird im September hoch bleiben. Anleger müssen aufgrund der sich abzeichnenden Zinswende in den Vereinigte Staaten riesige Summen umschichten. Hinzu kommt die Furcht vor einem weiteren China-Beben sowie Konjunktureinbrüche in den großen Schwellenländer Brasilien, Russland und Türkei.

Die Volatilität könnte sich der Euro-Franken-Kurs zu nutze machen, um endlich den von vielen herbeigesehnten Anstieg über 1,10 zu schaffen. Auf zwei Nachkommastellen gerundet hat der Euro diese Marke bereits am 12. August 2015 berührt. Seinerzeit erreichte die Gemeinschaftswährung ein 7-Monatshoch bei 1,0960 (1,10) Franken.

Erstaunlicherweise hat der Schweizer Franken in den letzten Monaten nicht die Rolle eines sichern Hafens eingenommen. Aus der Sicht eines Top-Down-Anlegers wird er das auch in Zukunft nicht tun. Die Weltwirtschaft ist nicht so schwach, wie sie von Christine Lagardes Internationalen Währungsfonds (IWF) stets gemacht wird.

Weiterlesen: Lagardes IWF will Schweiz zu Staatsanleihenkauf verdonnern

Indien wächst inzwischen mit einer Rate von sieben Prozent so stark wie China. Die größte Demokratie der Welt dürfte das Reich der Mitte in Sachen Wirtschaftswachstum bald hinter sich lassen und damit zum neuen Motor der Weltkonjunktur werden. Darüber hinaus kommen vereinzelte Wachstumsimpulse aus Afrika, wo die Ebola-Epidemie inzwischen unter Kontrolle ist.

In Anbetracht der recht guten weltwirtschaftlichen Großwetterlage haben Anleger keinen Anreiz in den Franken zu flüchten. Vielmehr leihen sie sich Geld in der Schweiz und verteilen es nach dem Gießkannen-Prinzip in den wachstumstarken Regionen der Welt. Die Gefahr, dass sie von einem plötzlichen Zinsanstieg in der Schweiz überrumpelt werden, ist nicht vorhanden.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) machte zuletzt deutlich, dass man auf eine Normalisierung der Geldpolitik im Euroraum warten werde. Erst dann könnten auch in der Schweiz die Zinsen wieder steigen, signalisiert SNB-Präsident Thomas Jordan. Die SNB will erreichen, dass Schweizer Anleger ihre Zurückhaltung aufgeben und sich stärker im Euroraum engagieren.

Ferner hofft man darauf, dass Spiel mit den Franken-Fremdwährungskredite neu zu starten. Ausländern wird ein Anreiz gegeben sich im Schweizer Franken zu verschulden und das Geld anderswo anzulegen. Es kommt zu Kapitalabflüssen aus der Schweiz, die eine Abschwächung des Frankens herbeiführen. Hintergrund sind die Zinsen in der Schweiz: Sie werden auf absehbare Zeit die tiefsten (die negativsten) der Welt bleiben.